Rezension vom 03.10.2011
(16)
Nach langer Zeit schreibe ich mal wieder eine Rezension.
Ich muss gestehen, dass ich sehr auf Endzeit-Szenarios stehe und somit war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss, als es mir wärmstens von einem Freund empfohlen wurde. So viel vorweg, es hat mir sehr gut gefallen!
Die Handlung ist eigentlich aufgeteilt in zwei Bereiche. Zunächst wird beschrieben, wie es dazu kam, dass Amerika von vampirähnlichen Kreaturen befallen und überrannt wurde und es wird dort die Geschichte der Hauptperson Amy erzählt und wie sie die Zeit vor der Apokalypse erlebt. Der zweite Teil beschreibt dann die Geschichte von Peter Jaxon und seinen Freunden etwa 100 Jahre nach der Katastrophe. Peter lebt in einer kleinen Gemeinschaft, die Tag für Tag (und vor allem auch in der Nacht) in der kargen Landschaft ihr Überleben sichern. Hinter einem hohen Zaun versuchen sie sich vor den "Virals" zu schützen. Als sein Vater stirbt und ebenso sein Bruder von den düsteren Vampiren angegriffen wird, kommt es zu verschiedenen seltsamen Ereignissen. Bis eines Nachts, ganz plötzlich, ein Mädchen im Scheinwerferlicht vor den Toren des Dorfes steht. Amy...
Das Buch spielt in einem Endzeit-Szenario, also in einer Zeit nach einem verheerenden Virusausbruch in den USA, bei dem sich gewöhnliche Menschen in wilde Bestien verwandelt haben, unglaubliche Kräfte besitzen und nach dem Blut ihrer Mitmenschen dürsten. Meiner Meinung nach hat Justin Cronin, dieses Szenario gut dargestellt. Es wirkt karg und elend. Es gibt nicht viel und die Menschen beschränken sich darauf ihr Überlebn zu sichern, jederzeit bewusst, dass das Leben nur kurz und die Gefahr der "Virals" allgegenwärtig ist.
Weiterhin gefällt mir der Schreibstil sehr gut. Der Autor hat einen sehr metaphorischen, vergleichenden Stil, der alles sehr atmosphärisch aufzeigt. Außerdem sind eingeworfene Textblöcke, wie zB. der E-Mail Austausch zwischen zwei Freunden oder die öfter abgedruckten Einblicke in Tagebücher sehr gut gestaltet und brechen den gewohnten Romanstil immer wieder etwas auf. Der Leser wird wachgerüttelt.
Außerdem sind die Chraktere gut gestaltet und ihre Handlungen nachvollziehbar. Ich habe sehr mit den verschiedenen Menschen aus der ersten Kolonie symphatisiert. (Allen voran Akku und Caleb). Ich wollte einfach wissen, wie jeder persönlich diese Erlebnisse sieht.
Ein Nachteil ist wahrscheinlich die ausführliche Länge des Buches. Mit knapp über 1000 Seiten braucht man einen langen Atem, wird aber meiner Meinung mit einem guten Ende belohnt. So viel darf ich verraten, das Ende bleibt ein wenig offen. Die Reise von Peter Jaxon und Amy wird weitergehen, es sind bereits zwei weitere Bücher angekündigt.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Gerade für Leute, die vielleicht den verweichlichten Twilight Vampiren überdrüssig sind, werden hier ein recht realistisches Szenario in der Endzeit finden. Spannung garantiert!
Mehr
Weniger
0 Kommentare