Rezension vom 01.03.2012
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Louise ist ein siebzehnjähriges Mädchen, die die Schule besucht und nun in den Ferien ihren Führerschein machen will. Doch dazu benötigt sie Geld, das sie in einem Ferienjob bei der Bäckerei erarbeiten möchte. Für einen Freund übernimmt sie zusätzlich noch für vier Wochen dessen Job als Zeitungsausträger und von der lieben Oma gibt es den Hund zum aufpassen, während die Großmutter verreist ist. So hatte sich Louise die Ferien wirklich nicht vorgestellt. Offensichtlich nutzt jeder diese Sommerzeit, um in den Urlaub zu fahren, nur eben sie nicht. Schnell wird sie aller Aufgaben überdrüssig, Unmut macht sich breit. Da läuft ihr Jana über den Weg. Eigentlich wollte sich Louise nicht mit der erst Dreizehnjährigen abgeben. Doch schnell lassen sich ein paar unangenehme Gemeinsamkeiten entdecken, die sie irgendwie zu Verbündeten machen. Anders als geplant entwickelt sich zwischen den beiden Mädchen doch ein zartes Band der Freundschaft....
Der Einstieg fiel mir auf den ersten Seiten etwas schwer. Das verflog jedoch ziemlich rasch und ich konnte mich mit dem eher lockeren Stil der Autorin schnell anfreunden. Eine rührende Geschichte, die auch einen Erwachsenen sehr nachdenklich macht. Zwei Mädchen, die sich nach außen betont lässig geben, in deren Innerstem es aber völlig anders aussieht. So verschieden wie beide auch sind, leiden sie dennoch unter ihrer familiären Situation. Beide fühlen sich von dem Elternhaus vernachlässigt, erleben Momente, als würde es sie gar nicht geben. Für beide Teenies gibt es Augenblicke, in denen sie sich nichts weiter als ein wenig Zuwendung ihrer Eltern wünschen, diese aber nicht erhalten. Sie durchleben eine furchtbare Einsamkeit, fühlen sich zurückgesetzt und vor allem ungeliebt. Der Autorin gelingt es sehr gut, diese schrecklichen Gefühle dem Leser zu beschreiben und nah zu bringen. Louise und Jana reagieren auf ihre verletzende Situation entsprechend negativ. Sie wirken auf ihre Außenwelt aufmüpfig und überzogen und hinterlassen einen Eindruck, als würden sie sowieso tun was sie möchten. Doch hinter vielen Aktionen versteckt sich häufig nur eine Reaktion auf das Ungeliebtsein.
Das Buch zeigt eindringlich, wie wichtig eine entsprechende Nähe zum eigenen Kind, egal welchen Alters, ist. Die Kommunikation zwischen Eltern und Kind sollte nicht von einem zeitlichen Faktor abhängig sein. Zuhören und sich eine angemessene Zeit füreinander nehmen, führen oftmals zu einem besseren gegenseitigerem Verständnis.
Ein tolles Buch, das sicher viele Heranwachsende begeistern wird.
Absolut zu empfehlen!
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