Rezension vom 19.05.2012
(8)
Warnung: Achtung Spoiler!
Noch nie habe ich - natürlich im Nachhinein - eine bessere Buchbeschreibung gelesen: "Ein bittersüßer Roman über Freundschaft und Tod. Über das Festhaltenwollen. Und über das Leben."
Ich habe dieses Buch innerhalb von einem Tag verschlungen – und ich hätte gestern Abend nicht schlafen können, wenn ich nicht fertig geworden wäre…bittere Tränen habe ich vergossen, weil Hannes (obwohl ich es von Anfang an irgendwie wusste) gestorben ist... Also hat auch mich die Hoffnung erwischt, dass ich mich täusche und alles gut wird. :-)
Für mich hat allein das Cover schon eine Bedeutung: erstens zeigt es die Blätter einer Kastanie, die immer wieder erwähnt wird in diesem Jahr zwischen Bangen und Hoffen – und es ist grün. Wer kennt nicht mehr den alten (Kinder-)Spruch „grün ist die Hoffnung“? Und was zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch – richtig, die Hoffnung! Jeder hofft irgendwas: Uli, dass Hannes wieder aufwacht und alles wieder so ist wie vorher. Die Mutter, dass ihr einziges Kind nicht stirbt. Der Vater, dass das Kind, das Nele erwartet, von Hannes ist. Die Freunde – zumindest ab und zu – dass Hannes stirbt…denn sie realisieren als erstes, dass, selbst wenn er aus dem Koma aufwacht, Hannes nie wieder der Hannes ist, den sie kennen. Sie erkennen als erstes – weil ihre Hoffnung die realistischste ist – dass Hannes schwer hirngeschädigt sein wird…
Selbst die ganzen Nebenschauplätze, das „Vogelnest“, die Geschichte um Frau Stemmerle und Florian und Ulis „Freundschaft“ zu der Nonne Walrika sind sehr liebevoll ge- und beschrieben. Und das Uli nach dem Tod von Hannes nicht mehr ins Vogelnest zurückkehrt, ist nur eine logische Konsequenz…denn er muss meiner Meinung nach erst den Tod seines besten Freundes erst verarbeiten, um andere wieder so nah an sich ranzulassen…
Wie ich schon geschrieben habe, ich liebe die Krimis von Rita Falk, die Eberhofer-Krimis…aber ich weiß seit „Hannes“, dass ich nicht nur da auf weitere Bücher warte – ich freue mich auf jedes Genre, über das Rita Falk schreiben wird.
Ich vergebe es selten – aber „Hannes“ bekommt von mir fünf Sterne!
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