Hintergrundinformation:
„Cocktail für einen Vampir“ ist der 12. Band der Serie um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse. Charlaine Harris hat bereits auf ihrer amerikanischen Website bekannt gegeben, dass der nächste Band definitiv der letzte sein und am 07. Mai 2013 unter dem Titel „Dead ever after“ in Amerika erscheinen wird. Das zu lesen hat mich auf der einen Seite ein wenig traurig gestimmt. Auf der anderen Seite wird es aber auch für jede gute Heldin irgendwann einmal Zeit zu gehen. Ich hoffe, Charlaine Harris schafft es, einen Abschluss zu finden, der der Serie würdig ist. Ich würde mir eine gute Mischung aus Spannung, Humor, Action und natürlich ein Happy End für Sookie wünschen.
Inhalt:
„Cocktail für einen Vampir“ hat, meiner Meinung nach, auf jeden Fall eine gute Vorlage für ein packendes Ende der Serie geliefert. Es werden viele Fragen beantwortet, aber auch viele neue aufgeworfen. Sookies Verwandtschaft spielt eine sehr zentrale Rolle in diesem Band und bereitet ihr so manches Mal ordentlich Kopfzerbrechen. Generell geht es nicht so sehr um die Aufklärung des Mordfalls gemeinsam mit Bill Compton, sondern darum, wie Sookie mit all den Problemen klarkommt, mit denen sie gleichzeitig konfrontiert wird. Es gibt so viele Baustellen in ihrem Leben, mit denen sie fertig werden muss, dass es ein Wunder ist, dass sie überhaupt noch die Kraft hat, zu kämpfen. Gegen ihre Feinde allerdings mehr, als um ihre Liebe zu Eric.
Sookies Beziehung:
Man hat nicht das Gefühl, dass sie alles dafür tun, um ihre Beziehung zu retten. Im Gegenteil – es wirkt eher so, als würden beide versuchen sich gegenseitig die Schuld am eventuellen Scheitern in die Schuhe zu schieben. Ob eine erneute Veränderung in Sookies Liebesleben ins Haus steht, lässt sich jedoch nur vermuten. Ich sehe ja heimlich schon seit vielen Bänden jemand anderen an Sookies Seite. Sozusagen ihre wahre Liebe und ihren Seelenverwandten. Ich bin gespannt, für welche Richtung sich die Autorin entscheiden wird.
Sookies Feinde:
Im Kampf gegen ihre Feinde wirkt Sookie mittlerweile recht abgebrüht und fast schon kaltherzig. Nach allem, was sie in den vorherigen Bänden in ihrem Leben durchmachen musste, halte ich diese Tatsache jedoch für sehr realistisch. Kein Mensch würde in ihrer Situation noch den Mut, den Willen und die Kraft haben, weiterzuleben, wenn sie das alles emotional so nah an sich heranlassen würde.
Nähe zur Realität:
Das ist für mich das wirklich Besondere an dieser Reihe. Obwohl es die zahlreichen Supra-Arten in der Welt der Sookie Stackhouse gibt, und sich immer mehr von ihnen outen, bewahrt die Autorin in jedem einzelnen Band immer noch ein wenig Nähe zur Realität. Sookie versucht oft schon fast krampfhaft an ihrem ganz normalen und gewohnten Alltag festzuhalten, um nicht vollkommen den Boden unter den Füßen zu verlieren. Solche Szenen, in denen sie kocht, ihre beste Freundin Tara Zwillinge bekommt, oder sie ihren 28. Geburtstag mit ihren Freunden feiert, sind allerdings eine sehr schöne Abwechslung zwischen den ganzen Intrigen und den Kampfszenen.
Die Charaktere:
Glücklicherweise treffen wir wieder viele altbekannte und liebgewonnene Charaktere aus den bisherigen Sookie Stackhouse-Büchern wieder. Egal ob Eric, Bill, Sam, Alcide, Quinn, Pam, Tara und all die anderen, die zwischendurch auch kurz vorkommen. Schade, dass sie manchmal nur erwähnt werden, aber immerhin. Mehr Szenen mit Pam hätte ich schön gefunden. Ihr bissiger und etwas trockener Humor hat mir doch sehr gefehlt. Mit einigen Charakteren gibt es auch ein freudiges Wiedersehen nach längerer Zeit. Außerdem lernen wir ein paar neue kennen, die jedoch eher oberflächlich beschrieben werden.
Ausstattung:
Das Cover finde ich wieder sehr hübsch und gelungen und absolut perfekt zum Titel passend. Auch die Länge ist mit 428 Seiten genau richtig. Sookie Stackhouse-Romane lassen sich sowieso immer in einem Rutsch sehr schnell auslesen, aber man hat weder das Gefühl, dass die Story zu lang, noch zu kurz ist.
Fazit:
Dieser Band hat in mir absolute Vorfreude auf den letzten Band der Reihe geweckt, stimmt mich aber gleichzeitig auch ein wenig wehmütig, dass gleichzeitig auch die Zeit mit einer meiner drei absoluten Lieblingsserienheldinnen zu Ende geht. Dieser vorletzte Band um die, mittlerweile sehr erwachsene, Kellnerin Sookie Stackhouse ist spannend, emotional, nachdenklich und ab und zu auch ein wenig humorvoll. Es hat mich sehr fasziniert, die vielen Veränderungen in ihrem eigenen Leben und in ihrem Familien- und Freundeskreis mitzuerleben. Ein absolutes Muss für jeden Sookie-Fan!