Rezension vom 24.02.2013
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Mordechai Wolkenbruch, kurz Motti genannt, ist trotz seiner 25 Jahre noch nicht verheiratet, was ihn weiter nicht stört, seine Mutter Judith Wolkenbruch aber will unbedingt einen Familienvater aus ihrem Jüngsten machen und organisiert einen Schidech nach dem anderen für ihn. Und je mehr seine Mutter wütet, desto mehr Widerstand regt sich in Motti. Die Frauen die ihm seine Mutter vorsetzt, gefallen ihm gar nicht, handelt es sich doch meist um jüngere Kopien seiner Mutter.
Immer mehr kommt er ins Grübeln: Will er denn sein Leben so verbringen, wie ihm das die jüdische Gemeinschaft vorschreibt? Würde er nicht gerne selber über sein Leben bestimmen?
Als er nach einem Autounfall eine neue Brille brauchte, beschliesst er spontan bei einem nichtjüdischen Optiker einzukaufen. Denn der jüdische Optiker, zu dem alle Juden der Gemeinschaft gehen, hat keine grosse Auswahl an Brillenmodellen und diese sehen alle in etwa gleich aus. Dass der Motti jetzt eine ganz andere Art von Brille als die anderen Juden auf der Nase trägt, alleine das sorgt schon für Aufregung in der Gemeinde – „jetzt siehst du wie Woody Allen aus“.
Ein charmantes und amüsantes Buch, das einen interessanten Einblick in das Leben eines jüdischen Zürcher gibt. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor in seinem Text immer wieder jiddische Wörter eingeflochten hat, da ich die jiddische Sprache sehr interessant finde. Das liest sich dann so:
Dabei fragte ich mich wieder amol, warum die hojsn der ijdn zu kurz sind und ihre jaknarmeln zu lang; und ich blickte an mir herab und sah dasselbe, und ich sah zu meinem Vater hin, der sich einige Schritte hinter uns mit einem Bekannten unterhielt, und dort war es auch so. Bei bejden.
Sollte man ein jiddisches Wort nicht verstehen: im hinteren Teil des Buches gibt es eine Glossar, wo die jiddischen Wörter erklärt sind.
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