Inhalt
Die Protagonistin Evie lebt in einer Welt, die durch Kriege soweit zerstört wurde, sodass der einzig sichere Platz die von Mauern umzäunte Stadt ist. Die Bewohner dieser Stadt müssen sich der Neutaufe unterziehen, wo ihnen ein Teil des Gehirns entfernt wird, der angeblich die negativen Gedanken und Triebe beinhaltet. Fortan werden sie in Klassen unterteilt, die ihnen das Leben laut dem Bruder, dem Anführer, leichter macht. Denn nur wer sich an die Regeln des Bruders hält ist „rein“. Evie verbirgt ein Geheimnis, denn obwohl sie Lukas, ein „A“, heiraten soll, hegt sie Gefühle für seinen Bruder Raffy. Als Raffy dann das Zeichen „K“ erhält ändert sich die Welt für Evie völlig. Soll sie sich als gute Tochter der Stadt erweisen oder wechselt sie auf die Seite der Bösen.
Meinung
Zurzeit gibt es wieder eine Flut von Dystopien und ich fragte mich zunächst, wie diese sich von den anderen unterscheidet und war doch erstaunt, dass sie einige neue Aspekte aufwirft, wie das Entfernen eines Teils des Gehirns. Auch darf hierbei eine ausgeklügelte Intrige natürlich nicht fehlen.
Evie hält sich schon längere Zeit für Böse, weil sie sich heimlich nachts mit Raffy in einem verlassenen Baum trifft. Sie versteht zunächst nicht warum sie Gefühle besitzt, wobei andere in ihrer Umgebung keine zu haben scheinen, aber als sie dem ganzen auf die Schliche kommt, macht sie einen gewagten Schritt und lässt ihren Gefühlen freien Lauf.
Raffy ist sehr temperamentvoll, was in den Augen des Bruders, da Gefühle verpönt sind, ein Problem darstellt. Er hasst das System und alle die damit einverstanden sind.
Lucas scheint nach außen emotionslos und kalt zu sein. Er ist die rechte Hand des Anführers, was auf sein anpassungsfähiges Verhalten zurück zuführen ist. Er hält versucht seinen Bruder so gut es geht zu beschützen, doch dieser erkennt die Hilfe nicht. Hinter Lukas Fassade verstecken sich extreme Gefühle.
Für welchen Bruder wird sich Evie entscheiden?
Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich. Als Einleitung wählt Gemma Malley eine medizinische Abhandlung bei der die Entfernung des Gehirnteils und die damit verbundene Auslöschung der Gefühle beschrieben werden. Meiner Meinung nach ist dies ein sehr eleganter Einstieg um den Leser in die Geschichte hineinzuführen.
Fazit
Obwohl sich diese Dystopie ein wenig von den anderen unterscheiden mag, ist es doch vorhersehbar, wie die Handlung ihren Lauf nehmen wird. Auch wird schon im ersten Teil eine mittlerweile typische Dreiecksbeziehung angedeutet, die in den nächsten Bänden vermutlich ihren Lauf nimmt. Der Roman war schon spannend, aber leider nicht fesselnd genug.