Rezension vom 17.06.2012
(2)
Die Dramatik liegt nicht grundsätzlich im Geschehenen. Die Dramatik erfährt ihren Höhepunkt vor allem in dem, was man nicht in der Lage war, daraus zu machen. Das vor allem beschreibt meiner Meinung nach den Menschen Harry Hole. Und gäbe es nur die Fälle und einen anderen Hauptkommissar - die Geschichte wäre hohl und voller Substanzverlust. Wie es nun einmal so ist, bei den vielen Geschichten, in denen Menschen eine große Rolle spielen. Und unter der Größe dieser Rolle, bricht Harry Hole unentwegt zusammen. Nicht verwunderlich. Sein Päckchen, welches immer schwerer und größer wird, trägt er ohne wirklich darüber zu sprechen. Dieses und mehr kristallisiert sich zunehmend von Fall zu Fall in Jo Nesbo's Harry Hole Fällen heraus. Der Mensch Harry Hole mit all seinen Abgründen, Abstinenten, Zusammenbrüchen, mit seiner untrüglichen Loyalität sich selbst gegenüber und dem, was er für Recht empfindet.
Harry Hole ermittelt dieses mal gegen einen scheinbaren Serientäter. Tom Waaler, einer seiner unangenehmsten Kollegen, leitet die Ermittlungen. Harry wird in die Enge getrieben und steht in der Zwickmühle den Serientäter sowie den Mörder seiner damaligen Kollegen zu entlarven.
Das fünfte Zeichen ist – abgesehen davon, dass Hole immer noch den Mord an Ellen Gjelten aufzuklären versucht – ein spannendes, fast nervenaufreibendes Meisterstück. Ständig wird man auf unterschiedliche Personen des Geschehens aufmerksam, verwirft seine eigenen Theorien wieder, folgt erneut einer neuen Spur, die man meint gefunden zu haben.
Das beste sollte jedoch nicht erwähnt werden, sonst nehme ich die Pointe, die einem gen Schluss plötzlich überraschend trifft.
Einer seiner bestens Fälle, wie ich finde!
Mich hat vor allem die Person Harry Hole in seinen Bann gezogen. Bereit mehr von ihm wissen zu wollen, ihm zur Seite zu stehen. Nebenbei verfolge ich mit ihm seine Fälle. Vor allem jenen seiner ermordeten Arbeitskollegin Ellen.
Und ausgesprochen spannend sind die Informationen zu kriminalistischen Untersuchungen, zu Fakten wie „Sozio- und Psychopathen“. Intuition.
Mehr
Weniger
0 Kommentare