Eigentlich hat Pat nach seinem Psychiatrie-Aufenthalt nur eins im Sinn: seine Frau Nikki zurückzuerobern. Aber so sehr sie ihn auch beschäftigt, zu Gesicht bekommt er sie nicht. Und dafür gibt es gute Gründe.
Stattdessen ist da Tiffany, die Schwägerin seines besten Freundes. Sie ist verwitwet, depressiv, nymphoman und läuft ihm beim Joggen hinterher. So beginnt die skurrile Freundschaft zwischen zwei Außenseitern, die beide fest an ein Happy End im Leben glauben.
Meine Meinung:
Silver Linings von Matthew Quick hat mir recht gut gefallen. Man wird gleich am Anfang in den Plot hineingeworfen, ohne zu wissen wer Pat Peoples ist und was in seinem Leben bisher passiert ist und auch der Herr selbst kann dem Leser nicht wirklich helfen, da er sich an die letzten vier Jahre seines Lebens nicht erinnert.
Also erfährt der Leser gemeinsam mit Pat je Kapitel mehr und mehr und auch den Protagonisten und die Leute um ihn herum kennen.
Mir hat gefallen, dass auf diese Weise die Menschen nicht selbstverständlich eingeführt wurden, sondern wir auch gleichzeitig mehr über Pats Familie und Freunde erfahren haben. Das Buch ist voller Figuren mit verschiedenen Zügen, wobei sie aber dennoch echte Menschen blieben, die auch bei uns um die Ecke leben könnten.
Das hat mir gefallen, wobei mir die Sprache nach einer Weile irgendwie zu einfach war. Ich kann es mir selber nicht erklären, da sie mir am Anfang noch gefallen hat.
Außerdem hatte ich auch Probleme damit, mit dem Lesen fließend voranzukommen.
Pat war mir ehrlich gesagt ein wenig zu optimistisch, sein ganzes Streben nach seinem Happy End mit Nikki hat mich sehr frustriert. Am liebsten hätte ich ihn gepackt und geschrien "Siehst du denn nicht, dass es aussichtslos ist!"
Deshalb mochte ich auch Tiffany so, weil sie das im Grunde getan hat. Tiffany versteht Pat wohl mehr, als seine Mom oder sonst jemand es je könnten, weil sie ebenfalls mit Problemen zu kämpfen hat, die seinen mehr oder weniger ähneln.
Das Ende hat es mir besonders angetan, weil es nicht Friede-Freude-Eierkuchen war, sondern ich das Gefühl hatte, dass Pat wieder in der Realität angelangt ist. Das Ende war der Anfang von Tiffanys und Pats gemeinsames Leben, da ihnen klar wurde, dass sie einander brauchen und gemeinsam ihre verkorkste Vergangenheit bewältigen und in die Zukunft schauen wollen. Und ich persönlich finde, dass das mehr zu bedeuten hat als jedes "Ich liebe dich".
Silver Linings ist ein gutes Buch für zwischendurch. Ich habe es gern gelesen, auch wenn es zeitweise recht langatmig war. Mir hat sehr gefallen, wie der Autor mit verschiedenen Elementen gespielt hat, die das ganze ein wenig pfiffiger gemacht haben. Man erfährt viel über die Denkweise des Protagonisten und die Entwicklung, die er durchmacht, führt das Buch zu einem guten Abschluss.