Rezension vom 12.05.2013
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Auch wenn man es schon nach den ersten Seiten nicht mehr glauben mag, der Protagonist Joe ist 18 Jahre alt. Doch er entspricht keineswegs dem Bild, das man von einem Jungen in seinem Alter hat: Joe macht sich nur wenige Gedanken um die Dinge, die um ihn herum geschehen, er hat die Schule abgebrochen, kann nicht einmal lesen, ernährt sich nur von Fast-Food, weil er nichts anderes "verträgt" und verliert sein Taschengeld regelmäßig beim Poker-Spielen.
So traurig und unwirklich das auch klingt, genau so sieht Joes Leben aus.
Außerdem himmelt er seinen Zwillingsbruder Alvin an, der für Joes Situation verantwortlich ist. Als Alvin mit einem Mädchen durchbrennt, kann Joe es kaum fassen. Umso glücklicher ist er, als Alvin wieder in sein Leben schneit.
Doch dieser scheint einige Probleme am Hals zu haben und ehe er Joe davon berichten kann, ist er wieder einmal verschwunden.
Stattdessen taucht Julia auf, das Mädchen, das einst Alvin und nun auch Joe den Kopf verdrehte. Joe geht mit ihr fort und lernt nicht nur, was es heißt, jemanden zu Lieben...
"Vom finden der Liebe und von anderen Dingen" ist ein Buch, das meiner Meinung nach absolut nicht zu der Vorstellung passt, die dem Leser durch den Klappentext vermittelt wird.
Hier steht nicht die neu entdeckte Liebe eines 18 jährigen Jungen im Mittelpunkt, sondern das traurige Schicksal eines Menschen, dem durch seinen eigenen Bruder ein normales Weltverständnis verwehrt blieb. Joe wirkt oftmals geistig zurück geblieben und geht mit dem naiven Blick eines Kindes durch die Welt.
Das Buch hat durchaus seine schönen Seiten und auch Liebe spielt eine zentrale Rolle - aber beides gestaltet sich anders, als zunächst erwartet.
Anfangs hatte ich ein wenig Probleme, mich in Joe hineinzufühlen und ihn verstehen zu können, er wirkte einfach etwas weltfremd. Aber mit jeder Seite lernt man diesen jungen Mann besser kennen und versteht, was ihn zu dem gemacht hat, der er ist.
Mir hat dieses Lesevergnügen sehr gut gefallen, das Buch regt zum Nachdenken und Mitfühlen an.
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