Rezension vom 30.11.2012
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In 13 Kapitel berichtet Thorwald Börner von den Erfahrungen aus seinem Berufsalltag als Krankenpfleger in einer Psychiatrie. Der Autor hat bewusst auf zu viele Fachausdrücke verzichtet, um dieses, teilweise immer noch umstrittene Thema, jedem Leser nahezubringen. Zu den wahrscheinlich bekanntesten psychischen Erkrankungen (z.b. Schizophrenie, Borderline, Essstörungen) werden hier auf einer Weise Erlebnisse geschildert, die einen einerseits oft Schmunzeln lassen, aber andererseits auch sehr nachdenklich stimmen.
Als interessierter Leser kennt man sicherlich schon einige Bücher, die von betroffenen Patienten veröffentlicht wurden. Jedoch liest man weitaus weniger die Sichtweise und Erfahrungen des Pflegepersonals, die tagtäglichen Umgang mit dem Klientel haben. Denn auch hier gerät man unter Umständen schnell an die Grenzen der Belastbarkeit und die Nerven liegen des öfteren blank.
Mir hat das Buch bis auf kleinen Kritikpunkt, auf den ich noch eingehen werde, sehr gut gefallen. Die einzelnen Kapitel sind gut strukturiert und in keiner Geschichte wird zuviel "um den heißen Brei" geredet.
Da ich selbst schon Vorkenntnisse im Bereich der psychischen Erkrankungen habe, konnte ich mich gut in den Autor hineinversetzen und glaube, dass dies auch ein "nicht-wissender" Leser kann.
Erschreckend war für mich allerdings während des Lesens (und auch immer noch danach) das Thema "Fixierung". Mir war nicht klar, dass ein Patient bis zu sechs Wochen lang am Bett fixiert werden darf, falls der Arzt (und sei es aus einer schlechten Laune herraus) es für Nötig hält. Doch das jetzt hier zu diskutieren würde wohl den Rahmen sprengen.
Sehr ansprechend fand ich zudem die Gestaltung der einzelnen Seiten. Jeden Kapitelanfang ziert ein passendes Bild und man bekommt direkt einen besseren Einstieg in die kommende Geschichte.
Und auch für das Kapitelende hat sich der Autor etwas Besonderes einfallen lassen: (Mehr oder weniger) bekannte Zitate zieren elegant den Abschluß eines jeden Kapitels. Und auch hierbei ist jedes Zitat treffend gewählt worden.
Nun noch zu dem Anfangs erwähnten kleinen Kritikpunkt: Das Cover. Leider suggeriert das Titelbild bei mir als Leser ersteinmal eine ganz andere Art von Buch, nämlich den 374. "Wie höre ich auf zu Rauchen"-Ratgeber. ;) Obwohl sich der Titel (und demnach auch das Cover) durch ein Kapitel im Buch von selbst erklärt, glaube ich kaum, dass passionierte Raucher und Nichtraucher in einer Buchhandlung hier zugreifen würden. Schade eigentlich, denn der Inhalt ist es allemal wert.
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