Rezension vom 05.04.2010
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Europa, Ende des 19. Jahrhunderts: Die Macht der letzten Vampir-Clans ist am Schwinden. Um das Überleben der Vampire zu sichern, beschließen die Altehrwürdigen, ihre Nachkommen fortan gemeinsam auszubilden. An der wilden Küste Irlands sollen die Erben die Fähigkeiten der Lycana, der mächtigen Gestaltwandler, erlernen. Doch bei ihrer Ankunft geraten sie in die jahrhundertealte Fehde zwischen Vampiren und Werwölfen ...
Leider hat Ulrike Schweikert mit dem zweiten Band ihrer "Die Erben der Nacht"-Serie etwas geschafft, das schon seit einer ganzen Weile kein Autor mehr geschafft hat: dass ich das Buch nach einem guten Drittel zuschlage, weil ich mich langweile.
Man kann durchaus sehr viel Gutes über das Buch sagen: Ulrike Schweikert kann zweifellos sehr gut schreiben. Ihre Beschreibungen der wilden irischen Landschaft und ihrer Schlösser machen Lust, den Koffer zu packen und in das Land der Kelten zu reisen. Auch gelingt es ihr - meist ohne dass dies aufgesetzt wirkt oder dass ich mich belehrt fühle -, irische Geschichte (die Auseinandersetzung mit den Engländern) und Mythologie unterhaltsam in die Handlung einzuweben. Amüsant ist auch, dass bekannte historische Persönlichkeiten wie Bram Stoker oder Oscar Wilde Gastauftritte haben und man auf diese Weise etwas mehr über sie lernt.
Aber leider versucht die Autorin meines Erachtens, zu viel Handlung, zu viele Handlungsstränge in die Geschichte einfließen zu lassen, und da die Abschnitte der jeweiligen Handlungsstränge jeweils zu kurz sind und in rascher Reihenfolge aufeinander folgen, ist es mir leider nicht gelungen, mich in die Geschichte einzufühlen. Es wird auch zu vieles auf forciert mysteriöse Weise "angedeutet" - was auf Dauer einfach nur störend wirkt. Auch die Beschreibungen der Hauptfiguren (der Vampir-Erben) waren für mein Gefühl zu redundant - ständig wurde man darüber informiert, dass Ivy langes, silbernes Haar hat und Franz Leopold auf eine Art und Weise anschaut, dass dieser sich durchschaut fühlt. Oder dass Franz Leopold wieder einmal ein paar negative Bemerkungen über "unreine" Vampire macht und dadurch den Zorn der anderen auf sich zieht oder dass er versucht, Ivy anzuschauen, ohne dass die anderen es mitbekommen. Und Luciano hat natürlich auf jeder zweiten Seiten einen Bärenhunger und befürchtet, dass er einen Menschen anfällt, wenn er nicht bald frisches Blut bekommt ...
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