Rezension vom 10.09.2011
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INHALT
Agerstown, Pennsylvania. Der 16-jährige Holden Caulfield ist mal wieder von der Schule geflogen, weil er durch fast alle Prüfungen durchgefallen ist. Es ist nur ein paar Tage vor den Weihnachtsferien und Holden entschließt sich, die letzten Schultage vor den Ferien sausen zu lassen - die Oberflächlichkeit und das Gehabe seiner Mitschüler geht ihm sowieso auf die Nerven.
Er nimmt den Zug nach New York City, wo seine Eltern wohnen. Allerdings traut er sich nicht nach Hause, weil er weiß, dass seine Eltern nicht begeistert sein werden, dass er sie wieder enttäuscht hat und sie wieder ein neues Internat für ihn finden müssen.....
So steigt Holden in NY in einem ziemlich billigen Hotel ab und versucht, sich die Zeit zu vertreiben. Er streift durch Manhattan, versucht, sich zu unterhalten, wird aber immer depressiver.....Wird er sich nach Hause trauen?
REZENSION
Der Fänger im Roggen hat mich teilweise begeistert und teilweise genervt. Es ist zugebenermaßen ein überaus interessantes Buch über das Aufwachsen, Ideale, Zukunfsperspektiven und menschliche Nähe. Der Schreibstil dieses Klassikers ist beeindruckend, außergewöhnlich, aber auch sehr anstrengend. Denn Holden erzählt dem Leser seine Geschichte, wie es ihm gerade passt. Sprich: Das Buch ist komplett im umgangsprachlichen Stil geschrieben, einen schönen Satzbau wird man vergebens suchen und gefühlt jeder zweite Satz endet mit "and all" oder "or anything". Das Buch ist meiner Meinung nach auch nicht besonders spannend geschrieben, aber man will trotzdem weiterlesen, weil Holden ein sehr faszinierender Protagonist ist.
Es ist ein Buch über die Diskrepanzen zwischen der Welt der Erwachsenden und der Welt der Heranwachsenden und es ist ein Buch, was vielen Jugendlichen aus der Seele sprechen wird und viel Identifikationspotential bietet, denn viele von Holdens Gedanken werden einem bekannt vorkommen. Wer hat(te) als Jugendlicher nicht das Gefühl, dass alle Erwachsenen sich oberflächlich und heuchlerisch verhalten? Wer will /wollte sein Leben als Jugendlicher nicht selbst in die Hand nehmen und gegen gesellschaftliche Konventionen rebellieren?
Man muss in diesem Buch viel zwischen den Zeilen lesen, denn Holden gibt mehr über sich selbst Preis, als er vielleicht denkt. So ist es auch ein trauriges Buch, eines, das zum Nachdenken anregt. Eines, welches man sich vielleicht "schön lesen" muss.
FAZIT
Ein Buch über Jugend und jugendliche Denkweisen, welches noch länger im Kopf bleibt. Der Sprachstil ist teilweise anstrengend, aber auch sehr eindrucksvoll. Für mich ein must-read und ich kann gut verstehen, warum es ein Klassiker wurde.
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