Maddie lebt in einem Zeitalter, wo es eher eine Seltenheit ist, wenn keiner Online vernetzt ist, in ihrem Leben spielt sich alles im Internet ab: die Schule, Dates, Sport, einen Kaffee trinken gehen oder einen Film sehen. Vor die Haustür zu gehen und einen normalen Spaziergang zu machen, ist ungewöhnlich.
Doch tief in Maddie drin, ist immer noch die Rebellion, der Gedanke, dass das alles falsch ist. Zusammen mit Justin kämpft sie dagegen an, und somit gegen ihren eigenen Vater – denn der steht für dieses virtuelle Leben …
Bevor Katie Kacvinsky sich dazu entschied, sich vollkommen dem Schreiben zu widmen, arbeitete sie als Modell und Lehrerin. Die Autorin lebt derzeit in Oregon/USA.
„Die Rebellion der Maddie Freeman“ ist ihr erster Roman, die Fortsetzung befindet sich derzeit in Arbeit.
Das Cover zielt eindeutig auf einem weibliche Zielgruppe ab, sicher ist das Buch auch etwas für die männliche Leserschaft, doch wer zuerst auf das Cover achtet und/oder sich davon beeinflussen lässt, hat hier keine Chance, sich näher für das Buch zu interessieren. Auch den Preis fand ich zunächst etwas hochgestochen, was auch bei mir für ein längeres Zögern gesorgt hat, bis ich es mir schlussendlich doch gekauft habe.
Schön ist die Umsetzung der Handlung. Der Klappentext sagt zwar eine Menge über den Inhalt aus, setzt aber trotzdem eine leicht verfälschte Meinung im Kopf fest. Meine Wenigkeit hat zu mindestens nicht damit gerechnet, in einem ausgeklügelten Widerstand zu landen, der nicht erst seit gestern existiert. – Was mich aber nur positiv überrascht hat, da solche Handlungen genau mein Fall sind.
Die Handlungsstränge sind spannend geschrieben, wirken nicht übertrieben und auch nicht völlig haltlos. Alles geht mit ruhigen Schritten zu, sodass der Leser nicht den Eindruck bekommt, dass es einen Ausgangspunkt gibt und sich danach alles völlig überstürzt.
Im Gegenteil, die Autorin hat es geschafft, dem Ganzen Spannung einzuhauchen, ohne unrealistisch zu werden.
Auch ihre Charaktere überzeugen, zu einem der undurchsichtige Justin, der in Maddie Gefühle weckt, die sie vorher nie gekannt hat und zwischen zwei Seiten steckt: der Rebellion, für die er seit klein auf lebt und auf der anderen Seite Maddie, die ihn ins Grübel stürzt.
Aber auch Maddie kommt charakterlich sehr gut rüber. Besonders gefallen hat mir, dass sie sich nicht, sobald sie von den wahren Hintergründen erfährt, während derer Justin sie aufgesucht hat, sofort in die Rebellion stürzt und sich der Gruppe anschließt. Sondern sehr wohl darauf bedacht ist, die Konsequenzen für sich auszurechnen, gerade wegen ihrer Vergangenheit und den Bewährungsauflagen. – Und erst den entscheidenden Schritt einleitet, als es nicht mehr nur um ein „Ja“ oder „Nein“ geht.
Unvermeidbar ist hier natürlich auch, dass sich der Leser Gedanken über das macht, was er da vorgesetzt bekommt. Viele Schüler würden erst einmal jubeln, wenn sie gesagt bekämen, dass sie ab sofort nicht mehr zur Schule müssten, sondern ihre Aufgaben und ihre Lernziele online erledigen könnten. Aber dann würde es ihnen auch so ergehen wie nach 6 Wochen, oder länger, Sommerferien: man mag sie immer noch gerne haben, aber man vermisst seine sozialen Kontakte. Das lebhafte miteinander reden, einander berühren und echtes Lachen hören.
In Maddies Welt ist diese Art von Sozialleben schon beinahe in Vergessenheit geraten und würde ich in dieser Welt leben: es wäre irgendwann nur noch frustrierend.
Fazit: Ein sehr tolles Buch, bei dem man sich auf keinen Fall von dem Cover beeinflussen lassen sollte und auch nicht vom Preis, denn dahinter steckt genug, um beides ignorieren zu können.