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Rezension vom 21.05.2013 (1)
Wissen auf unterhaltsame Art und Weise vermitteln – geht so etwas? Ja, man sieht dies beispielsweise an zahlreichen Zeitreise-Romanen, bei denen man verschiedene Kulturen kennenlernen kann. Doch funktioniert diese Wissensvermittlung auch bei eher „trockener Materie“ wie z.B. Chemie, Physik und Mathematik? Wie zieht man eine schnurgerade Linie auf einem Marktplatz? Wie ermittelt man die Höhe eines Baumes? Dies und weitere Dinge gilt es in diesem Buch für die Leser herauszufinden.
ABENTEUER MIT ARCHIMEDES, PYTHAGORAS & Co. - versucht zumindest, diese Themen auf unterhaltsame Art und Weise zu vermitteln. Ob dies auch gelingt? Der Autor Michael Zeidler ist übrigens Fachmann auf diesem Gebiet – der in den USA lebende Autor ist nämlich selbst Wissenschaftler.
Das Cover:
Das gebundene Buch fällt schon durch seine Farbgebung auf. Ein Muster in Gelb und Orange, das recht edel wirkt, nimmt fast das gesamte Cover ein. Ein kleines weißes Feld mit Motiven, die zum Buch passen und sich im Buchinneren, sowie in den einzelnen Experimenten / Kapiteln wiederfinden, lockert das Ganze optisch auf. Die Motive bestehen unter anderem aus Formeln, aber auch den verschiedensten Gegenständen. Das blaue Vorsatzpapier, sowie das blaue Lesebändchen harmonisieren sehr gut mit dem Buchcover.
Die Handlung:
Es sind Sommerferien und der elfjährige Simon besucht seine Großeltern im fränkischen Wollebach. In diesem kleinen Dorf gibt es eine sagenumwobene Burgruine: Die Westerburg. Der naturwissenschaftlich interessierte Opa möchte seinem Enkel Wissen vermitteln, und das auf unterhaltsame Art. Und so stellt der Großvater Simon und seinen Freunden Tanja und Olli Aufgaben, die es zu lösen gilt.
Und so gründet Simon mit seinen Freunden Tanja und Olli einen Ritterorden - so nennen die Kinder sich fortan die Wollebachritter. Simons Großvater erklärt den drei tapferen Recken, dass nach einem tausendjährigen Schlaf die Westerburger erweckt wurden und nun, getarnt als ganz normale Bürger, in Wollebach leben. Sollte es den Freunden gelingen, die Aufgaben zu erfüllen, so können die Drei das Geheimnis um die Identität der Wollebacher lüften.
Und so erleben Simon, Tanja und Olli diverse Abenteuer, lösen Aufgaben und machen die Bekanntschaft mit der Silberfee von Wollebach, mit mysteriösen Sarazenenbäumen und mit Borkenkinn und vielen weiteren geheimnisumwitterten Personen.
Meine Meinung:
Mein Sohn, altersmäßig zur Zielgruppe der 13 bis 16jährigen gehörend, sieht sich gerne Wissenschaftssendungen im Fernsehen an, weshalb ich dachte, das Buch könnte seinen Lesegeschmack treffen. Leider wurden meine Erwartungen, trotz der tollen Idee und der Art der Umsetzung, nicht ganz erfüllt. Die Geschichte selbst ist sehr unterhaltsam und humorvoll geschrieben, die Idee eines Rollenspiels mit den Bewohnern eines Dorfes, fand ich einfach nur genial und witzig.
Einige der Kapitel waren sehr gut verständlich, bei anderen wäre es schön gewesen, hätte es einige ergänzende und erklärende Zeichnungen im Buch gegeben, denn nur mit Worten beschrieben wurde es mitunter etwas schwer nachvollziehbar.
Zum Cover kann man geteilter Meinung sein. Erkennbar als Buch für Kinder und Jugendliche ist das Buch erst auf den zweiten Blick. Andererseits würde ein zu kindgerechtes Cover die älteren Leser (in diesem Fall die Jugendlichen) doch eher abschrecken, weil es für sie zu „kindisch“ und damit auch „uncool“ wäre.
In zwölf Experimente wurde dieser Roman unterteilt. Jedes Experiment hat sein eigenes Kapitel. Zusammen mit den Freunden Simon, Tanja und Olli können die Leser versuchen, eine gestellte Aufgabe zu lösen, in der verschiedene Gesetzmäßigkeiten aus der Chemie, Physik und Mathematik ihre Anwendung finden – hier eine kurze Übersicht über die einzelnen Kapitel, bzw. Experimente (natürlich ohne dass ich die Lösung verrate):
Ausgehebelt – Was ist ein Hebel, welche Gegenstände eignen sich als Hebel? Im Alltag finden sich allerlei Gegenstände und oft sieht man gerade das Naheliegende nicht.
Eine anspruchsvolle Prinzessin – Hier dreht sich alles um die Optik, Lichtwellen und den Regenbogen. Und wie wohl ein Regenbogen von oben betrachtet aussieht?
Dihydrogen-Monoxid – Was sich wohl hinter diesem Begriff verbirgt? Oft klingt so manche chemische Bezeichnung gefährlicher als sie es in Wirklichkeit ist.
Verhältnismäßig - Wie kann man die Höhe eines Baumes feststellen und auch hier ist, wie so oft, die Lösung des Problems einfacher als man denkt.
Die Silberfee von Wollebach – Hier hat Pythagoras seinen Auftritt – leider entfällt viel Text auf Erklärungen, was durch einige Skizzen leichter nachvollziehbar gewesen wäre.
Albanische Salzberge – Wie trennt man unterschiedliche Materialien voneinander? Was sind Moleküle? Sehr schön und nachvollziehbar erklärt, wobei ich noch die ein oder andere Lösungsalternative gehabt hätte.
Müllognetisch – Magnetismus ist sicherlich ein besonders interessantes Thema, das hervorragend und verständlich erklärt wurde – wiederum verpackt in eine nette Geschichte.
Der Salzmacher – Kann man selbst Salz herstellen? Was ist ein Indikator und wie funktioniert er? Bei mir wurden da Erinnerungen an die Schulzeit wach.
Das Kupferarmband – Wie findet man bei drei gleich aussehenden Armbändern heraus, aus welchem Material sie bestehen?
Schummler – Eine der Wachen sagt die Wahrheit, die andere lügt. Mit welchen Fragen enttarnt man den Lügner? Romeo und Julia haben in diesem Kapitel eine kleine Rolle – und: man sollte nicht immer zu kompliziert denken, um an des Rätsels Lösung zu gelangen.
Fünf Minuten Wasser – Die Wollebachritter bekommen eine Aufgabe gestellt, bei der sie ohne moderne Hilfsmittel die Zeit messen müssen. Wird ihnen dies gelingen? Ein Experiment, das die Leser sicherlich auch praktisch umsetzen können. Ich persönlich hätte übrigens eine andere Lösung gewählt – welche das wäre, verrate ich natürlich nicht!
Elektrobrause – Hier wird das Kaugummikauen für Simon zu einem schmerzhaften Erlebnis, da ihm ein Missgeschick unterläuft...
Zu den Protagonisten: mein Sohn fand die Kinder etwas leichtgläubig, weil sie (zumindest anfangs) an die Echtheit der Geschichte glaubten, die der Großvater ihnen auftischte. Aber wohl auch deshalb hat der Autor Simons Alter mit elf Jahren angegeben. Ob es dem Opa auch gelungen wäre, seinen Enkel und dessen Freunde für die Experimente zu begeistern, wenn diese im Alter von 15 oder 16 Jahren gewesen wären? Ich habe hier meine Zweifel. Die Handlung ist nicht wirklich realistisch – im wirklichen Leben würde so eine Inszenierung wohl eher nicht funktionieren – ich persönlich finde allerdings schon alleine die Idee genial – dafür ein ganz großes Lob an den Autor.
Wie bereits erwähnt, hätte ich mir einige Skizzen im Buch gewünscht, eventuell sogar Platz für einige Anmerkungen der Leser – sozusagen als Mitmachbuch (Ich könnte mir hier als kleines Extra ein kleines Büchlein vorstellen, das sich in einer Tasche am inneren Buchdeckel befindet). Der Preis von 19,90 Euro für das gebundene Buch ist zwar relativ hoch, dafür aber bietet das Buch ein hochwertiges Aussehen und ist qualitativ hochwertig – relativ dicke Buchseiten und ein blaues Lesebändchen, sowie einige ins Buch eingestreute Zeichnungen sprechen dafür.
Fazit:
Ein lehrreiches Buch, das zum Forschen und Nachdenken anregt. Die Experimente wurden mit Hilfe einer originellen Geschichte umgesetzt. Leider durch die fehlenden Skizzen (einige kleine Zeichnungen sind dennoch im Buch enthalten) oft nicht ganz oder nur schwer verständlich. Die Geschichte selbst ist sehr unterhaltsam, erinnert aber von der Handlung und dem (oft humorvollen) Schreibstil eher an ein Abenteuerbuch für Kinder, als für Jugendliche.
Ein Buch das Wissen auf humorvolle und unterhaltsame Weise vermittelt, aber leider nicht ganz perfekt. Auf jeden Fall gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses Buch - für all diejenigen, die wissenschaftlich interessiert sind. Könnte übrigens meiner Meinung nach auch als fächerübergreifendes Arbeitsgemeinschafts-Projekt in der Schule durchgeführt werden, oder im Rahmen eines Ferienprogramms. Von mir erhält das außergewöhnliche und lehrreiche Buch 4 Sterne.
Rezension vom 23.04.2013 (6)
Findet Ihr nicht auch, dass Tiere in Büchern einem Buch einen gewissen Charme verleihen? Dass sie fast schon ein Garant für Humor sind? (Natürlich gibt es auch Bücher mit tierischen Protagonisten, die mich nicht begeistern konnten, doch das sind die wenigsten.) Aber kaum erblicke ich ein Tier auf einem Cover, schon ist mein Interesse geweckt. Ob jetzt Hund, Katze oder Schnabeltier (ja, auch das gibt es – hat gerade bei mir Einzug gehalten im Bücherregal) – das ist dann eher zweitrangig.
Das Cover:
Der Mops – mittlerweile zahlreich auf verschiedenen Buchcovern vertreten – so auch hier. Vom Stil her, erkennt man sofort, von welchem Verlag das Buch stammt. Die beiden Textfelder – eines mit dem Namen der Autorin, das andere mit dem Buchtitel versehen, sind bei diesem Buch in einem knalligen Orange. Vielleicht als Assoziation zu den Möhren? Oder vielleicht weil die Farbe hervorragend zu der Retro-Tapete passt, die den Hintergrund bildet? Die Blumen erinnerten mich doch tatsächlich etwas an ein bekanntes Spülmittel, auf dem ähnliche Blumen klebten (wenn auch etwas weniger puristisch).
Der Mops aus dem Buchtitel ist also schon mal vertreten. Stellvertretend für den Schrebergarten, um den es in diesem Roman geht, findet sich auf dem Cover, Seite an Seite mit dem Mops, ein rotbezipfelmützter Gartenzwerg. Während der Hintergrund matt gehalten ist, glänzen die Textfelder, Hund und Zwerg miteinander um die Wette.
Der Text auf der Rückseite ist relativ knapp gehalten und verrät nicht zu viel, was leider nicht immer der Fall ist. Das Auge liest mit – klar! Doch auch die Extras bei der Buchgestaltung erfreuen selbiges. So sind die Innenseiten des Buchdeckels nicht etwas einfarbig weiß, sondern farblich passend zum hellgrünen Vorsatzpapier ebenfalls in Grün gehalten und zusätzlich mit einem absichtlich „pixeligen“ Mops-Gartenzwerg-Druck in Orange versehen. Alles in allem ein sehr harmonisches Gesamtbild, das mir persönlich sehr gut gefällt.
Die Handlung:
Tanja Böhme lebt mit dem schwulen Pärchen Chris und Rolf und den beiden Hunden, dem Mops Earl of Cockwood und seinem Sohn, dem Mischling Mudel in einer WG in Stuttgart. In der Nachbarwohnung wohnt der Tierarzt Arne Fuchs, der Tanjas Freund und gleichzeitig auch ihr Chef bei der Tierrettung ist. Neuerdings sind die WGler stolze Pächter eines Schrebergartens und alles könnte so schön sein, würde nicht eines Tages Arnes Exfreundin auftauchen und auch gleich bei ihm einziehen – sehr zu Tanjas Missfallen, kocht sie doch beim Anblick der vermeintlichen Konkurrentin. Und zu allem Übel soll die Schrebergartenanlage nun auch noch einer luxuriösen Wohnsiedlung weichen. Doch die Freunde setzen alles daran, „ihre“ Gartenanlage zu retten – zur Not auch mit Hilfe von Spaten und Hacke...
Meine Meinung:
Ein wirklich humorvolles Buch, das den Leser fesselt. Die Bewohner der WG fand ich so richtig
sympathisch und obwohl ich persönlich Katzen bevorzuge, fand ich die Einbeziehung der beiden Hunde ins Geschehen, einfach eine Bereicherung. Earl, der gestandene Hund und Mudel, seinen Sohn, den ich mir übrigens sehr witzig vorstelle, was das Aussehen betrifft – der Vater ein Mops, die Mutter ein Pudel! Einen Hund mit flacher Schnauze und mit lockigem schwarzen Fell sieht man nun mal nicht alle Tage.
Tanja fand ich etwas chaotisch, locker, sehr natürlich und auch sympathisch. Wie gut, dass Tanja von ihren männlichen Mitbewohnern etwas verwöhnt wird. Die beiden Ordnungsfanatiker bewahren so die Wohnung vor Unordnung und für eine gute Mahlzeit ist auch stets gesorgt. Und auch wenn man Tanja meist mag – mitunter verhält sie sich dann doch etwas unreif – vor allem Arne gegenüber, als der mit seiner Ex im Schlepptau auftaucht. Wobei in solchen Momenten ja schon mal der Verstand aussetzen kann und sich so die Zicke in Tanja ans Tageslicht boxt.
Arne braucht als Tanjas Freund mitunter schon starke Nerven und viel Geduld, ist er doch der „Reifere“ der beiden Verliebten. Man sieht hier deutlich, dass bei der Tierrettung, für die Tanja und Arne arbeiten, sehr viel menschliches Einfühlungsvermögen nötig ist und die Patienten mitunter auch die Tierbesitzer selbst sein können, die versuchen, der Einsamkeit zu entkommen, indem sie das Haustier als Patienten vorschieben um menschliche Ansprache zu erhalten. In diesem Fall ist es eine alte Dame, Besitzerin einer Katze, die sich als Notfall entpuppt. Was so unterhaltsam und amüsant geschildert wird, hat insofern auch einen ernsten Hintergrund.
Chris arbeitet in einem Callcenter. Seine Leidenschaft gilt den Pflanzen. Daher tobt er sich im Schrebergarten auch so richtig aus und ist bereit, diesen mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Und das geht nicht immer ohne Blessuren aus.
Rolf, sein Freund, ist von Beruf Postbote. Aber so richtig glücklich scheint er nicht zu sein mit seinem Beruf. Sein Freund aber ebenfalls nicht. Dass die beiden dann fast gleichzeitig ihren Beruf verlieren, stellt die beiden insofern eher vor ein finanzielles Problem, als vor einen Verlust ihres Selbstwertgefühls.
Sandra, die Exfreundin von Arne, ist optisch das Gegenteil von Tanja, was in dieser regelrechte Eifersuchtsattacken auslöst. Was wünscht frau sich auch mehr, als dass die Verflossene des geliebten Mannes wieder auf der Bildfläche erscheint! Und das auch noch unverhofft! So kehrt Arne von einem Seminar in seiner Heimat zurück und hat die Ex als Mitbringsel dabei. Und wenn diese, aus Sicht von Tanja, äußerst attraktive junge Frau auch noch in der Nachbarwohnung bei Arne einzieht, spielt natürlich das Kopfkino verrückt. Alte Liebe rostet bekanntlich nicht – wird Arne Sandras Reizen widerstehen können?
Dann ist da noch die kleine Nina, für deren Haustier, eine Ratte, leider jede Hilfe zu spät kommt. Und auch wenn Tanja von sich behauptet, sie hätte keinen richtigen Draht für Kinder, so beweist sie hier doch jede Menge Einfühlungsvermögen.So findet die tote Ratte namens Kiki im Schrebergarten ihre letzte Ruhestätte – selbst eine feierliche Beerdigung findet statt. Und auch wenn man die sensible Nina schnell in sein Herz schließt – bei ihrem Vater ist das leider nicht der Fall – vor allem dann, als einige Dinge über ihn ans Tageslicht kommen...
Genial fand ich Olga, die Tierärztin, mit Sprachschwierigkeiten, die dadurch immer wieder für eine unfreiwillige Komik sorgte. Auch wenn Olga nur übergangsweise in Deutschland Erfahrungen in ihrem Beruf sammeln soll, so wünsche ich mir doch, dass sie bleibt und im nächsten Band wieder eine Rolle erhält – gerne noch umfangreicher. Ebenfalls unverzichtbar ist Klaus Hünken, Vorstand im Gartenverein und für manch unterhaltsame Begebenheit im Schrebergarten verantwortlich – einerseits ist er für die Ordnung im Garten zuständig, andererseits doch leicht mit einem kühlen Bier und einer leckeren Grillwurst ruhigzustellen.
Vergessen werden dürfen natürlich auch nicht die tierischen Hauptdarsteller Earl und Mudel. Sie sorgen immer wieder für Heiterkeit, sei es, als Earl hinter der Couch steckenbleibt, oder angesichts der Fressgewohnheiten der Vierbeiner. Hier bleibt kein Auge trocken – die Lachtränen kommen automatisch. Doch leider gibt es auch hier Schattenseiten – sorgenfrei läuft auch das Zusammenleben mit Tieren auch hier nicht ab, denn mitunter hat Earl leider so seine gesundheitlichen Probleme. Dachte ich erst, zwei Rüden in einer Wohnung würden sich gegenseitig als Konkurrenz sehen, so wurde ich hier eines besseren belehrt – die beiden Hunde waren ein Herz und eine Seele – rührend, wie sich Mudel um seinen Vater Earl sorgte, wenn es diesem mal nicht ganz so gut ging.
Dass es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung von NICHT OHNE MEINEN MOPS handelt, hat mich, die den ersten Band ja nicht gelesen hat, keinesfalls gestört. Zwar wird immer wieder kurz auf die Geschehnisse des Vorgängerbuches verwiesen, aber nicht in einem solchen Ausmaß, dass es diejenigen stören könnte, die das erste Buch bereits gelesen haben.
Und ja, ich bin neidisch! Neidisch auf Tanja! Könnte man sich bessere Mitbewohner vorstellen, als Tanjas „Jungs“, das schwule Pärchen Rolf und Chris!? Hier stimmt es: In guten, wie in schlechten Tagen, in Krankheit und Gesundheit...! Und geradezu mütterlich haben sich die beiden Männer um die kranke Tanja gekümmert, als diese ihre Hilfe brauchte.
Sehr schön fand ich, dass hier auch das Lokalkolorit nicht zu kurz kam. So fand beispielsweise die Wilhelma, der Stuttgarter Zoo, Erwähnung. Ebenso wurde der schwäbische Dialekt verwendet, wenn auch nur sparsam.
Zum Text auf der Buchrückseite: Der Text ist relativ knapp gehalten und verrät nicht allzuviel. Dass das Schwulenpärchen aber seine Jobs fast zeitgleich verliert, hätte eigentlich nicht unbedingt im Text stehen müssen, zumal dieses Ereignis erst relativ spät im Buch eintrifft. Stattdessen hätte der Text ruhig etwas humorvoller und peppiger sein dürfen – zumindest für meinen Geschmack – das Buch hätte dies verdient gehabt.
Was ich etwas vermisst habe, war eine Unterteilung in einzelne Kapitel, am besten mit pfiffigen Kapitel-Überschriften. Zwar braucht man die Unterteilung nicht unbedingt – wichtig ist vor allem eine vernünftige Gliederung mit Absätzen, um Lesepausen einlegen zu können, ohne aus der Handlung heraus katapultiert zu werden. Dennoch mag ich es lieber, wenn die ganze Handlung in Kapitel unterteilt ist.
Ja, lieber Verlag, so sehr ich Euch auch schätze, doch auch hier die altbekannte Kritik: Weshalb befindet sich auf der Buchrückseite eine freie Fläche. Dies wäre doch der ideale Platz, dort das Cover von NICHT OHNE MEINEN MOPS abzubilden! Schließlich ist MOPS UND MÖHREN ja die Fortsetzung des besagten Buches. Aber immerhin wird das Buch im Anhang vorgestellt, wodurch auch gleich mein Interesse daran geweckt wurde. (Anmerkung: Auf Nachfrage beim Verlag wurde erklärt, dass das Cover deshalb nicht auf die Rückseite gedruckt wird, weil das Buch im Anhang vorgestellt wird.)
Fazit:
Wer humorvolle Bücher liebt, ob nun Hundebesitzer oder Schrebergärtner (– oder auch keines von beiden), der wird hier mit einem kurzweiligen Lesevergnügen belohnt. Trotz allem gibt es hier aber auch einige ernste Momente. Von mir erhält dieses Unterhaltsame Buch mit seinem lockeren Schreibstil 5 Sterne.
Rezension vom 31.03.2013 (14)
Ich mag sie, diese Regionalkrimis. Ostfriesland ist allerdings sozusagen Neuland für mich. Bislang kannte ich lediglich Ostfriesenwitze und natürlich auch den Blödelbarden Otto. Nun kenne ich auch noch Klaus-Peter Wolf, den Autor der Ostfriesen-Krimis. Geboren ist der Autor zwar in Gelsenkirchen, aber er lebt, ebenso wie „seine“ Kommissarin Ann Kathrin Klaasen, in der ostfriesischen Stadt Norden.
Ostfriesenmoor ist bereits der siebte Fall für Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und irgendwie ist es mir ein Rätsel, wie einer Krimileserin wie mir, bislang diese Krimireihe entgehen konnte.
Das Cover:
Das Titelmotiv ist in einem blau-violetten Farbton gehalten. Gezeigt wird eine Moorlandschaft mit Gräsern, der Hintergrund wirkt neblig verschwommen und dadurch regelrecht gruselig. Der Buchtitel selbst ist in einem leuchtenden Gelb hervorgehoben.
Die Handlung:
Eine Moorleiche wird gefunden. Es handelt sich um ein Mädchen, das regelrecht ausgestopft wurde – und dies auf fachmännische Art und Weise. Wer ist in der Lage, so etwas zu tun?.
Schon bald nach Auffinden der Moorleiche verschwindet ein Kind. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt für Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen.
Meine Meinung:
Ann Kathrin Klaasen fand ich sehr sympathisch und sehr menschlich – eine Frau, wie sie auch nebenan leben könnte. Sie ist geschieden, leidet darunter, dass der fast erwachsene Sohn nicht bei ihr lebt. Und darunter, dass ihre Mutter langsam dement und hilflos wirkt, sich selbst nicht mehr versorgen kann. Da gönnt man ihr um so mehr das Glück mit ihrem Kollegen Frank Weller.
Kollege Rupert dagegen kommt weniger gut weg, ist er doch ein notorischer Fremdgänger, der seine Frau betrügt. Und leider wirkt er auch sonst etwas arrogant und unsympathisch. Wie sehr gönnt man ihm da, wenn er mal wieder in ein Fettäpfchen tritt.
Lucy ist zwar erst dreizehn, sucht aber Zuflucht bei Benne, wobei sie sehr weit geht. So lässt sie sich ganz mit ihm ein, selbst Sex spielt zwischen beiden eine große Rolle. Lucy leidet sehr unter der Trennung von ihrem Vater. Den neuen Mann an der Seite ihrer Mutter kann und will sie nicht akzeptieren. Die Zwillingsmädchen, ihre kleinen Geschwister, stehen stets im Vordergrund, was für Lucy sehr schwer zu akzeptieren ist, fühlt sie sich doch wie das fünfte Rad am Wagen.
Ja, die Protagonisten sind in diesem Buch sehr viel unterwegs, weshalb ich es sehr nützlich finde, dass sich am Anfang des Buches eine Karte befindet, auf der die ostfriesischen Handelsorte und ihre Umgebung eingezeichnet sind. Leider jedoch kann man aufgrund eines fehlenden Maßstabs keine Entfernungen zwischen den einzelnen Orten entnehmen – schade.
Häufige Perspektivenwechsel sorgen in diesem Krimi für einen temporeichen Ablauf. Der Schreibstil ist flüssig, das Geschehen fesseln. Es gibt so manche unerwartete Wendung. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich, dass auf eine Unterteilung in Kapitel verzichtet wurde. Dennoch von mir 5 Sterne für eine kurzweilige Unterhaltung für einen Krimi mit viel Lokalkolorit.





