Klappentext
Die junge Gaia hat alles verloren: ihr Zuhause, ihre Eltern, ihre große Liebe. Nun streift sie auf der Suche nach einer neuen Heimat durch ihre zerstörte Welt, die noch viele weitere Gefahren birgt…
Meine Inhaltsangabe
Nach dem es Gaia in „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ gelungen ist aus den Fängen der Enklave zu fliehen knüpft „Das Land der verlorenen Träume“ mit ein paar Tagen Verzögerung an den ersten Teil an. Gaia und ihre kleine Schwester Maja kämpfen im Ödland ums nackte Überleben und um den kleinen Säugling steht es sehr schlecht als die Beiden von einem Fremden gefunden werden.
Peter nimmt sich der Zwei an und bringt sie in die Stadt Sylum, die im „Toten Wald“ liegt von dem Gaia bereits im ersten Teil gehört hat. Schnell stellt sich heraus dass es sich hier nicht um die erhoffte Rettung und das daraus resultierende Happy End handelt dass man der jungen Gaia wünschen würde. Kaum in Sylum angekommen muss sie der dort herrschenden Matrarchin Olivia Rede und Antwort stehen und sich den vorherrschenden Gesetzten beugen. Maja wird ihrer Schwester entzogen und trotz Gaias Einwänden in die Obhut einer Amme gegeben und Gaia hat anscheinend keine Chance ihre kleine Schwester weiterhin beschützen zu können.
Ihre kämpferische Natur und ihr Hang zur Gerechtigkeit stoßen in Sylum, vor allem bei der Herrscherin auf Granit. Gaia muss lernen sich zu fügen, in einer Welt in der die Frauen das sagen haben und doch vom „Aussterben“ bedroht sind. Denn in Sylum kommen immer weniger Mädchen auf die Welt und die Gemeinschaft ist daher dem scheinbaren Untergang geweiht…so steht das „Kinderkriegen“ ganz hoch auf der Prioritätenliste der Frauen…und das oftmals zu unfairen Bedingungen.
Zudem hat Gaia mit einer weiteren Tatsache zu kämpfen die ihr das Leben in Sylum schwermacht…sie kann es nicht einfach verlassen, denn das würde ihren sicheren Tod bedeuten.
Während der nächsten Wochen überschlagen sich die Ereignisse in Sylum und Gaia wird an ihre emotionalen und psychischen Grenzen getrieben in dem Versuch ihren rebellischen Charakter zu brechen. Und als schließlich auch noch Leon in Sylum auftaucht und im örtlichen Gefängnis landet wird das Leben für Gaia in Sylum nur noch komplizierte…buhlen doch schon zwei andere Männer um ihre Gunst.
Cover
Das Cover sieht dem Cover des ersten Bandes zum Verwechseln ähnlich und der Widererkennungswert ist daher sehr hoch. Die Gesichte auf dem Cover sind die Gleichen nur wurden sie gespiegelt. Lediglich der farbige Hintergrund hat sich von blau ins ockerfarbene Verändert.
Charaktere
Aus dem ersten Teil treffen wir nur zwei bekannte Protagonisten wieder…wenn man von Maja mal absieht.
Zum einen kennen wir natürlich die Hauptprotagonistin Gaia die auch hier wieder die führende Rolle der Geschichte übernimmt. Zum anderen spielt Leon eine zentrale Rolle in der Geschichte….was mich wirklich sehr erstaunt, aber auch sehr gefreut hat.
Gaia erkennt sehr schnell dass ihre Rettung nur auf den ersten Blick als großes Glück betrachtet werden kann. Schnell muss sie erkennen dass ihre Vorstellung von Gerechtigkeit und ihre Art zu denken und zu handeln in Sylum nicht gerne gesehen wird. Sie versucht Anfangs ihrem Charakter treu zu bleiben und gibt sich rebellisch und versucht ihr „Ding“ durchzuziehen. Doch wo sie Anfang noch kämpferisch und rebellisch war „knickt“ Gaia zur Mitte der Geschichte ein und scheint sich dabei selbst zu verlieren. Sie fängt an nach dem Willen des Systems zu funktionieren und verliert dadurch scheinbar das Offensichtliche aus den Augen. Dadurch verletzt sie auch den Menschen zutiefst der ihr eigentlich am wichtigsten ist und auf den Sie ihre Zukunft gesetzt hat.
Mit Leon hätte ich in dieser Geschichte am Wenigsten gerechnet…zumal er im ersten Teil ja am Ende sogar von der Enklave gefangen wurde. Umso erfreuter war ich als er schließlich zu Gaias Rettung in Sylum auftaucht. Sehr erschrocken war in Anfangs über seine Art wie er auf Gaia reagiert. Seine Haltung ist ihr gegenüber abweisend, ungerecht und beinahe schon brutal. Im Laufe der Geschichte offenbart er aber seine tiefe Verletztheit und man kann ihm seine anfängliche „Unzurechnungsfähigkeit“ wieder verzeihen….zumal er derjenige ist der Gaia wieder mit ihrer Schwester zusammenbringt.
Zudem gibt es in diesem Band wirklich eine gehäufte Ladung an wunderbaren Nebencharakteren. Ich habe selten ein Buch gelesen an dem diese mit so viel Leben und Persönlichkeiten ausgestattet waren. Jeder einzelne von Ihnen ist total realistisch dargestellt und es gibt von allem etwas.
Hier ist aber die Matrarch wirklich eine der Charaktere die mir am Besten gefallen hat. Sie steht so hinter ihren Ansichten und Vorstellungen und kann diese so gut vertreten dass man beinahe selbst anfängt an ihre Wertvorstellungen zu glauben…obwohl man vom Herz her eigentlich weiß dass diese total „verquer“ sind.
Doch auch Peter und sein Bruder Will, Josephine und ihre Baby Junie etc. sind einfach wunderbare Persönlichkeiten. Alle Charaktere sind wirklich facettenreiche Persönlichkeiten, die wunderbar ausgearbeitet wurden. Alle tragen ihr „Päckchen“ an Hoffnung, Sorge, Gefühl etc. mit sich herum und bereichern die Geschichte ungemein.
Schreibstil
Der Schreibstil ist unverkennbar Caragh O`Brien. Wie schon im ersten Teil glänzt die Autorin mit ihrer detailgetreuen Erzählkunst. Sie lässt Orte und Personen lebendig werden und schafft es die Leser zu fesseln indem sie Handlungen, Gefühle und Gedanke wunderbar vermitteln kann. Sie stellt ihre Protagonisten real und lebensnah dar und man hat das Gefühl echten Persönlichkeiten zu begegnen.
Meine Meinung
„Die Stadt der verschwundenen Kinder“ hat im letzten Jahr zu meinen Highlights gehört…dementsprechend hoch angesetzt war meine Erwartung an den zweiten Teil der Geschichte der jungen Gaia. Diese hohen Erwartungen die ich schon öfters an einen Folgeband gesetzt habe wurden dieses mal… „Gott sei Dank“…nicht enttäuscht. Im Gegenteil, für mich war „Das Land der verlorenen Träume“ sogar noch eine Steigerung zum ersten Teil.
Das Buch beginnt mit einem schnellen Einstieg und der Leser wird direkt mitten in die Geschichte katapultiert. Selten habe ich wieder so schnell in eine Geschichte hineingefunden wie in diesem Teil. Bereits nach ein paar Seiten habe ich wieder mit Gaia mitgefiebert und hatte die Geschehnisse aus dem ersten Band wieder so klar vor mir als hätte ich das Buch erst gestern beendet.
Die Geschichte nimmt sofort an Fahrt auf und innerhalb weniger Kapiteln ist die Spannung bereits so hoch dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Diese Spannung flaut auch bis zum Ende hin kaum mehr ab und bleibt konstant hoch.
Die Story ist total gut durchdacht und ich konnte während dem Lesen keine Unstimmigkeiten entdecken. Die Geschichte war für mich einfach Faszination pur… ich war von den Handlungsverläufen, Wendungen und der Spannung in der Geschichte einfach nur begeistert.
Sehr spannend fand ich die Wandlung die Gaia im Laufe des Buches durchlebt. Anfangs kommt ihre rebellische Seite, die wir aus dem ersten Band schon kennen wieder zum Vorschein. Doch dieser kann sie nicht lange treu bleiben und wird sogar scheinbar „gebrochen“. Dieser Moment ist für den Leser wirklich hart…scheint die Hauptprotagonistin dadurch doch alles zu verlieren was sie uns so beliebt macht. Umso erfreuter war ich als Gaia zum Ende des Buches wieder zu ihrer alten Höchstform aufläuft und damit mehr erreicht als man sich erhofft hätte.
FAZIT
Wow, Wow, Wow…was soll ich sagen:
Dieses Buch hat einfach alles!
Es gibt eine tolle Grundidee welche überzeugend ausgearbeitet wurde und die durch Spannung und Überraschungsmomente glänzen kann.
Die Protagonisten sind alle sehr schön ausgearbeitet und es gibt viele facettenreiche Persönlichkeiten (besonders auch die Nebencharaktere) die beim Leser Gefallen finden können.
Zudem wird die emotionale Seite der Leser durch viel Gefühl, emotionalen Tiefgang und eine zarte Liebesgeschichte angesprochen und befriedigt.
Eigentlich ist meine höchste Bewertungszahl "5Herzen" ... aber hier würde ich gerne noch eines drauflegen...das Buch ist einfach nur TOP!