Dieses Buch stand schon im April weit oben auf meiner Wunschliste. Ein bisschen ernüchternd war es dann aber doch.
Ein streng von der Federal Bureau of Reformation regiertes Land mit wenig Platz für eigene Meinung schmücken das Anfangsbild und haben mich sehr neugierig gemacht gehabt. Vieles ist verboten und alles Verbotene wird hart bestraft. Was mit den eingezogenen Leuten passiert, weiß so richtig niemand, deshalb war es um so aufregender das zu erfahren. Ember wird wegen des Verstoßes ihrer Mutter gegen Artikel 5 eingezogen und kommt in die Resozialisierung, was so ziemlich einem Gefängnis gleichkommt.
Am Anfang passiert wie man sehen kann, unheimlich viel auf einmal. Der Leser wird von einer grausamen Aktion in die nächste geworfen und ihm tun alle Betroffenen einfach nur furchtbar leid. Doch dieses Leid tun und das negative Gefühl bin ich das ganze Buch über nicht mehr losgeworden. Alles war so grausam und gewalttätig, da hab ich mich dauernd gefragt, wo das alles hinführt und ob das noch besser wird. Ein fehlte gewaltig an kleinen Hoffnungsschimmern in diesem Buch. Etwas woran man sich festhält, dass doch noch alles gut wird. Deshalb habe ich mit ziemlich gedrückter Stimmung gelesen, was ich nicht so toll fand.
Ember macht allerdings eine großartige Entwicklung durch. Am Anfang macht sie sich zwar Gedanken darüber, was mit den eingezogenen Leuten passiert, hat aber selber schon Regelbruch begangen und weiß, dass ihre Mutter auch ganz offen irgendwelche verbotene Lektüre liest, dies aber nicht ändert. Im weiteren Verlauf erfährt sie Grausamkeit, Ekel und menschenunwürdiges Verhalten, was sie unheimlich stärkt und aus ihr eine charakterstarke Frau macht. Sie lernt schnell und ist clever. Sie weiß ihre Stärken und Schwächen einzusetzen.
Chase hingegen ist in der ersten Hälfte des Buches unlesbar und schwer einzuschätzen. Man lernt ihn erst viel, viel später und sehr langsam besser kennen, wodurch sich aber auch ein gutes Gefühl ihm gegenüber entwickelt und man ihn mit der Zeit sehr gern hat.
Gefehlt haben mir ebenfalls geschichtliche Hintergründe. Wie kam es zu diesem Staat, dieser Regierung? Außerdem empfand ich die Spannung als etwas eigenartig. Sie war im Prinzip immer da, aber nie so richtig. Dadurch, dass dauernd etwas passierte und ständig weitergereist und gekämpft wurde, hat der große Absprung und eine große Spannungskurve gefehlt. Das war etwas schade.
Fazit
Alles in allem ist dieses Buch etwas drückend für mein doch so fröhliches Gemüt. :D Doch schmückt der Roman ausgefeilte, charakterstarke Protagonisten, die ständig auf Achse sind und dem Leser ständig Action bieten.
Von mir gute 3,5/5 Punkte.