Rezension vom 11.09.2012
(10)
Spielfrei-Outing wider Willen
Ben, ein junger, aufstrebender Fußballspieler in einer Erfolgsmannschaft, mit einem belastenden Geheimnis,das ausser ihm nur seine Eltern kennen. Denn Ben ist schwul.
Er meistert seinen Job souverän mit absoluter Kontrolle,doch dann kommt ein neuer Spieler Namens Stefano ins Team und es wird immer schwieriger für Ben die Kontrolle zu behalten.
Eines Abends nach einem efolgreichen Spiel,zieht es Ben in seine Lieblingslocation, eine Nobel-Homo-Disco. Allerdings nur in Vollverkleidung damit ihn niemand erkennt. Doch dann passiert etwas,was Ben sich nie hätte träumen lassen, da steht Stefano ziemlich angetrunken an der Theke und grabscht die Männer an. Geistesgegenwärtig schafft Ben ihn daraus,weil er weiß was auf dem Spiel steht wenn man Stefano erkennen sollte.
Auf dem Heimweg gestehen sich beide ihre Homosexualität und für Ben kommt der Traummann zum greifen nah. Stefano hat bisher keine eigene Bleibe und lebt im Hotel,Ben bietet ihm an mit ihm eine WG zu gründen,wozu Stefano nicht nein sagt. Die zwei kommen sich näher und näher und leider werden sie schließlich von einem Mannschaftskollegen in der Umkleide bei einem Kuss überrascht. Der Kampf beginnt. Nun müssen sich die Jungs ihren Ängsten stellen und gegen eine ganze Menge Vorurteile und zurückgebliebene Denkweisen ankämpfen.
Sophie R. Nikoay greift hiermit ein Tabuthema auf, Homosexualität. Unter Schauspielern,Comedians und sogar in der Politik sind Homosexuelle mittlerweile anerkannt und erfolgreich,aber unter Fußballern scheint es immer noch ein absolutes No-Go zu sein.
Für mich persönlich ist es eine Premiere in diesem Genre gewesen,ich habe mir bisher nie Gedanken über Homoerotik gemacht, aber da ich so einige Geschichten von Sophie mit Begeisterung gelesen habe,musste es auch diese sein und ich muss sagen,ich bin wieder nicht enttäuscht worden. Ein Spitzenroman der Extraklasse,der ein leider immernoch währendes Tabuthema aufgreift und detailiert beschreibt wie hinterweltlerisch unsere Gesellschaft doch immer noch sein kann.
Ich habe mit den beiden Jungs mitgelitten,was sie für einen Mut aufbringen mussten und womit sie all zu kämpfen hatten.
Für jeden der meint Homoerotik,ne lass mal,bitte versucht es.
Ich war erstaunt darüber das ich im Laufe der Geschichte garnicht mehr so das Augenmerk darauf gerichtet hatte,das es hier um zwei Männer ging,sondern vielmehr auf den Kampf den sie führen mussten und die Liebe die sie zueinander hegten und die Ungerechtigkeit die ihnen zu Teil wurde.
Leicht und flüssig zu lesen,es fiel wiedermal überhaupt nicht schwer sich mitten in der Geschichte zu fühlen,daher fünf Sterne von mir.
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