Rezension vom 19.09.2011
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Beim zweiten Aufguss ist es ja oftmals so, dass er die Würze des ersten nicht erreicht. Nicht so beim Interstellarem Mysterium. Ich kenne zwar die Vorgeschichte und gelte deshalb hier mit meiner Meinung sicher als ein wenig befangen. Doch das ändert nichts daran, dass mich auch der zweite Roman von Köhler ziemlich gefesselt hat. Denn wieder ist es Science Fiction, wie ich sie haben möchte: Wissenschaftsdichtung im wahrsten Sinne des Wortes. Demzufolge grenzt sich die Story des Geschehens deutlich von Phantasy ab. Sie greift letztlich in allen Punkten der Handlung auf gesichertes Wissen aus Natur- und Ingeniereurswissenschaften zurück und bedient sich in Anlehnung an diese Fakten der spekulativen Fiction. Das bemerkenswerte daran ist, dass es dabei durchweg spannend zu geht. Nicht nur, weil der Autor bekanntes Wissen aus der Raumfahrt einsetzt und dies dem Leser dabei wohl auch ein wenig nahe bringen will. Nein, auch deshalb, weil den gesamten Roman ein Konflikt durchzieht, den man schon fast als politisch oder auch moralisch bezeichnen könnte. Er reflektiert damit so ganz nebenbei wohl auch einige aktuelle ernste Probleme auf unserem Planeten - gekonnt in kleinen Happen transportiert auf eine andere Welt. Das hat mir sehr gefallen und lässt viel Raum für Interpretationen.
Eine kleine Kritik sei mir jedoch erlaubt. Denn man muss schon ziemlich aufpassen, dass man beim Lesen der ganzen "Zeitphänomene" am Ball bleibt. Mal wird vom Jahr 2077 geredet, obwohl es ja eigentlich 1904 ist, dann doch wieder von 2077, mal wird ein Planet beschleunigt, mal verzögert, dann wieder beschleunigt... Ich befürchte, dass dabei Leser, welche den Vorgängerroman Interstellare Odyssee nicht kennen, ein wenig auf der Strecke bleiben könnten. Bin gespannt auf eine Rezension von Lesern, die nur das Interstellare Mysterium gelesen haben.
Marcus Schwarz, München
Was ich noch gut finde: Das kleine Wiki am Buchende und die Hintergrundinfos auf der Website zum Buch unter interstellares-mysterium.de
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