Rezension vom 08.10.2012
(9)
Ana hat die schwerwiegende Entscheidung getroffen, sich von Christian zu trennen, weil ihr alles zu viel wird: sein Lebensstil, sein Verhalten ihr gegenüber und vor allem die düsteren Geheimnisse, die er mit sich herumträgt.
Gerade einmal fünf Tage hält sie durch, bevor sie vor Sehnsucht schier verrückt wird, deshalb stimmt sie fast ohne zu zögern zu, als Christian ihr anbietet, sie zu der Vernissage ihres Jugendfreundes José zu begleiten. Doch natürlich bleibt es nicht bei dieser einen Begegnung, denn Christian will sie zurück, koste es, was es wolle. Dafür ändert er sein Leben grundlegend, legt Dinge ab, die ihr Angst machen, versucht auf sie einzugehen und alles könnte schöner nicht sein, doch dann holt ihn seine Vergangenheit ein.
Und dann ist da auch noch Anas neuer Chef, der mehr zu wollen scheint, als eine bloße Geschäftsbeziehung…
Nachdem ich den ersten Band gelesen und vollkommen subjektiv für gut befunden hatte, musste ich natürlich auch den zweiten Band lesen und muss sagen, er hat mir genauso gut gefallen wie der erste, wenn nicht sogar noch besser. Dass ich ein 600-Seiten-Buch innerhalb von drei Tagen durchgelesen habe, spricht eigentlich schon für sich, genauso wie die Tatsache, dass ich noch schneller gewesen wäre, hätte ich nur mehr Zeit zum Lesen gehabt.
Ganz zu Anfang dachte ich zeitweise, dass ich mir das nicht antue, weil Ana ziemlich wehleidig war und ich so was eigentlich nicht leiden kann. Doch ich habe durchgehalten und ich finde, es hat sich gelohnt. In diesem Band wird Christians ganze Psyche auseinandergenommen und man erfährt, warum er eigentlich so geworden ist. Es steht also nicht nur der sexuelle Aspekt im Vordergrund, wenn dieser auch einen großen Raum einnimmt, was aber nicht anders zu erwarten war. Ich fand es, zumindest von den Orten und Varianten her abwechslungsreich beschrieben, wenn mich auch etwas gestört hat, dass die Autorin oft immer wieder gleiche Wendungen benutzt hat, um Dinge zu beschreiben, die man auf so verschiedene Art und Weise beschreiben könnte.
Für mich hat das dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch getan, ich habe das Buch trotzdem verschlungen. Es war schön zu sehen, wie ganz langsam Christians zärtliche Seite zum Vorschein kam. Wenn ich also von meinem eigenen Bewertungsmaßstab ausgehe, der neben der Qualität auch den persönlichen Eindruck bewertet und dieser (manchmal) schwerer gewichtet ist als erstere, gebe ich dem Buch erneut volle und wieder einmal durch und durch subjektive fünf Sterne, egal wie sehr das Buch von anderen verrissen wird.
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