Ella Thorens ist eine erfolgreiche Ärztin, der ihn Beruf über alles geht. Als sie eines abends, bei dem Besuch eines Patienten in einer ziemlich üblen Wohngegend, Zeuge einer Schlägerei wird, versucht sie einzuschreiten. Es gelingt ihr, die Angreifer in die Flucht zu schlagen, doch als sie dem verletzt auf dem Boden liegenden Mann zu helfen versucht, durchströmt sie eine Macht, von der sie nicht einmal wusste, dass sie sie besitzt. Und aufeinmal ist sie, Ella Thoren, diejenige, die wegen grausamen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird und nicht der Mann, dem sie versuchte zu helfen. Als Ella ihm später begegnet, stelle dich heraus, dass es Christian Havreux war, den sie vor dem sicherem Tod bewahrt hat. Und Christian ist ein mächtiger Hexer, der sie nun in der Kunst der Magie unterrichten will, sodass sie lernt, ihre Gabe zu kontrollieren. Was Ella nicht weiß, ist, dass Christian dabei nicht ganz uneigennützige Ziele verfolgt. Denn nur Ella kann ihn von einem Jahrhunderde alten Bund lösen, der beginnt, ihn zu zerbrechen.
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Als ich hörte, dass Lynn Raven ein neues Buch geschrieben hat, wusste ich sogleich, dass ich es unbedingt lesen muss. Von "Blutbraut" war absolut begeistert und daher erwartete ich großes von "Hexenfluch". Als ich dann von vielen Seiten gehört habe, dass dieser Roman so ganz anders sein soll, als das, was man von Raven bisher zu lesen bekam - erwachsener, sexier -, war ich nur noch mehr auf das gespannt, was mich da erwarten würde. Was ich dann zu Lesen bekam, übertraf meine Erwartungen bei Weitem! Lynn Raven schlägt eine völlig neue Richtung ein, was ihre Charaktere und deren Beziehung zu einander angeht und hat damit - zumindest bei mir - einen Volltreffer gelandet.
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Die Geschichte an sich ist zwar nicht wahnsinnig innovativ, dafür aber spannend, dunkel und sinnlich. Der männliche Protagonist lässt sich diesmal nicht eindeutig den Guten bzw. den Bösen zuordnen, sondern macht eine extreme Entwicklung durch, die man als Leser anhand seiner ausführlich geschilderten Emotionen bestens nachvollziehen kann. Genau dieses Dunkle, Böse und Aggressive macht den Reiz an Christian Havreux aus. Im Gegensatz zu vielen Helden aus dem Genre Romantasy, ist dieser Mann teilweise so gar nicht charmant und zuvorkommend, sondern verfolgt eigennützig einen Plan, der den anderen Beteiligten eigentlich nur schaden wird. Und doch merkt man recht schnell, dass Christians eigentliche Persönlichkeit ganz anders ist, als es auf den ersten Blick scheint. Er ist ein Mann mit Vergangenheit und diese Vergangenheit hat ihn maßgeblich geprägt und aus ihm einen verbitterten Mann gemacht, der nur noch seine eigenen Ziele im Kopf hat.
Und dann kommt Ella und Christian merkt, dass er seine Prioritäten eventuellen umstellen muss. Ella ist keine typische Romantasyheldin. Zwar ist sie verletzlich und sensibel, auf der anderen Seite kann sie aber auch ganz schön austeilen und lässt sich von Männern nicht in ihr Leben reinreden. Der Beruf steht bei ihr an erster Stelle und so soll es auch bleiben. Wer das nicht akzeptieren kann, wird eiskalt rausgeschmissen. Als sie auf Christian trifft, ist ihre letzte Beziehung gerade mal wieder in die Brüche gegangen und sie will sich so schnell auf keine neue einlassen. Denkt sie ;)!
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Abgesehen von den Charakteren, die mich wirklich fasziniert und durch ihre Andersartigkeit umgehauen haben, gibt es noch einen weiteren Punkt, indem sich "Hexenfluch" von Ravens letztem Jugendroman "Blutbraut" unterscheidet: Die Leidenschaft, Sinnlichkeit, Sexualität. "Hexenfluch" ist ohne Zweifel ein unglaublich sinnlicher und leidenschaftlicher Roman, in dem Sexszenen auch wirklich beschrieben und nicht nur angedeutet werden. Das heißt jedoch nicht, dass der Roman ins Oberflächliche oder Vulgäre abdriften würde. Ganz im Gegenteil. Die Autorin beschreibt diese Szenen unglaublich gefühlvoll und geht damit sehr sensibel um. Es werden keinen obszönen Worte verwendet oder zu sehr ins Detail gegangen. Alles bleibt auf einem Level, der die Leidenschaft zwischen den Liebenden verdeutlicht, aber den Roman nicht pornographisch wirken lässt.
Und doch gibt es einige Stellen im Buch, bei denen Sex auf bizarre und unschöne Weise ins Spiel kommt. Diese Szenen werden aber nicht näher beschrieben und werden eher unterschwellig erwähnt. So viel sei aber schonmal gesagt: Der Bund, den Christian da eingegangen ist, ist auf ganz spezielle Weise auch sexueller Art.
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Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt dynamisch und lebhaft. Kurze und lange Sätze wechseln sich ab und somit fühlt sich der Leser, als könne er die Gedanken der jeweiligen Personen direkt mitverfolgen. Weder Schreibstil noch Inhalt wirken konstruiert oder aufgesetzt. Die gesamte Umsetzung der Grundidee ist wirklich gut gelungen! Dadurch, dass sich die Geschichte aus Kapitel zusammensetzt, die mal aus Ellas mal aus Christians Sicht erzählt werden, erhält man einen breiten Überblick über die Vorkommnisse und erfährt vor allem, was Christian wirklich vorhat. Denn seine wirklichen Gedanken und Gefühle unterscheiden sich maßgeblich von der Art, wie er sich gibt.
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Letztendlich hat mich Lynn Raven mal wieder überrascht und schwer beeindruckt! Sie zeigt, dass sie auch für Erwachsene wunderschöne Romane schreiben kann und überzeugt mal wieder mit einer atemberaubenden Liebesgeschichte und einer spannenden Handlung rund um Hexen, Dämonen und Wandler. Ich kann euch das Buch wirklich nur ans Herz legen. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass die Autorin diesmal einen erwachseneren Roman geschrieben hat. Auch das hat unverkennbar seine Vorzüge und mir persönlich hat es sogar fast noch besser gefallen! "Hexenfluch" ist definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.