Teilweise an den Haaren herbeigezogen
Zum Inhalt:
Ahlbeck 1906: Die junge Fenja tritt nach dem Tod ihrer Mutter als Kindermädchen in den Dienst einer wohlhabenden Familie. Bald spürt sie die Spannungen, die unter der Oberfläche ¬gären, denn Liane, ihre Herrin, ist in ihrer Ehe todunglücklich - und wird zu ihrer Rivalin. Fenja hat sich nämlich in Achim, einen Freund der Familie, verliebt, auf den auch Liane ein Auge geworfen hat - ein Skandal zu dieser Zeit ...
Meine Meinung:
Den Titel des Buches finde ich sehr schön. Interessiert hat mich das Buch, da es an der Mecklenburgischen Ostseeküste spielt, die auch meine Heimat ist.
Irgendwie war die Geschichte komisch. Ich kann es nicht anders beschreiben. Wenn ich gerade gedacht habe, dass die Geschichte nun endlich in Schwung kommt, hat die Autorin es geschafft, den „Fluss“ der Story zu stoppen, indem sie eine Szene beschrieb, die….ja einfach komisch war. Ich nehme mal ein Beispiel, wobei es möglich sein kann, dass ich spoilere: Fenja und Achim haben sich vorher nur zwei Mal getroffen, das eine Mal an dem Strand, an dem Fenja ihn nach einem Schiffbruch gefunden und gerettet hat und das zweite Mal als sie im Wald auf einem See mit einem kleinen Boot ruderte. Dort kam Achim mit seinem Pferd an das Ufer des Sees und sprach sie an. In dieser Szene waren beide noch sehr zurückhaltend zueinander und das änderte sich auch nicht, als sie sich trennten.
Das nächste, also dritte, Mal als sie sich treffen, reden sie auf einmal miteinander als wenn sie sich schon Jahre kennen und vertrauen sich fast ihre Lebensgeschichte an.
Diese und auch noch andere Szenen in dem Buch haben mich sehr stutzen lassen und ich habe mich gefragt, warum die Autorin die Geschichte so schreibt wie sie sie geschrieben hat.
Schließlich fand ich das Ende des Buches viel zu schnell abgehandelt: in einzelnen Absätzen wurde erzählt, wie die Geschichte für die Protagonisten endet. Eigentlich fehlten nur noch die Aufzählungsstriche am Anfang der Absätze. Kopf schüttelt
Außerdem habe ich nicht wirklich Zugang zu Fenja als Person gefunden. Aber den kleinen Berthold mit seiner Leidensgeschichte fand ich hingegen sehr sympathisch. Wenn über ihn geschrieben wurde, konnte ich mir richtig bildlich vorstellen, wie er sich bewegt und wie er schaut.
Mein Fazit:
Also wenn ihr nicht müsst, braucht ihr dieses Buch nicht unbedingt zur Hand nehmen. Es lohnt sich nicht wirklich. Ich habe es auch nur zu Ende gelesen, weil ich neugierig war, ob Fenja und Achim sich öffentlich zu ihrer Liebe bekennen (können) oder nicht.