Rezension vom 14.03.2013
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Der namenlose Erzähler reist einmal quer durch Deutschland. Er startet auf Sylt und die Geschichte endet in der Schweiz, in Zürich. Sein Tagesablauf, sein ganzes Leben ist geprägt von Alkohol, Drogen und ausschweifenden Parties. Überall trifft er die gleichen Menschen, die das gleiche tun wie er: von Party zu Party zu gehen und am Ende des Tages betrunken zu sein.
Kristian Kracht will das Leben des Protagonisten beschreiben, das von Sinnlosigkeit geprägt ist - von Ziellosigkeit, Oberflächlichkeit, Langeweile, Einsamkeit. Dazu bedient er sich eines Schreibstils, der mir persönlich nicht gefällt, der aber genau diese Stimmung rüberbringt. Absatzlos und wie ein Kind beschreibt der Erzähler was er tut, warum er es tut, worüber er nachdenkt. Das klingt oft sehr naiv und hilflos, ist aber genau das, was er fühlt. Dazu passt auch, dass die Reise willkürlich von Sylt über Hamburg, Frankfurt, Heidelberg, München bis nach Zürich führt. Der Erzähler muss nicht arbeiten, hat offensichtlich genügend Geld zur Verfügung, nimmt auf niemanden Rücksicht.
Trotzdem steht er als Beobachter oft neben sich und wertet die Situation. So ist er sehr abgestoßen von den Exzessen die er bei seinen Freunden und sich selber beobachtet. Er flüchtet dann, rutscht aber bei nächster Gelegenheit sofort wieder in das gleiche Schema ab. Das Ende ist offen und lässt viele Interpretationen zu.
Das Buch ist als Zeit- oder Millieu-Studie sicher sehr gut. Mich persönlich hat das nicht so sehr interessiert. Ich hätte nach den ersten Seiten beinahe abgebrochen, bin nun aber froh, dass ich es doch zuende gelesen habe. Die Stimmung der Erzählung ist wirklich etwas deprimierend und düster. Deshalb von mir absolut subjektive zwei von fünf Sternen.
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