Rezension vom 04.04.2012
(6)
Gaia konnte aus der Enklave fliehen und steht nun vor neuen Problemen. Wie soll sie ihre Babyschwester Maya versorgen, wo sollen sie unterkommen und wird sie Leon je wiedersehen? Glücklicherweise wird sie von einem Fremden entdeckt und nach Sylum gebracht- an den Ort, wo ihre Großmutter gelebt hat. Doch schnell muss Gaia feststellen, dass Sylum ein sehr eigenartiger Ort ist, ein Ort, der seine Bewohner fest an sich bindet und sogar tödlich sein kann. Auch politisch sieht es dort völlig anders aus als in der Enklave- aber ist anders auch besser?
Wie habe ich mich auf das zweite Abenteuer der narbengesichtigen Hebamme gefreut, die mir schon in "Die Stadt der verschwundenen Kinder" so ans Herz gewachsen ist. Zum Glück hat Teil zwei meine Erwartungen noch übertroffen- das Buch ist eine perfekte Fortsetzung. Gaias Leben in Sylum verläuft vollkommen anders als in der Enklave. Der Ort hat etwas geheimnisvolles, die Bewohner haben interessante, teilweise sehr extreme, Regeln aufgestellt- die sie wirklich sehr ernst nehmen, und immer wieder gibt es neue und spannende Entwicklungen- ich konnte das Buch nicht zur Seite legen!
Caragh O`Brien schreibt wieder sehr anschaulich, nie langatmig und mit viel Liebe zu ihren Hauptfiguren. Wer sich im ersten Teil in Leon verliebt hat, könnte Probleme bekommen, denn in diesem Buch gibt es gleich mehrere nette Männer und ich bin froh, dass Gaia am Ende die Entscheidung treffen musste. So unentschlossen war ich beim lesen von romantischer Fantasy schon lange nicht mehr.
Fazit: Tolle Figuren, eine gut durchdachte Story, Spannung, Liebe, Herzschmerz, überraschende Wendungen- das Buch hat einfach alles, was eine gute Dystopie (und eine gute Fortsetzung) braucht. Und ein großes Lob auch an den Übersetzer Oliver Plaschka, der, meiner Meinung nach, einen wirklich tollen Job gemacht hat.
Mehr
Weniger
0 Kommentare