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Bineas Rezensionen
Rezension vom 31.03.2013 (9)
„Woher kommst du?” “Ich komme aus dem Osten.“
Anfang der neunziger Jahre antwortet Sabine Rennefanz nicht gern auf diese Frage, denn der Nachsatz „Du siehst gar nicht so aus.“ hätte das ganze Gespräch noch negativer angehaucht.
Heute sieht das ganz anders aus, heute hat Sabine Rennefanz über ihre Jungend und ihre damaligen Empfindungen und Gedanken geschrieben und ihre innere Wut besänftigt und bekämpft.
Der Auslöser zur Reise in die Vergangenheit war ein Gespräch, welches Sie mit ihren Kollegen in einem Restaurant in Berlin Kreuzberg führte. Damals war Dezember 2011 und damals sprachen Sie über die Mordserie der Neonazis aus Jena. Die Namen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, die zehn Menschen getötet haben, sind wohl ganz Deutschland bekannt. Diese drei Menschen, haben mit ihr etwas gemeinsam, eine innere Wut die brodelt, brodelte.
Scheinbar gibt es einen Reflex in Deutschland, der auch in diesem Fall eingetreten ist: Sobald ein Problem in Ostdeutschland auftritt, wird es zu einem „ostdeutschen“ Thema. Umgekehrt passiert dies allerdings nie! Der Osten Deutschlands trägt einen Stempel, vor dem auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht geschützt ist, wenn sie etwas falsch macht.
Keine Angst, ich schreib jetzt nicht über Jammerossis oder gar über Besserwessis, nein, macht die Autorin schließlich auch nicht.
ABER: Achtung – die Mauer ist eigentlich gefallen, ab und an steht diese aber wieder auf. Habt ihr das gemerkt? Passiert immer mal wieder, wenn ihr aufpasst.
„Die Vergangenheit ist wie eine nachtragende Freundin, die man lange nicht gesehen hat. Man kann sich nicht einfach vor die Tür stellen und klingeln, man muss sich langsam annähern.“
Eisenkinder – Planstadt Eisenhüttenstadt
Wer es noch nicht weiß, ja, ich bin eine Frau aus dem Osten und war zur Wendezeit 5 Jahre jung. Nichts desto trotz habe ich mit nach Bananen angestanden, so war das nun mal. Meine Erinnerungen an die Zeit sind dennoch nicht verblasst. Dies rührt ganz einfach daher, dass ich jede Menge aus der DDR-Zeit erzählt bekommen habe. Auch heute gibt es immer wieder Gespräche mit meinen Eltern, Großeltern oder auch Arbeitskollegen. Bewusst habe ich die Zeit vor der Wende sozusagen nicht erlebt. Allerdings weiß ich noch, dass ich im Lada, wie auch in einem Wartburg mitgefahren bin und die Hans-Eisler Grundschule besuchte. Unbewusst sehe ich die DDR aber noch vor mir und ertappte mich während des Lesens bei dem Gedanken „Stimmt, so war das.“ und musste so einige Male schmunzeln.
Einige wollen heute noch die DDR zurück, andere haben diese nie gewollt und ich finde es ganz spannend zu hören und auch zu lesen, wie es damals war. Gerade aus diesem Grund bin ich begeistert von „Eisenkinder“ und dem Schreibstil von Sabine Rennefanz.
Sabine Rennefanz gehört zur Generation Eisenkinder. Sie selbst war 15 Jahre jung, als sie das Internat in Eisenhüttenstadt besuchte und die Mauer fiel. Ihre Jugend verlebte sie wohl wie alle in der DDR, mit Fahnenappellen in der Schule, heimlichen Gucken von Westfernsehen und dem Treffen ihrer Freunde.
Eisenkinder – Wendezeit – Mauerfall
Als die Wende kam, ging alles recht schnell, ohne zu begreifen was überhaupt passierte, passieren würde. Der Weg in den Westen war frei, tiefgreifende Veränderung lag in der Luft. Es gab keine Grenzen mehr, auch keine Grenzen an denen sich persönlich orientiert werden konnte.
“Deutschland ist ein Land, dass die ganze Zeit das Gefühl hat, dass es wieder etwas gut machen will, aber nicht weiß, wie, und es will vor allem möglichst nicht gestört werden in seiner Unfähigkeit, etwas gutzumachen.”
Rennefanz fühlte sich am Tag der Wende wie in einem schwebenden Zustand, ohne Orientierung. Und nun? Wie sollte es mit der dazugewonnenen Freiheit weitergehen? Ihre Eltern verloren ihre Arbeit, in Eisenhüttenstadt tauchten Bürger aus dem Westen auf und das Wort Heimat verlor seinen Namen. Doch dann rief Hamburg. In ihrer Unsicherheit lässt sich Rennefanz zu schnell auffangen, findet eine Heimat in der Kirchengemeinde. Ab diesem Punkt an begann sie abzudriften und steigerte sich in ihre Rolle als Missionarin hinein.
Die Sehnsucht nach Radikalität lebte in Rennefanz und genau diese, hat sie mit Uwe Mundlos gemeinsam. Er gehört ebenfalls zu ihrer Generation und auch er hatte Wut in sich, welche sich immer mehr steigerte. Bis zum Ausbruch, der schlimmer nicht sein könnte. Ganz Deutschland war über die Morde der drei Mitglieder der sogenannten Zwickauer Terrorzelle geschockt.
Sabine Rennefanz reist in ihre Vergangenheit zurück und nimmt den Leser mit. Gerne habe ich sie nach Eisenhüttenstadt begleitet. Ich musste schmunzeln, vieles war mir einfach bekannt, vertraut und ich fand mich dort wieder, wo ich und meine Familie herkamen. Die Reise war gerade für mich sehr interessant und vermutlich wird sie für einen Deutschen aus dem Westen noch viel interessanter werden.
Über manche Dinge muss einfach im Rückblick gelacht werden, die Wut muss abflachen und die heutige Lockerheit und Verbundenheit muss spürbar sein. Diese Mischung hat die Autorin berücksichtigt und vor allem für sich selbst die vergangene Zeit aufgearbeitet und einen dicken Strich ziehen können.
Die Reise durch die BRD und ihre Zeit in Hamburg zeigte sich stellenweise sehr zäh und eintönig, aber auch diese Eintönigkeit zeichnet das Leben der Autorin und dem Leser bleibt nichts anderes übrig, als auch diese Entwicklung zu erlesen und irgendwie auch durchzustehen.
Eisenkinder – Sabine Rennefanz
Am Ende rundet sich das Bild und Rennefanz schließt den Kreis um sich und die drei besagten Mitglieder der NSU (nationalsozialistischer Untergrund).
Ich habe vieles gelernt in diesem facettenreichen Roman, welcher aus Biografie, Reise in die DDR und dem Fall um das NSU Mordtrio besteht und sofort Zugang zu den Themen gefunden.
Es werden noch mehrere Menschen, welche um das Jahr 1974 geboren sind, eine stille Wut in sich tragen und ich denke „Eisenkinder“ wird helfen, den bis heute unterdrückten Redebedarf zu entfachen.
Redet, lest, diskutiert, aber bleibt eine Einheit!
www.literatwo.wordpress.com
Rezension vom 01.03.2013 (21)
Wir haben damals eine AUSWAHL getroffen die nicht leicht war. Wir hatten die Qual der Wahl und wir sind anschließend auf die FLUCHT gegangen. Diese musste gut vorbereitet werden, so dass wir durchdacht unsere Koffer packten. Jetzt haben wir die ANKUNFT überstanden und blicken darauf zurück, was uns passiert ist.
Cassia und Ky, genau wie Xander, haben wir damals ausgewählt und in unser Herz geschlossen. Wir waren sehr gespannt, was wir mit den drei Hauptprotagonisten in der Trilogie erleben werden und haben uns in die Dystopie begeben. Der erste Teil “Die Auswahl” hat uns wirklich überzeugt. Er war voller Spannung, voller offener Fragen und vor allem voller Tiefe und Poesie, was uns wirklich begeisterte.
“Ich weiß, dass Du mich liebst. Ich liebe Dich auch, und ich werde Dich immer lieben, aber so kann es einfach nicht weitegehen. Wir müssen etwas ändern…”
Wir lernten die Gesellschaft kennen und haben die Erhebung bereits gespürt. Wir standen unter Strom und gleichzeitig hatten wir Herzschmerzen, da wir das Band der Liebe ins uns fühlten.
Auch wenn die Plausibilität nicht immer vorhanden war, gaben wir uns mit den Erlebnissen zufrieden und blickten voller Erwartung auf den zweiten Teil, in dem wir flüchten sollten. “Die Flucht” an sich konnten wir nur teilweise genießen, stellen wir gerade jetzt fest. Eigentlich hätte es diese überhaupt nicht geben brauchen, denn manchmal ist weniger mehr. Zwei Teile hätten uns absolut gereicht, denn diese wären gehaltvoll gewesen und hättem uns rundum zufrieden gestellt.
Nun sind wir angekommen. Angekommen zwischen Gesellschaft und Erhebung, zwischen Machtwechsel und Übernahme, zwischen verseuchten Fronten und der Ungewissheit gegenüber der bevorstehenden Veränderung. Mehr Inhalt wollen wir auch gar nicht bekannt geben, denn wen die Auswahl und die Flucht gepackt hat, wird um diesen letzten Teil nicht drum herum kommen, es sei denn, er möchte nicht erfahren, wie es um Cassia, Ky und Xander nach dieser langen Zeit steht.
“Dich hab ich nicht erreicht -
Doch nähert Tag für Tag
Sich dir mein Fuß
Drei Flüsse noch und einen Berg
Ich überqueren muss.
Noch eine Wüste, noch ein Meer,
Die Reise aber zähl ich nicht,
Wenn ich dann vor Dir steh.”
Dieser letzte Band ist mit seinen 600 Seiten der umfangreichste. Doch bei uns steht nicht die Quantität, sondern die Qualität im Vordergrund. Wir wollen erlesen, Plausibilität und Tiefgang der uns in Erinnerung bleibt. Wir waren erfreut, als wir diese in Band zwei fast verloren gegangene Poesie wiederfanden. Wir fühlten uns wie in der Auswahl und das damalige Lesegefühl machte sich in uns breit.
“Immer hat er mir noch etwas zu geben, wenn man meinen könnte, dass Loslassen die einzige Möglichkeit sei.”
Wir genossen diesen Zustand sehr und die aufkommende Enttäuschung, die uns in der Flucht ereilte, wurde so etwas in den Hintergrund gedrückt. Dass uns der Einstieg so leicht fiel, hätten wir beide nicht gedacht. Allerdings hätten wir uns wie gesagt mehr Qualität gewünscht, denn stellenweise wurde gerade die oben genannte Seuche so dominant, dass diese immer wieder erklärt wurde. Als ob wir es beim ersten Mal nicht verstanden hätten, serviert uns Ally Condie immer wieder Erklärungen aus verschiedenen Sichtwinkeln auf dem Lesetablett, bis wir uns selbst so vorkamen, als ob wir uns infiziert hätten.
Auch andere Passagen werden durch die abwechselnden Sichtweisen wiederholt. Dennoch geht die Spannung nicht unter, was an der Erzählperspektive liegt. Cassia, Ky und Xander wechseln sich kapitelweise ab und haben uns dadurch immer wieder in ihr Inneres blicken, wie auch zwischen verschiedenen Orten hin und her wechseln lassen.
Die Poesie ist gewaltig, denn die Gedichte, welche vorwiegend in der Auswahl eine große Rolle gespielt haben, tauchen wieder auf und bieten Handlungs- und Gesprächspotenzial. Sagenhaft schöne Zitate finden wir in den Ankunftszeilen und viele unserer offenen Fragen werden beantwortet.
“Ich atme heißer ein, wie man es tut, wenn der Schmerz so groß ist, dass man nicht weinen kann; wenn man keine Tränen vergießt, weil man nur aus Schmerz besteht, und, wenn man ihn herausließe, aufhören würde zu existieren…”
In uns strömt das Gefühl der Zufriedenheit, wenn wir unsere Augen über die drei Bände schweifen lassen und doch haben wir einen leicht bitteren Geschmack auf unseren Leserzungen.
Wir leben in den Büchern die wir lesen, die wir verschlingen, die wir verinnerlichen und nicht nur dem Inhalt geben wir uns bedingungslos hin.
Auch das Äußere der Romane gehört dazu und so stellten wir fest, dass hier einige Unstimmigkeiten zum Inhalt, vor allem im Klappentext auftreten. Lange haben wir uns über die Worte “Wenn jemand stirbt, den du liebst…” unterhalten und vielleicht haben auch einige von euch gemerkt, warum wir an diesen Worten hängen geblieben sind. Die ersten zwei Bände waren hier durchweg plausibel und haben innerlich, wie auch äußerlich die gleiche Sprache gesprochen.
Der Steuermann zeigt in Band drei sein wahres Gesicht und wir sind froh, ihn jetzt richtig kennengelernt zu haben, auch wenn das ein oder andere Konstrukt vielleicht etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Aber Ally Condie hatte umfassend die Fäden der Trilogie in der Hand und uns mit ihren Stilmitteln auch einige Überraschungsmomente erleben lassen.
“Es gibt Ebbe und Flut. Gehen und Kommen. Steigen und Fallen. Singen und Schweigen. Sehnsucht und Erfüllung.”
Auswählen, flüchten und ankommen – wir haben die Trilogie gelebt, erlebt und es sogar überlebt!
Als Trilogie-Starthilfe legen wir euch drei Tabletten in die Hand, die wegweisend und bestimmend sind und nun macht euch bereit, drückt die Playtaste im Trailer und begebt euch in die Hände Ally Condies!
Bebilderter Artikel: http://literatwo.wordpress.com/2013/02/05/auswahl-flucht-sind-vergangenheit-denn-ankunft-heist-unser-ziel/
Rezension vom 01.03.2013 (17)
Verrückt. Ich liebe dieses Wort und sage es oft und gern. Einfach verrückt. Was gibt es da passenderes, als „Caroline – total verrückt“ zu lesen? Huch, bei Caroline scheint es noch viel verrückter zuzugehen, denn aus verrückt wurde feerückt. „Caroline – total feerückt“, aber total feerückt.
Caroline geht es gerade richtig gut, als ihre Eltern sie von jetzt auf gleich in einen Zug nach Heudorf verfrachten. Ein Brief wird ihr mit auf die Reise gegeben, in dem sie ihr mitteilen, dass sie ganz dringend was erledigen müssen. Einfach so, ab in den Zug, abgeschoben.
Ausgerechnet jetzt, wo sie Philipp fast geküsst hätte. Auch mit ihrer Freundin Jana verbrachte sie eine tolle Zeit und nun soll sie zu ihren Tanten mit den außergewöhnlichen Namen Äsotheria und Elfie, die eigentlich gar nicht ihre Tanten sind und sich zudem für Feen halten. Sie kennt die beiden überhaupt nicht und innerhalb kurzer Zeit hat sich alles verändert, als ob jemand einen Zauberstab geschwungen hätte.
Caroline ist verwundert über ihre Eltern und soll nun in Heudorf zur Schule. Heudorf, ein kleines Nest in dem sie niemanden kennt und das komplette Gegenteil von der Großstadt Berlin ist. Zum Glück findet sie schnell Anschluss, denn Natalya, ihre neue Klassenkameradin, hilft ihr durch den neuen und ungewohnten Schultag. Unverhofft und noch verwunderlicher ist das Auftauchen von Spin-Air Cari-op-Ralidostalskyin. Er ist ein Schmetterlingself und bezeichnet sie selbst als eine Fee, eine Fadette.
Total feerückte Zeiten brechen für Caroline an, erst recht als sie von geheimnisvollen Dunkelmännern und fiesen Schicksalsspinnerinnen verfolgt wird. Carolines Leben ist auf den Kopf gestellt und sie muss herausfinden, wie und ob sie in ihr bisheriges normales Leben zurückfindet. In all dem Chaos steht auch noch ihr Geburtstag an. 13 Jahre und abgeschoben von den Eltern, dafür in Gesellschaft feerückter Tanten.
Total feerückt, absolut frech, witzig und frisch kommt Protagonistin Caroline daher und zieht den Leser in ihren Bann. Fantastische Elemente schleichen sich nach und nach in den absolut wundervollen Roman für Kids, die gerade ihren ersten Ausflug ins fantastische Genre wagen wollen. Ein großes Abenteuer voller Spannung gibt es hier zu erleben. Caroline ist nicht auf den Mund gefallen und weiß auch im langweiligen Heudorf, die passenden Antworten, die den Leser auflachen lassen.
Ein taffes Mädchen, was sich nicht so leicht abschieben lässt und das man gern auf ihrem feenhaften Ausflug begleitet. Die zwei Tanten setzen dem Geschehen die Krone auf. Caroline selbst macht zudem Bekanntschaften mit Spiegeln und erfährt einiges über eine andere zauberhafte Welt, was uns gedanklich zu Alina Bronskys Roman „Spiegelkind“ trieb.
“Caroline – total feerückt” – ein herrlich verrücktes Kinderbuch, welches einfach gestrickt, flüssig zu lesen ist und für umfangreiches Lesevergnügen sorgt.
Unsere persönliche Empfehlung für große und kleine Leser! Während sich die größeren Leser mit „Spiegelkind“ vergnügen, sollten sich die kleineren Leser mit Caroline in ihr magisches Lesezelt zurückziehen.
Die Charaktere sind ebenso herzallerliebst und versprühen durch ihre große Abenteueroffenheit gute Laune. Für jede Menge Spaß ist gesorgt und für Spannung sowieso, denn mit den Dunkelmännern und Schicksalsspinnerinnen ist nicht zu spaßen. Ein fulminantes Ende rundet den feerückten Roman ab und lässt keine Fragen offen.
Besonders lieb habe ich den kleinen Flattermann Spin-Air gewonnen und ab und an dachte ich sogar, er kommt zwischen den Seiten hervor geflogen. Wäre das nicht schön, so ein kleiner Elf den kein anderer sehen kann? Wobei es allerdings auch schwierig werden kann, denn wenn man ihm antwortet und jemand daneben steht der es hört, verwirrt man denjenigen und anschließend stempelt derjenige einen selbst als verwirrt ab. Verwirrt verrückt, ähm, feerückt.
Caroline solltet ihr wirklich kennenlernen, denn diese Feerücktheit muss man erlebt haben.
P.S.: Ich selbst, unter dem Spitznamen Bini bekannt, habe immer besonders schmunzeln müssen, denn Caroline wird ab und an von ihrer Mutter als Lini-Bini bezeichnet.
Warum? Findet es heraus ;-)
Bebilderter Artikel: http://literatwo.wordpress.com/2013/02/19/verruckt-caroline-total-feeruckt/
Rezension vom 12.02.2013 (16)
Wollen wir alle manchmal nicht einfach nur weg, weil uns alles zu viel ist oder Dinge passieren, die wir einfach nicht mehr ertragen können? Einfach weg von dem Ort, an dem wir wohnen, um einen völligen Tapetenwechsel zu erfahren? Ich denke, dass Gefühl hatte jeder schon einmal und jeder kann sich in Elsa hinein versetzten.
Elsa Beletti hat das Gefühl weg zu müssen, denn das Leben entreißt ihr nach und nach alles. Sie möchte raus aus dem Trubel von New York und rein in das stille Leben, welches in Thunderstown auf sie wartet. Elsa sucht Ruhe und möchte diese genau dort finden, wo das Leben völlig entschleunigt ist, wo die Freiheit spürbar ist. Die Einwohner von Thunderstown sind recht eigen und die 29-jährige muss sich erst einfinden, aber Kenneth, bei dem sie zur Miete wohnt, hilft ihr dabei.
Mit Daniel Fossiter, dem angesehenen Mann der aus einer alteingesessenen Familie stammt, sollte sie es sich nicht verscherzen, wie sie von Kenneth erfährt. Er ist Bergjäger und tötet die Ziegen um den Pflanzenwuchs zu erhalten, aber er tötet auch andere Kreaturen. Elsa war Daniel von Anfang an unsympathisch, da er unmenschliche Züge an sich hat.
Kenneth öffnet sich sehr tief gegenüber Elsa und erzählt ihr von seinem verschwundenen Sohn. Auch in die alte Legende über die Entstehung der Berge, weiht er sie ein. Elsa ist dem ihr gegenüber gebrachtem Vertrauen sehr dankbar und begibt sich in die Berge. Sie braucht frische Luft, die endlosen Weiten und möchte ihre Blicke weit schweifen lassen.
Ihre Einsamkeit währt nicht lange, denn nähe des Aussichtspunktes in der Windmühlenruine beobachtete sie einen Mann. Dieser redete mit sich selbst, begann sich auszuziehen und wurde nach und nach zu einer Wolke, aus der Regen fiel. „Warte bitte“ flüsterte Elsa und aus der Wolke wurde der Mann, der sich ihr als Finn Munro vorstellte und in ihr eine Art Schalter betätigte.
Daniel Fossiter kennt den wettererfüllten und seltsamen Finn schon länger, genau wie den geheimnisvollen Aberglauben der Einwohner über das Wetter und spürt, dass sich ein Widerstandsgewitter aufbäumt.
„Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ konnte mich damals nicht richtig überzeugen, aber es wurde der Entschluss gefasst, dass Ali Shaw noch eine Chance bekommt, mich mit seinem nächsten Werk zu überzeugen. „Der Mann, der den Regen träumt“ ähnelt sich bereits optisch in der Covergestaltung, steht aber inhaltlich nicht im Zusammenhang mit benanntem Vorgängerwerk. Von Anfang an ist klar, dass es poetisch wird, verträumt und auch irgendwie märchenhaft, dank der fantastischen Elemente.
“Manchmal ist das Leben eines anderen das Einzige, was dem eigenen Sinn verleihen kann.”
Ali Shaw schreibt wahnsinnig bildlich und lässt seine Geschichte nach und nach wie eine Rose aufblühen. So strömt bei ihm der Duft der Liebe nach und nach aus, ohne kitschig zu wirken. Als Leser selbst spürt man den zarten Liebeshauch, den Elsa umgibt, wenn sie mit Finn zusammen ist. Doch auch die geheimnisvolle Stimmung zieht sich durch den Roman und schleicht sich etappenweise in den Vordergrund.
Zauber liegt in der Leseluft und lässt diesen in einem poetischen lila schimmern. Shaw bedient sich von einem nur kleinen Protagonistenkreis, um sich jedem umfassend zu widmen und seine Vergangenheit zu entschlüsseln. Nicht nur bei Elsa achtet er darauf, dass eine Bindung zum Leser hergestellt wird. Wie ein kleiner Bach der sich mit Sommerregen füllt, steigt auch die Spannung an. Allerdings ist ein Überlaufen nicht zu erwarten, was ein wenig schade ist.
Der Plot ist wahnsinnig ergiebig und voller Magie, aber ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, denn das Potenzial dazu war greifbar. Auch dieser Roman lässt mich ein wenig unerfüllt zurück, obwohl Shaws Worte mich in eine Welt versetzten, in der ich mich gern tiefer hineinbegeben hätte, um dort zu bleiben. Das bestimmte Etwas, was ich nicht mit Worten betiteln kann fehlt mir. Es hätte noch einige Regentropfen mehr sein können, die die trockenen offenen Fragenpunkte nässen.
Und doch rüttelt der Inhalt im Leser einige wichtige Dinge wach und Fans der Poesie kommen auf ihre Kosten, denn Shaw ist ein richtiger Poesiemeister. Ein zitatgefluteter Wörterregen ergießt sich regelmäßig und bringt höchsten Lesegenuss.
Ein Märchen für Erwachsene, ein Märchen für ruhige gemütliche Stunden, ein Märchen voller Poesie.
Ich bin hin und her gerissen und bin mir doch sicher, dass er noch eine Chance bekommt, mich restlos zwischen seinen Worten glücklich zu machen.
Die Zeichnungen im Artikel stammen von Ali Shaw höchst persönlich und er ist wortwörtlich geschmeichelt, dass wir diese hier verwenden. Danke für den netten Kontakt Ali und euch viel Spaß beim Umschauen auf seiner Homepage.
Zum bebilderten Artikel: http://literatwo.wordpress.com/2013/02/12/der-mann-der-den-regen-traumt-ali-shaw/
Rezension vom 30.01.2013 (19)
Aaaaaahhhh – wir haben es geschafft, wir sind raus aus dem Labyrinth. Wobei…aaaaaahhhh…nein, wir sind doch nicht raus, aber zwei Welten haben wir überlebt, definitiv.
“Das Labyrinth erwacht” - Es denkt. Es ist böse. Und vor allem erwacht es immer mehr und entfaltet sich zu seiner wahren Größe und Gefährlichkeit.
Allen Jugendlichen sei gesagt: kommt weg vom PC, lasst euer Lieblingscomputerspiel eine Weile ruhen und nehmt euch diesen Roman zur Hand. Alle Thrillerfans aufgepasst, denn was Rainer Wekwerth euch hier präsentiert, ist einfach sagenhaft.
Jugendroman, Thriller und fantastische Elemente geben sich hier die Hand.
UNGLAUBLICH, aber WAHR!
Ursula Poznanski können wir nur Recht geben, denn sie sagt: „Aus dem Labyrinth gibt es kein Entkommen, es hat mir den Schlaf geraubt. Spannender geht’s nicht.“
Diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf, denn an Schlaf war nicht mehr zu denken und zwar genau ab der ersten bis zur letzten Seite. Wir waren wach, wir standen unter dem Spannungsstrom der Worte und der Gefahr, die in unseren Nacken lauerte.
Rainer Wekwerth musste aber erst die Hürde unserer Skepsis, welche von Trilogie zu Trilogie größer wird nehmen und uns überzeugen, dass es so einen Roman noch nicht gab und so viel Potenzial zeigen, dass wir am Labyrinthball bleiben.
Wir haben uns in die Lage der Protagonisten versetzt und sind schließlich ohne Erinnerung an unser bisheriges Leben mitten in einer rießigen Steppe erwacht. Meterhohes Gras wohin man schaut und sonst nichts. Doch, wir waren nackt, splitternackt und konnten uns wage an unsere Namen erinnern. Einen Rucksack mit Sachen, einem Messer und Nahrung zum Überleben des ersten Tages, fanden wir in unmittelbarer Nähe. Plötzlich spürten wir, wie sich uns jemand näherte, ein Junge, dem es genauso erging wie uns. Allerdings trug er eine Botschaft bei sich, welche er zwischen seinen Sachen fand.
Eine Botschaft die uns bewusst machte, in welcher Gefahr wir schwebten, dass es um Leben und Tod geht.
Wir mussten uns auf die Suche nach den anderen begeben. 7 Jugendliche sollte es ebenso ergangen sein wie uns. Jenna, Jeb, Mary, Kathy, Leon, Tian und Mischa. Die Gefahr lauert überall und ist an Angst einjagenden Schreien nicht zu überhören. Jeb hat eine Botschaft in seiner Tasche gefunden, welche Worte enthält, die wir eigentlich gar nicht vernehmen möchten. Wir wollen einfach nur weg, weg, weg.
Wir erfahren, dass wir diese und auch alle folgenden sechs Welten durchlaufen müssen. Prüfungen warten auf uns und wir werden nicht alleine sein, da wir unsere Mitgefangenen schon gefunden haben. In jeder Welt gibt es Tore, Portale, die uns jeweils in die nächste bringen und am Ende wartet auf uns die Freiheit und der Preis des Lebens. Wartet sie wirklich? Ist das alles nur ein schlechter Traum? Hätten wir die Botschaft für uns behalten und diese nicht verraten sollen?
Um Mitternacht soll ein Stern am Himmel erscheinen, welcher den Weg zu den Toren weißt. Drei Tage haben wir Zeit, um die Tore zu erreichen. Bis in alle Ewigkeit sind wir in dieser Welt gefangen, wenn es uns nicht gelingt.
Fürchtet euch vor euren Ängsten. Bisher klingt nichts gut, denn wir werden gejagt. Nur die Kraft der Sonne und die Hitze des Feuers können uns schützen. Wen seine Ängste überwältigen, wird zurückbleiben. Insgesamt sind wir sieben Suchende, doch es gibt nur sechs Tore zur nächsten Welt. Einer von euch wird stets zurückbleiben, einer wird allein seinen Ängsten gehören.
Wer leben will, muss kämpfen. Gegen andere, gegen sich selbst.
Wir sind im Labyrinth. Wir sind verloren. Wir haben Angst.
Wir müssen los. Wir müssen etwas tun. Wir müssen kämpfen.
Wir müssen zusammen halten. Wir sehen die Ausweglosigkeit.
Wir verzweifeln.
Wir halten den Roman wie einen Controller in unseren Händen, drehen und wenden und setzen alle Hebel in Bewegung um nicht zu sterben.
Fiese Cliffhanger braucht ein Autor um seine Leser zu fesseln. Sobald man als Leser zugibt, dass man gefesselt ist, freut es den Autor und wir gönnen ihm diese Freude, denn er hat uns gefesselt. Jeder Cliffhanger zeigte die gewünschte Wirkung.
Rainer Wekwerth hat uns am Labyrinthball gelassen, er hat unsere Skepsis besiegt, wobei wir am Anfang an „Boy 7“ von Mirjam Mous und auch an „Saeculum“ von Ursula Poznanski denken mussten. Doch diese Gedanken konnten wir nicht lange halten, denn Wekwerth trieb uns diese ganz schnell aus und lies seine Charaktere gegen unsere Gedanken wirken. Perfekt.
Der Kampf um unser Leben stellte sich als große Herausforderung heraus, denn wir waren hin und her gerissen.
Sollten wir wirklich den Teamgedanken folgen und zusammen gehen oder doch lieber allein eine Welt erkunden, in der wir gefangen sind und Gefahren, die wir nicht betiteln können, auf uns lauern?
Ob wir es wollen oder nicht, werden uns gleich in den ersten Sekunden der Begegnungen Sympathien eingeimpft. Genauso merken wir aber, welche der Jugendlichen eine Abneigung gegen uns haben und sogar Hass empfinden. Jeder gemeinsame Schritt, jede weiteren Worte, bringen uns bestimmten Charakteren näher und treiben uns von anderen weg.
Doch was ist, wenn sich jemand verletzt? Sollten wir uns dann freuen, weil derjenige es nicht bis zum Tor schafft oder sollen wir gerade dann hilfsbereit sein? Uns schwirrt der Kopf, vor allem weil wir selbst zu zweit sind und sich im Laufe der Tage sogar die Knospe der Liebe entfacht. Doch einer oder eine kann es nur schaffen. Nur einer oder eine kann überleben.
Wir spüren die Gefahr in unserem Nacken und kommen zu Erkenntnissen, die wir gar nicht sehen und an uns heranlassen wollen.
Unser Controller ist zu manchen Zeitpunkten kaum noch steuerbar und alles scheint aus dem Ruder zu laufen. Wir sind gefangen. Absolut gefangen.
Zwei Bücher finden wir in diesem Roman und wir sind noch am Leben, doch wird es uns weiter gelingen am Leben zu bleiben? Unser Gewissen plagt uns, denn wir haben den Tod gesehen, ihm ins Auge geblickt. Wir müssen weiter und langsam kommen Erinnerungssplitter in unsere Köpfe. Doch nicht nur uns geht es so, denn auch unser Mitstreiter sprechen über ihre Ängste und lassen uns wissen, was in ihren Köpfen vor sich geht.
Und nun? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass die dritte Welt auf uns wartet. Bis wir diese erreichen, ist es Sommer und Rainer Wekwerth wird uns erneut konfrontieren mit einem Inhalt, der uns in seiner Gewalt hat.
„Spannender geht’s nicht“ sagt Frau Poznanski und Literatwo ist nicht erst nach 400 Seiten genau derselben Meinung.
WAHNSINN!!!
Illustrierter Artikel bei Literatwo: http://literatwo.wordpress.com/2013/01/29/vorsicht-das-labyrinth-erwacht-rainer-wekwerth/
Rezension vom 04.01.2013 (18)
Was haben wir (Literatwo) mit Luisa Preyß´ Protagonistin Franka Mainke gemeinsam? Wir bloggen im Internet.
Und doch gibt es einen großen Unterschied, denn wir bloggen über Literatur, Franka über Sex.
Ja, richtig gelesen, denn Franka braucht dringend Geld. Sie ist pleite und lebt seit einiger Zeit getrennt von Richard, dem Vater ihrer beiden Kinder, Nele und Leon. Er zahlt ihr keinen einzigen Euro Unterhalt für die Kinder, ihre Wohnung ist alles andere als schön, zudem sitzt ihr auch noch der Vermieter wegen der unpünktlichen Mietzahlung im Nacken. Ihr Job als Journalistin läuft mehr schlecht als recht und unter all diesen Bedingungen funktioniert es natürlich nicht, ihre Träume zu verwirklichen.
Franka möchte ihr Geld mit schreiben verdienen, sich voll und ganz der Literatur widmen. Ein eigener Roman ist ihr Traum, doch um sich Schreibzeit zu verschaffen, ist ein finanzielles Polster notwendig. Als Quereinsteigerin in der Journalistenbranche ist dies jedoch mehr als mühsam und so entschied sie sich für ihren Bekannten Guido mehrere Sex-Blogs zu betreuen. Ihre Aufgabe besteht darin mit erotischen Texten die Männer zu animieren, einen Anruf bei der Telefonsexhotline zu tätigen. Trotz ihrer Unerfahrenheit in den außergewöhnlichen Fetischbereichen und einigen zuvor nie gehörten Fremdwörtern schlägt sich Franka wacker und ist selbst erstaunt, welche Fantasien sich in ihr verstecken.
Neben Kinderstreit, Trennungszoff, Geldsorgen und Freundinnen-Problemen eine echte Abwechslung.
Franka bleibt kaum eine Alternative als die Schwarzmalerei, da es nicht einmal annähernd weiße Flecken gibt. Sie fühlt sich alleine und beneidet ihre Freundin Jana um ihr Leben. Diese ist in einer glücklichen Beziehung, ist am Ziel ihrer Traumkarriere, hat Geld ohne Ende und ein wunderschönes Haus im Grünen. Jana hat es einfach geschafft und Franka würde einen Rollentausch bevorzugen.
Wären ihre Kinder nicht, würde sie sich vergraben und ganz tief abtauchen. Das Glück scheint auf der anderen Seite ihrer Welt zu leben und positive Nachrichten werden immer mehr zum Fremdwort.
Ablehnungen und Enttäuschungen stehen auf der Tagesordnung. Das Leben ist allerdings überhaupt nicht vorhersehbar und der tief schlummernde Hoffnungsschimmer muss irgendwann aufwachen und vor ihr auftauchen. Franka lässt sich nicht unterkriegen und nimmt jede Chance wahr, um endlich ihren festen Platz im Leben zu finden.
Kann ein Besuch im Swingerclub vielleicht Steine versetzen und eine zündende Idee auslösen? Kommt vielleicht doch ein Angebot auf sie zu, was sie nie für möglich gehalten hätte? Gibt es das Glück in ihrem trüben Leben irgendwo? Kann französischer Boden Richtung weisend sein?
„Am Dienstag kommt das Glück“ (eBook) ist eine frei erfundene Geschichte und doch mit großem Wiedererkennungswert, was die Frauen unter uns betrifft, zudem der erste Roman der Berliner Autorin Luisa Preyß. Luisa Preyß ist das Pseudonym einer Berliner Journalistin, Bloggerin und Autorin. Wir Literatwos wissen, welche symphatische Frau dahinter steckt und werden es euch auch noch im Laufe des Jahres verraten. Die verwendeten Bilder im Artikel auf unserem Blog stammen übrigens von der Autorin persönlich und decken sich mit dem Kopfkino während des Lesens.
Bevor ihr allerdings zum Roman greift, macht es anders als ich, denn auf der Zugfahrt nach Hof, hatte ich nur Limonade im Gepäck und der Sitzplatz war unbequem. Holt euch also ein Glas Rotwein und macht es euch auf der Couch bequem. Ihr werdet schnell merken warum und spätestens am Ende des Romans habt ihr das Verlangen, ein Glas Rotwein mit Franka zu trinken.
Franka wächst unglaublich schnell mit ihrem Charakter ans Leserherz. An ihrer Seite möchte man gern verweilen, da sie einfach eine Kämpfernatur ist und trotz allen negativen Nachrichten den Humor und ihre Einstellung zum Leben nicht verliert.
Als Leser nimmt man mehr als schnell die Freundinnenposition ein und bedauert es, sie nicht einfach mal kurz in den Arm nehmen zu können, zu telefonieren oder wirklich mit ihr einen ruhigen Mädelsabend zu verbringen.
Keinesfalls ist der Roman ein Familienroman, rosarot, kitschig oder mit einem sich überschlagendem Happy End versehen.
Die Autorin hat sich für die Ich-Erzählperspektive entschieden und damit aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Die Nähe zu Franka ist dadurch sofort hergestellt und es ist ein Genuss an ihrer Seite zu verweilen, da ihre Art einfach einmalig ist. Franka ist stark, sie handelt plausibel und kämpft sich Tag für Tag neu frei. An vielen Passagen bleibt aber auch das Schmunzeln einfach nicht aus und es ist bewundernswert, wie Franka sich im Alltag schlägt. Franka hätte man einfach gern zur Freundin.
Luisa Preyß schreibt in einem Guss und pflanzt ihrer Protagonistin Gedankenwelten ein, die zum Nachdenken anregen, aber auch Mut machen. Die Handlung ist facettenreich und turbulent und punktuell wird der Leser mit geballter Erotik konfrontiert. Ihre Sex-Blogtexte sind einfach treffend genial und erzeugen neben den Überraschungseffekten ein heftiges Prickeln.
„Jeder Abschnitt ist Teil des Weges, ein Puzzlestück im Leben und egal ob gut oder schlecht, die Erfahrung lehrt, dass oft genug genau dieser Puzzleteil zu einem späteren Zeitpunkt, das Fehlende in einem großartigen Bild ist.“
„Am Dienstag kommt das Glück“ – kommt es wirklich an einem Dienstag und vor allem, kommt es überhaupt?
Ich habe die Zeit mit Franka sehr genossen, viele Bilder vor Augen gehabt und darin für mich ein ganz bestimmtes Puzzleteil gefunden.
Zudem habe ich für mich entdeckt, dass ein Ausflug ins Genre Frauenliteratur doch ab und an ganz gut tut. Ich habe dieses Genre nun seit einigen Jahren gemieden, da mir eben in fast allen Romanen zu viel rosarot gemalt wurde, grundsätzlich ein übertriebenes Happy Ends zu finden war und ich wenige Parallelen mit dem echten Leben finden konnte.
Genau dies fand ich fast in allen Frauenromanen, hier glücklicherweise nicht. Anstelle davon dafür eine Menge Realität und Plausibilität voller zart aufgetragenem Gefühl.
Luisa Preyß hat mich wirklich begeistert durch ihren klaren Blick in das Frauenleben und ich freue mich auf den Monat März, denn da erscheint ihr zweiter Roman „Wie wende ich meine Mutter?”.
Zum illustrierten Artikel: http://literatwo.wordpress.com/2013/01/04/am-dienstag-kommt-das-gluck-luisa-preys/
Rezension vom 25.11.2012 (24)
Unbestimmte leben länger – ist das wirklich so?
Literatwo wollte es ganz genau wissen und freute sich riesig auf den zweiten Teil “Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“.
Bereits im Winter des letzten Jahres pirschten wir uns an die Bestimmung heran. Der Spannungsbogen wurde immer straffer und die Erwartungen stiegen. Der Roman wurde von Anfang an gehypt und es führte kein Weg daran vorbei.
Gemeinsam mit Beatrice Prior mussten wir eine lebenswichtige Entscheidung treffen.
Eine Entscheidung fürs Leben – Ken, Candor, Amite, Ferox oder doch Altruan – welcher Franktion wollen wir angehören, wo wollen wir unser neues Zuhause finden.
Wir haben uns durch die Bestimmung gekämpft, ja gekämpft. Diskussionsbedarf ohne Ende bescherte uns die Protagonistin Beatrice, Tris genannt. Letztendlich haben sich die Bestimmungsfesseln um uns gelegt und wir waren gefangen.
Mit diesen Worten endete unsere Rezension – Letztendlich hat uns die Bestimmung bestimmt und Literatwo freut sich mehr als das auf die Fortsetzung. Wir sind froh diesen Roman gemeinsam gelesen zu haben.
Und wo stehen wir heute? Unsere Sichtweise hat sich verändert und die Bestimmung hat enorm viel bewegt, sie kann ganze Trennungen, aber auch neue Verbindungen schaffen.
Endlich. Vorfreude machte sich breit, als der zweite Teil in meinen Händen lag. Endlich. Zurück zu Tris und Four, zurück in den Kampf zwischen den Fraktionen. Das packende Finale noch im Kopf, fand ich mich im Flüchtlingszug zwischen den beiden Hauptprotagonisten und ihren Anhängern wieder.
Die Bestimmung – Krieg der Fraktionen
Der verbitterte Kampf ist noch nicht vorbei, denn die Ken sind agressiv und wollen die Macht an sich reißen. Die Fraktion Altruan zerstören, so lautete ihr Ziel. Mithilfe von Simulationen schafften sie es, Ferox-Soldaten zu manipulieren und diese als wirkungsvolle Waffen einzusetzen.
Tris und Four konnten sich retten, die Hebel für kurze Zeit stoppen und flüchten sich nun zu den Amite. Das Hauptquartier soll sicheren Unterschlupf für alle Flüchtlinge, egal aus welcher Franktion, bieten. Einzige Bedingung ist es, die dort vorgeschriebenen Regeln zu beachten.
Doch die Ruhe vor dem Sturm hält nicht lange, denn die Ken sind auf der Suche nach dem Paar und haben schnell Erfolg. Für Tris und Four beginnt eine Flucht und gleichzeitig ein Kampf, denn der Krieg hat gerade erst so richtig begonnen. Aber auch ein innerlicher Kampf beginnt, denn Tris muss für sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht, wen sie liebt und für wen sie kämpfen möchte. Sich selbst darf sich dabei nicht verlieren und gerade für sie als Unbestimmte gibt es einige Hindernisse zu überwinden.
Unbestimmte sind ein Dorn im Auge der Ken, von ihnen geht die wohl größte Gefahr aus und deren Leben sollten schnell beendet werden. Unbestimmte sind besonders, unbestimmte sind geschickt, unbestimmte sind bestimmt anders, aber leben sie dadurch auch länger?
Die Bestimmung – dystopische Cover
Spannung, Action und Brutalität pur. Aber, aber, aber.
Wir haben schon viele Trilogien gelesen wie ihr wisst und es ist immer entscheidend, wie eine Trilogie beginnt. Im ersten Band haben wir aufgrund einiger Plausibilitätsprobleme gekämpft und konnten nicht in den höchsten Tönen schwärmen. Teil zwei beginnt ohne Rückblende und setzt mitten im Geschehen ein. Eine Rückblende wäre sehr hilfreich gewesen, denn es war uns, als ob wir überhaupt keine Erinnerungen mehr hatten. Nach und nach erarbeiteten wir uns die groben Bestimmungszusammenhänge und stellten schnell fest, dass bei uns nur wenig haften geblieben ist.
Ein merkwürdiges Gefühl für uns, das wir so noch nicht hatten. Der Einstieg fiel also wirklich schwer und war mehr als zäh. Das plötzliche Auftauchen von Charakteren die im ersten Band nur schwach gezeichnet waren, verunsicherte uns. Ganze drei Personen haben sich in uns verankert, wobei eine davon, Four, nun ausschließlich unter seinem richtigen Namen, Tobias, auftauchte. Dies wirkte sehr befremdlich und auch die nach und nach eingeschobenen Rückblenden konnten uns keine sichere Leseatmosphäre zaubern.
Positiv ist allerdings das sofortige Anknüpfen an den Vorgängerroman, ohne dass eine Zeitspanne dazwischen liegt. Dies mag ich sehr.
Der Spannung ist es geschuldet, dass ich mich aus dem Buch nicht befreien konnte. Die Bestimmungsfesseln legten sich erneut um mich, auch wenn ich alleine in den Kampf ziehen musste. Tris beeindruckte mich mit ihren Handlungen, brachte mich aber auch zum Verweifeln mit ihrer Art und der inneren Unsicherheit. Sie war mit sich nicht mehr im Reinen, ihre feste Verankerung löste sich und ihr persönliches Ziel verlor die Konturen. Und doch spielt sie für sich und ihre Begleiter die harte Frau, kehrte ihre starke Seite nach außen. In ihr allerdings toben Trauer, Schmerz und eine große Portion an Schuldgefühlen.
Teil zwei ist, wenn es um die Vorhersehbarkeit geht, absolut nicht vorhersehbar, jede Seite öffnet neue Ausgangspunkte. Wem der erste Band zu brutal und blutig war, dem möchte ich mit auf den Weg geben, dass diese noch steigerbar ist. Kampfszenarien und gewaltsame Handlungen stehen auf der Tagesordnung. Was mit einem leichten Training begann, wandelt sich jetzt in einen erbarmungslosen Kriegsschauplatz.
Die Bestimmung – strudelhafte Fraktionsvermischungen
Die Liebe und die Emotionenhaben in der gewaltigen Kriegslandschaft wenig Platz und durch charakterliche Veränderungen, bekommen Gefühle einen Dämpfer und kapseln sich immer mehr ab. Tobias und Tris kommen innerlich kaum dazu, Erlebtes zu verarbeiten und vor allem über ihre Gedanken miteinander zu reden. Dies reißt eine Kluft zwischen beide, die durch Lügen und Geheimnissen geprägt ist.
Andere Charaktere die sich nach und nach in Erinnerung brachten oder denen ich einfach eine neue Chance gab, überraschten mich sehr. Diese Überraschungseffekte waren grandios und gut in die Handlung eingebaut. Nachvollziehbar eben. Überhaupt gab es kaum Stellen im Roman, in denen die Spannung abflachte. Dadurch konnte ich nicht aufhören zu lesen.
Allerdings verspürte ich immer wieder eine Unsicherheiten der Autorin, welche sie durch Füllsätze und möglichst viele Handlungsplätze und Ereingnisse zu überspielen versuchte. Es fühlte sich so an, als ob das Trilogiekonzept nicht wirklich gibt. Auch der dritte Band ist noch in Planung und es liegen spürbar große Zeitabstände zwischen den Veröffentlichungen. Bei anderen Trilogien, beispielsweise Shades of Grey, merkt man von Anfang an, dass es ein umfangreiches Konzept gab und keine Ungewissheit oder lange Wartedauer herrschte.
Die Bestimmung – Veronica Roth
In höchsten Tönen schwärmen kann ich dennoch wahrlich nicht, da sich mir immer wieder Fragen stellten, die ich nicht plausibel beantworten konnte. Auch das Ende des Romans ließ mich einiges erahnen, aber es riss mich völlig aus meinem Bestimmungszusammenhang. Gerade dieser Cliffhanger lässt mich zögern und löste in mir keine Vorfreude auf den dritten Teil aus.
Meinem Gedankengrundgerüst fehlen ein paar sichere Bestandsteile, um mir logisch zu erklären, was Veronica Roth damit erreichen möchte, wie sie weitermachen will. Statt mich zu freuen, suchte ich im Roman immer mehr nach plausiblen Punkten und wichtigen Antworten.
Aktives Lesen sind wir Literatwos mehr als gewöhnt und wir stellen uns weitaus breitgefächerten, vielschichtigeren Romanen. Aber hier gab es einen gewaltigen Bruch, der auch uns als Team betraf. Ich las alleine weiter und brauchte nun dringend einen Gesprächspartner der mir die Augen öffnen kann. Diskussionsbedarf machte sich erneut breit und ich konnte die Bestimmung nicht einfach auf Seite legen und in ein neues Buch tauchen.
Literatwo meets his & her books – eine bestimmende Verbindung gründete sich. Auch Steffi stellte sich dem zweiten Teil der Bestimmung und begab sich in die tödliche Wahrheit. Auch sie konnte den Roman nicht beiseite legen und beschrieb in ihrer Rezension ebenfalls kritische Punkte. Dies veranlasste mich ihr zu schreiben, mich auf die Suche nach einer Gesprächspartnerin zu machen mit der unplausible Punkte besprochen werden können.
Die Bestimmung – Bloggerfraktion
Gesucht und gefunden haben wir uns und tauschten uns in einem großen Dialog aus. Eine Win-Win-Situation für uns beide, da sich einige unklare Fäden in Luft auflösten, genauso aber auch einige Fäden dazu kamen, die einer von uns beiden so noch nicht betrachtete.
Bei unseren Gesprächen entdeckten wir, dass wir weiblichen Leserinnen eine große Gemeinsamkeit haben. Unsere männlichen Lesepartner haben sich nicht in den Kampf begeben und die Bestimmung schlicht und ergreifend abgebrochen.
Warum das so ist?
Kay und Arndt kennen und nennen die Gründe:
Kay von his & her Books sagt: Mich konnte der Einstieg in ‘Die Bestimmung’ nicht überzeugen. Ich habe abgebrochen, weil ich von Anfang an keine Verbindung zu Beatrice, der Hauptprotagonistin, aufbauen konnte und sie mir ganz einfach nicht sonderlich sympathisch war. Mit ihrer Naivität wurde dann der Bogen für mich überspannt und ich wurde nicht mehr wirklich warm mit ihr. Die Grundidee fand ich an sich ganz gut. Allerdings hat mich die Umsetzung nicht vollends überzeugen können und somit hat mich das Buch auch nicht gefesselt. Die Story, vor allem die übertriebene, unwirkliche Darstellung der Fraktionen waren nicht allzu anziehend. Auch was ich bisher über die Fortsetzung gehört habe, klang für mich nicht, als ob mich die Reihe noch überzeugen wird…
Arndt sagt: Die Autorin hat es in meinem Fall nicht geschafft, mich in den zweiten Teil ihrer Trilogie mitzunehmen. Ungereimtheiten im ersten Band konnten noch durch viele Gespräche zwischen Bianca und mir halbwegs beseitigt werden, als ich aber dann in der Fortsetzung realisierte, wie wenig mir die aufgeführten Protagonisten sagten und ich zusätzlich das Gefühl hatte, den ersten Teil nicht gelesen zu haben, da schwante mir Böses.
Die Fraktionen sind nur durch Schlagworte recht oberflächlich voneinander differenziert und die handelnden Personen driften ebenso naiv wie klischeehaft gezeichnet durch den Roman. Spannung baute sich für mich nicht mehr auf, da ich den Bezug zu den Personen verloren hatte, die hier plötzlich an der Seite von “Four” und “Tris” im Vordergrund standen.
Weder in den “Tributen von Panem”, noch bei “Die Flucht” oder anderen Trilogien ist mir vergleichbares passiert. Ich habe eigentlich nicht abgebrochen – und schon gar nicht “schlicht und einfach”. Veronica Roth hat mich im Regen stehen lassen. Ein Cliffhanger ohne Klippe funktioniert eben nicht und wenn derjenige der hängt sich nicht im Herzen des Lesers verankert, dann lässt man es besser sein und widmet sich den ungelesenen Schätzen in unmittelbarer Nähe.
Die Bestimmung – unbestimmtes Miteinander – bestimmtes Gegeneinander?
Literatur verbindet, Literatur öffnet neue Welten, Literatur schafft neue Verknüpfungen im Bücherleben.
Und nun? Durch die Bestimmung haben wir neue Buchfreundschaften geschlossen und zeigen auf, was für Wellen sich um einen Roman bilden können.
Die Männer haben uns Frauen in Sachen Bestimmung das Leseruder überlassen und begründet, warum sie uns in diesem bestimmten Fall nicht zur Seite stehen können. Uns bleibt nichts anderes übrig, als deren Entscheidungen zu akzeptieren und als Frauenteam in den dritten Band einzusteigen.
Die Blogverknüpfung mit his & her books, deren Leidenschaft im Genre Fantasy & Dystopien aus dem Jugendbereich liegt, hat uns sehr bereichert. Es hat riesigen Spaß gemacht, lange Diskussionen zu führen und nun mit einem anderen Lese- und Bloggerpärchen in Verbindung zu stehen.
Wir denken, dass wir euch mit einem breiten Meinungsband und auch kritischen Äußerungen aufzeigen konnten, wieviel Spaß es macht, sich zu verbünden und zwischen den Seiten jede Menge Bestimmungsstoff zu sammeln und in der Welt der Literatur nie alleine zu sein.
Ein ganz großes DANKE an his & her books von uns Literatwos und wir freuen uns, auf die nächsten buchigen Verbindungen.
Zum illustrierten Artikel: http://literatwo.wordpress.com/2012/11/25/unbestimmte-leben-langer/
Rezension vom 21.11.2012 (19)
Beim Lesen entstehen Bilder, Bilder die wir versuchen genauso umzusetzen, wie wir sie vor unserem Auge sehen. Kuckucksmädchen hatte ich noch nicht mal richtig in der Hand, da legte ich es auch schon wieder beiseite, denn ein Bild musste einfach erstellt werden. Bereits auf der zweiten Seite, begegnete mir dieses wundervolle Zitat: „Ein ganzes Bett voller Zeit“.
Jonathan bringt Wanda sonntags das Frühstück ans Bett und sagt dies zu ihr, wenn er sie im Bett vorfindet, mit den Seiten ihrer Tageszeitung um sicher verteilt. Sprachlich schleicht sich der Roman sofort in mein Herz. Wanda allerdings ist ein schwieriger Charakter, mit dem ich mich von Seite zu Seite mehr versuchte anzufreunden.
Wanda ist 30 Jahre und beginnt von einer Sekunde auf die andere ihr Leben in Frage zu stellen. Ihr wird es zu eng, obwohl sie eigentlich seit drei Jahren mit Jonathan eine glückliche Beziehung führt. Dies dachte sie eigentlich. Nichts steht einer gemeinsamen Zukunft im Weg. Durch den Tod ihrer Großeltern, deren Wohnung sie gerade ausräumt, hat das Paar die Möglichkeit sich dort gemeinsam einzurichten. Jonathan möchte Kinder mit ihr und er möchte sie heiraten. Doch genau dieser Punkt, lässt Wand einen großen Schritt zurückgehen und es gibt Streit. Aber auch ihr Alter bringt sie ins Grübeln, die Vergänglichkeit, welche eine ungerechte Sache ist, wie sie findet.
Kuckucksmädchen – Wanda so sprunghaft wie ihr Herz
Der Alltag nimmt ihr eindeutig zu viel Platz ein, ihr fehlt die Frische aus der Anfangszeit mit all ihren liebevollen Facetten und auch ihr Herz scheint sich nicht mehr sicher zu sein, ob er der Mann ihres Lebens ist. Die zunehmenden Pärchenabende langweilen Wanda und die Tatsache, dass im Freundeskreis immer mehr Nachwuchs das Licht der Welt erblickt, macht sie zweifelnd und nachdenklich. Vielleicht ist Jonathan ihre falsche Option, vielleicht rauben sie sich gegenseitig die Zeit, Wanda umhüllt sich selbst immer mehr mit Unsicherheit.
Zukunftsweisende Entscheidungen muss Wanda treffen, die Flucht davor, scheint ihr zum jetzigen Zeitpunkt die geeignetste. Wehmütig schaut sie auf ihre Vergangenheit zurück, ihr beschwingtes Leben vermissend. Hätte sie heute vielleicht ein anderes Leben, wenn sie mit einem ihrer Exfreunde noch zusammen wäre?
Kuckucksmädchen – wie ein Puzzleteil in der falschen Schachtel
Wanda beschließt eine Art Projekt durchzuführen und nimmt mit ihren ehemaligen Freunden Kontakt auf. Sie möchte wissen, wie es ihnen geht, wie sie leben und ihre Zukunftswege malen wollen. Bei ihren Begegnungen ist sie immer wieder im Dialog mit ihrem Herz und beide wissen, dass die Wege und Leben, gegen die sie sich entscheiden, begrenzt sind.
Sie weiß nicht was sie will, doch was sie nicht will, ist ihr bewusst. Sie möchte nicht in einem Nest wohnen, was funktioniert, wie alle anderen Nester in der Stadt und vor allem kein Bullerbü-Zuhause.
Kuckucksmädchen Wanda beginnt von Nest zu Nest zu fliegen und fragt sich, ob sie noch reinpasst. Sie lässt ein paar Federn und fliegt weiter.
Kuckucksmädchen – Nestflug
Wanda steckt voller Zweifel und ist sich bewusst, dass der Mann, mit dem sie zusammen zieht, mehr ist, mehr sein muss. Es ist die Wohnung ihrer Großeltern, es ist die Fortsetzung, es ist eine Ansage.
Eva Lohmann hat mich mit ihrem Schreibstil total gefesselt. Wundervolle magische Zitate fließen von allen Seiten in den Haupthandlungsstrom hinein. Poetisch, kräftig, malerisch wie auch direkt. Ihre Protagonistin Wanda allerdings ist ein Charakter der wohl nicht jedem Leser liegt. Zudem ordne ich ihren Roman als absoluten Frauenroman ein. Nicht im Sinne von Unterhaltungsfrauenroman, sondern als Roman der besonders den weiblichen Leserinnen nah gehen soll. Mir gingen Wandas Gedanken sehr nah, denn täglich werden neuen Entscheidungen von uns allen abverlangt, vor allem in Sachen Beziehung und Familiengründung.
Kuckucksmädchen – Eva Lohmann
Auch die Auflösung der Wohnung ihrer Großeltern und die damit verbundenen Gedankengänge, sind emotional und machen nachdenklich. Ihr ganzes Werk regt zum Nachdenken an und lässt innehalten, zurückblicken und einen schwachen Blick nach vorn wagen. Der Dialog mit dem Herz, bringt die nötigen Lockerungen und regt ab und an trotz verzwickten Situationen zum Schmunzeln an. Eine gute Brücke, um alle Entscheidungswege zu verbinden.
Ich hätte mir allerdings gewünscht, mehr von Jonathan zu erfahren. Er war mir zu blass gezeichnet, er war mir persönlich bei all dem was ihm passierte, zu passiv. Wenn ich eine Person liebe und das über alles, dann kämpfe ich, dann suche ich das Gespräch, dann möchte ich Klartext.
Kuckucksmädchen – einmal, zweimal, dreimal – magischer Klingelrhythmus
Kuckucksmädchen, erschienen im Piper Verlag, lässt mich weiter denken. Eva Lohmann hat mich mit ihrem Sprachstil bewegt und mir mit ihrem Roman auch ein tiefes Eintauchen in mich selbst erschaffen. Die sechs langen Kapitel sind jeweils mit Zitaten verziert, welche an sich bereits schon nachdenklich machen. Ihr Nachwort ist magisch und diese macht mir zudem die Autorin selbst, sehr sympathisch.
Kuckucksmädchen – nachdenken, entscheiden, zweifeln, leben, lieben, den Schritt wagen.
Zum Illustrierten Artikel: http://literatwo.wordpress.com/2012/10/23/eva-lohmann-kuckuckmadchen/
Rezension vom 21.11.2012 (17)
Endlich.
Es ist soweit, Teil drei ist da. Meine innere Göttin freute sich ausgiebig auf die befreite Lust, da Teil zwei, gefährliche Liebe, mit einem starken Cliffhanger endete. Mein Unterbewusstsein malte sich immer wieder aus, was wohl als nächstes passieren wird.
Schafft es Autorin E. L. James wirklich, sich nach diesem mehr als spannungsgeladenen zweiten Teil noch zu steigern?
Rezension in Worten und Bildern über gefährliche Liebe gibt es unter (FSK 18) Achtung es geht um SEX – Teil zwei.
Den letzten Teil einer Trilogie zu rezensieren, fällt oftmals schwer, da man versuchen sollte, so wenig wie möglich zu verraten. Einige Inhaltsangaben gehören dazu, denn nur um den im wahrsten Sinne des Wortes heißen Brei zu reden, ist zu wenig.
Üblicherweise lese ich Rezensionen zu Folgebänden immer erst, wenn ich das Buch bereits gelesen habe. Allen Shades of Grey Jungfrauen empfehle ich an dieser Stelle: (FSK 18) Achtung es geht um SEX.
Entscheidet also selbst ob ihr weiterlesen wollt oder nicht.
Shades of Grey – Handschellenliebe
Den Cliffhanger im Kopf, schlage ich vorfreudig das Buch auf und stürze mich in die prickelnde Welt von Christian Grey und Anastasia Steel. Doch stopp, was ist hier los? Erwartete ich eine spannende Fortsetzung in der es packend weitergeht, werde ich enttäuscht und bin gleichzeitig erstaunt. Nein, es geht nicht dort weiter, wo Teil zwei endete, nein, falsch, ganz falsch. Aber es gibt eine Namensänderung, denn ich finde Anastasia Steel, kurz Ana, ab sofort unter dem Nachnamen Grey wieder.
Las ich doch gerade erst von dem Antrag im zweiten Teil, lese ich jetzt von der vollzogenen Hochzeit. In gedanklichen Rückblicken Anas, kann man allerdings an dieser auszugsweise noch teilnehmen, was ehrlich gesagt auch vollkommen ausreichend ist. Die innere Götting ist wieder mit dabei, auch das Unterbewusstsein und es wäre irgendwie auch schade, wenn beide nicht mit an Bord wären. ;-)
Shades of Grey – Mrs. & Mr. Grey
Ana und Christian sind an Bord der Flitterwochenjacht und aalen sich in der Sonne. Beide verliebt über beide Ohren. So verliebt, dass es fast schon nervt und man es nicht mehr lesen mag. Christian ich liebe dich, Ana ich liebe dich, Mrs. Grey, Mr. Grey, ich kann nicht ohne dich, du bist mein ein und alles, verlass mich nicht und wieder ich liebe dich.
Dazwischen und währenddessen gibt es wilden Sex, der so ausgiebig und berauschend und unbeschreiblich gut ist, dass es kaum noch Steigerungen gibt. Irgendwann haben es nach über 200 Seiten „Ich liebe dich“ alle begriffen, dass sich beide lieben. Auch der Sex ist irgendwann nach gefühlten hunderttausenden Malen Sex, eben genau dieser Sex. Anas Naivität möchte ich bei der Aufzählung nicht vergessen. Diese ist mehr als ausgeprägt, genau wie Christians Kontrollfreakrolle. Eine Steigerung der Steigerung war kaum noch möglich.
Shades of Grey – Lustspiele
Zudem kamen mir beide Protagonisten ab und an sehr fremd vor. Eigentlich müssten sich beide nun langsam in einigen Lebensphasen kennen und irgendwie vertrauter miteinander umgehen. Doch ebendiese Vertrautheit, die in Teil zwei zu spüren und auf dem Weg des Wachsens war, kam mir vergessen vor. An einigen Stellen wirkte es so, als ob sich beide gerade erst getroffen habe.
Ganz laut schreien half da etwas. Meine armen Nachbarn sag ich da nur, mein Geduldsfaden wurde mächtig strapaziert.
Gefühlte 300 Seiten habe ich mich gelangweilt, aber dennoch nicht ans Aufgeben gedacht. Ich hatte noch offene Fragen an die beiden oder besser gesagt an Christian. Seine Vergangenheit hat mich hauptsächlich von Teil eins an interessiert und kurz vor dem Ziel, habe ich nicht ans Aufgeben gedacht. Dennoch habe ich mich mit überblättern der Sexszenen und dem oberflächlichen Lesen der langatmigen Stellen, schneller ans Ende gekämpft.
Shades of Grey – harte Reize
Als ich wirklich mit meiner Geduld am Ende war, kam der Knackpunkt im Roman und meine Aufmerksamkeit kam zurück. Es wurde spannend und der Cliffhanger aus Teil zwei wurde, wenn auch nicht so grandios, wieder aufgegriffen. Mir kam es so vor, als ob sich Frau James genau da erinnert hat, dass doch noch was offen war, was fortgesetzt werden sollte und das es bisher an Spannung fehlte.
Die letzten 300 Seiten las ich wirklich wie im Flug und gab mich den überschlagenden Ereignissen hin. Endlich kam der unterhaltsame leicht krimihafte Roman wieder, den ich in Teil zwei so geliebt habe.
Das verliebte Ehepaar wurde gleich intensiv auf die Beständigkeit der Ehe geprüft, da fiese Machenschaften und Intrigen bewältigt werden mussten. Auch untereinander gab es einige Probleme, die mit Christians Vergangenheit zu tun haben. Die ständig wechselnden Facetten Christians spielten dabei eine große Rolle. Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt, ist alles sorgsam verwoben bis zum Schluss.
Shades of Grey – E.L. James
Das große Rätsel um Christians Kindheit wurde gelöst, alle offenen Fragen beantwortet, so wie es für einen Trilogie-Abschluss wünschenswert ist. Positiv war außerdem, dass sich am Ende wirklich viele Emotionen ans Tageslicht gekämpft haben und sogar Poesie zu finden war, die es schaffte, tief an mich heranzukommen, da ich selbige Worte nachvollziehen kann.
„Es waren himmlische drei Wochen, …. Als wären wir in unserer eigenen kleinen Blase gewesen. Morgen geht’s zurück in die Realität…“
Das Ende näherte sich in großen Schritten und ich war überrascht, als es plötzlich vor mir stand. Der Grund für diese Überraschung wer der, dass immer noch 60 ungelesen Seiten bis zum Buchdeckel in meinen Händen lagen. Zwei Boni auf diesen Seiten erfreuen das Shades of Grey Leserherz, mehr möchte ich hier nicht verraten.
Und nun? Die Ära Shades of Grey endet und ich bin dennoch froh, Ana und Christian kennengelernt und auf der Welle mitgesurft zu haben. Auch wenn es ab und an zum Haare raufen war, war die Faszination konstant vorhanden.
Geheimes Verlangen erwachte und ich fühlte mich gut unterhalten. Die gefährliche Liebe steigerte das geheime Verlangen in sehr gute Lektüre und wäre die befreite Lust noch befreiter gewesen, wäre sie nicht nur gut, sondern sehr gut.
Shades of Grey – Trilogie
Der absolut optische, wie auch haptische Hingucker war wirklich der erste Teil, welcher noch ein Loch im Buchdeckel hatte. Teil zwei und Teil drei hatten dieses leider nicht mehr und bei einigen Exemplaren fehlt sogar der Goldmann Schriftzug auf dem Cover. Dies ist wohl nicht nur dem schnellen Nachdruck geschuldet, sondern auch eine Kostenfrage gewesen, denken wir. Oder aber die Mitarbeiter des Verlags hatten keine Lust mehr bei tausenden Büchern eine Loch-ins-Cover-schneid-Nachtschicht einzulegen. ;-)
Über diese Tatsache hatten wir ein herrliches aufschlussreiches Gespräch mit einer Verlagsmitarbeiterin auf der Buchmesse in Frankfurt. Zudem kann es passieren, dass die Ära doch noch nicht völlig abgeschlossen ist, da Autorin E.L. James an einem vierten Teil schreibt.
Wir lassen uns überraschen und schauen uns um, welche FSK 18 – Achtung es geht um SEX Themen nach uns rufen.
Abwechslungsreich soll Literatwo sein und dazu gehören alle Seiten, also dran bleiben.
Zum illustrierten Artikel: http://literatwo.wordpress.com/2012/11/06/fsk-18-achtung-es-geht-um-sex-teil-drei/
Rezension vom 21.11.2012 (11)
Gar nicht viel Zeit ist vergangen, seit ich Teil Eins der Tetralogie gelesen habe.
Dark Angels´ Summer- Das Versprechen – ein grandioser Auftakt der Autorinnen Kristy und Tabita Lee Spencer. Wer noch nicht weiß, welche erfolgreichen Autorinnen hinter den Pseudonymen stecken, sollte das Interview lesen, in dem wir das Geheimnis um die Spencer-Schwestern lüften.
Wir haben uns gefreut, beide Autorinnen bereits persönlich getroffen zu haben. Auf der Buchmesse in Frankfurt sind uns beide hinter gestürmt, um uns kurz kennenzulernen und über ihre Werke zu reden.
Großer Dank nochmal von uns, dass ihr uns im Messetrubel gesichtet habt :-)
Dark Angels´ Fall – ein Auszug aus dem Roman
Whistling Wing – Dawna und Indie hoffen darauf endlich ein wenig zur Ruhe zu kommen, denn nachdem Sam Rossell endlich besiegt ist, müsste vieles anders und besser werden.
Doch bereits jetzt ahnen die Beiden, dass der Schein Trügt, denn seit der Begegnung mit dem Bösen auf dem Friedhof, ist Miley verschwunden. Dawna hält es nicht ohne ihn aus und möchte alles tun, um ihre große Liebe wieder zu sehen. Beiden Mädchen schwant nichts Gutes. Das einzig Positive seit dem Geschehnis auf dem Friedhof, ist das Verschwinden von Shantani, dem Engelsguru und Liebhaber ihrer Mutter.
Diese allerdings ist zu Tode betrübt und scheinbar schwanger. Dawna allerdings hat nur Miley im Kopf und wird von Dusk, Shantanis Hund, gerettet. Dusk scheint nicht nur ein Wolf zu sein, wie beide schon seit Anfang an vermuteten. Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen, denn das Böse nähert sich Whistling Wing.
Dark Angels´ Fall – Friedhof, Engelstor & Raben
Indie und Dawna begreifen, dass sie zwar das Engelstor geschlossen haben, aber einige dunkle Engel sind noch immer frei. Beide haben jetzt im Herbst ihre Kraft der magischen 33 Tage verloren und müssen dringend einen Weg finden, um das Böse abzuwenden.
Zudem taucht Gabe auf und versucht Indie erneut den Kopf zu verdrehen. Auch der Kreis der Teilnehmer am Engelsseminar hat sich verändert, zwei neue Mitglieder sind dazu gekommen, die beiden Mädchen nicht geheuer sind und gut im Auge behalten werden müssen. Dawna und Indie sind von purer Gefahr umgeben und als beide erfahren, dass außer ihnen noch viele andere auf der Suche nach Miley sind, beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Dark Angels´ Fall – channelnde Engelsseminarteilnehmer
Was für ein spannungsgeladener Roman und dieser ist zum Glück nicht dünn. Es ist im wahrsten Sinne wieder abgefahren, in Whistling Wing zu sein und Dawna und Indie zu begleiten.
Grannys altes Haus ist jetzt eine reine Chaoscommunity, wie ich sie liebevoll bezeichnen möchte. Dass es die zwei Schwestern, umgeben von den vielen weiblichen Engelsanbeterinnen noch dort aushalten, liegt scheinbar wirklich nur daran, dass beide genügend eigene Probleme haben und ständig unterwegs sind. Es ist dennoch amüsant mit zu verfolgen, wenn die Frauen channeln und sich ihrem Engelskult hingeben.
Einfach genial, wieder in Whistling Wing zu sein. Dass ich mich in einem Roman, welcher ein totaler Mix aus Realität und Fantastik ist, so wohl fühle, kann ich ab und an selbst nicht glauben. Die Autorinnen wissen eben, wie sie ihre Leser unterhalten können und das Lesen macht einfach wahnsinnig großen Spaß.
Ein echtes Abenteuer an der Seite der zwei Mädels und das über hunderte von Seiten.
Dark Angels´ Fall – Spencer-Schwestern & Literatwo
Es ist wirklich praktisch, dass ich keine große Pause zwischen den zwei Bänden gemacht habe. Ich kann nun besser verstehen, dass viele warten, bis alle vier Bände erschienen sind.
Vor Spannung werde ich es aber wohl nicht aushalten und definitiv nicht warten, dennoch möchte ich begründen, warum es sich gerade in dieser Tetralogie anbietet. Komplett nahtlos geht Teil eins in den zweiten Teil über, als wenn kein Buchdeckel dazwischen wäre. Der Herbst schließt wie in der Natur sofort an den Sommer an, ein nahtloser Übergang. Bei den meisten Mehrteilern liegt noch eine Zeitspanne dazwischen, die Übergangsnaht ist spürbar.
Von mir aus könnte jetzt gleich der Winter in Whistling Wing beginnen, denn die zwei Mädels fehlen mir jetzt schon. Ihre zwei Charaktere sind einfach liebenswert und authentisch. Trotz den Geschehnissen, kommen weder Indie noch Dawna die positiven Lebensenergien abhanden, noch ihre umgangssprachlichen Ausdrucksweisen, welche in den Roman einfach perfekt passen.
Gerade die jugendliche Sprache bringt die Protagonisten nah an den Leser, der Wiedererkennungswert ist groß.
Dark Angels` Fall – Dark Angels´ Winter wird erwartet
Wie im ersten Teil wechseln sich die Erzählperspektiven wieder kapitelweise ab. Ob Indie oder Dawna, beide sind im Team einfach genial und es macht einfach Spaß, ihre Gedanken zu wissen, ihre Gefühle zu kennen und vor Ort zu sein.
Man merkt, dass Beate Teresa und Susanne Hanika ein perfektes Team sind, denn sonst wären wohl auch ihre Protagonistinnen nicht so ein perfektes Team.
Einfach genial, ich freue mich aufs weiter dark Angel´n ;-)
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