Rezension vom 19.02.2013
(9)
Ein ganz besonderer Krimi!
Der ehemalige Kommissar der Münchener Vermißtenstelle Tabor Süden ist nun also Angestellter der Detektei von Edith Liebergesell. und nur er bekommt von ihr die Aufträge, vermißte Personen aufzuspüren. Sein neuester Fall ist die Suche nach der Kellnerin Ilka Senner. Ihr Chef und ihre Chefin haben mit den Stammgästen ihres Lokals für die Kosten der Suche zusammengelegt und haben Tabor Süden engagiert, um Ilka aufzuspüren, die von einem Tag auf den anderen verschwunden ist.
Auf seine unnachahmliche Weise macht sich Süden auf die Suche nach der Kellnerin, bringt alle, die er zu ihrer Person befragt, dazu, ihm mehr zu verraten, als sie eigentlich wollten und findet Ilka natürlich. Dabei liefert er uns das Portrait eines vom Leben geschlagenen Menschen, und je näher Süden Ilka kommt, je mehr will er ihr helfen
Auf der Suche nach der Kellnerin läuft Süden kreuz und quer duch ganz München, erinnerts sich an seine Zeit bei der Polizei und an seinen Freund. der lange Jahre an seiner Seite gearbeitet hat, bis er sich, an der Welt zerbrochen, das Leben nahm.
Staunend erlebe ich beim Lesen wie Tabor Süden unverdrossen seine Leber, Gesundheit, strapaziert und, oft wegen der Erinnerung an alte Zeiten, schnell noch ein Weißbier oder Helles zu sich nimmt. Seine mitunter schwankende Person kann dabei erstaunlich klar und hellsichtig denken und kombinieren.
Ich mußte beim Lesen oft schmunzeln, obwohl über der ganzen Geschichte ein Schleier von Melancholie und Trauer lag und die Wahrheit über das geheime Leben von Ilka Renner herzergreifend war.
Die Romane um Tabor Süden sind innerhalt des Genres Kriminalliteratur etwas ganz besonderes und ich bin froh, dass ich Friedrich Ani als Autor zwar spät aber doch noch rechtzeitig für mich entdeckt habe.
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