Zuerst aufgefallen ist mir die Reihe ja dank der Cover, die sofort meinen Geschmack getroffen haben. Doch schon kurz danach sollte es die Protagonistin schaffen sich dauerhaft in mein Gedächtnis einzuprägen. Humorvoll und in ihrer Art direkt, immer von Toten begleitet und sich ihrer wahren Fähigkeiten noch nicht klar, bereit anderen zu helfen und die Polizei bei der Aufklärung von Fällen zu unterstützen – das ist Charley Davidson, die damit aber längst noch nicht beschrieben ist. Denn nur wenn man das Buch selbst liest wird man sie richtig kennen und lieben lernen. Ich hatte keine Chance gegen sie und mochte sie sofort.
Charley ist nach den Vorfällen des 1. Bandes gerade mal eine Woche Erholung vergönnt und hier setzt dann Geisterhauch ein, wobei die Grundzüge für die Ereignisse schon in Das Flüstern der Toten gelegt wurden. Mitten in der Nacht wird sie aus dem Schlaf gerissen und hat danach kaum noch eine ruhige Minute. Geisterhauch wird vor allem zu einer Suche – zum einen wird die Freundin von Cookie vermisst und Charley mit der Suche beauftragt, zum anderen ist auch Reyes untergetaucht und möchte Charley nicht zusätzlich in Gefahr bringen. Das hält sie aber nicht davon ab ihn aufspüren zu wollen, auch wenn ihr Reyes liebend gerne Hindernisse in den Weg stellt.
Wer, wie ich, gehofft hatte endlich mehr über Reyes zu erfahren wird weniger zufrieden sein mit diesem Buch. Er macht sich nämlich rar, was nicht nur die Protagonistin sondern auch die Leser etwas stört. Dafür erfahren wir mehr, wie es ihm im Gefängnis gegangen ist bzw. das er einen eigenen Fanclub hat und damit uns alle überrascht. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet er mit seiner Vergangenheit und seinen Geheimnissen so ein Trefferergebnis bei Google erreichen würde? Und während ich das hier schreibe muss ich schon grinsen, weil man genau sieht, dass Reyes das für sich nutzt und dieses Fangehabe gar nicht ernst nimmt, sondern ganz andere Gedanken dahinter stehen, die ihn wiederum noch sympathischer erscheinen lassen, falls das möglich ist.
Das Ende von Geisterhauch fand ich persönlich etwas gemein. Nicht, dass die Handlung offen wäre, aber es endet mit einer Entwicklung, die mich neugierig zurück lässt und am liebsten würde ich jetzt sofort wissen wie es weiter geht. Vordergründig möchte ich mehr von Charley und Reyes sehen, denn auch ihre Beziehung verläuft nicht wie erwartet, sondern muss Höhen und Tiefen bestehen.
Im Vergleich zum 1. Band muss ich jedoch zugeben, und das fällt mir bei dieser Reihe wirklich schwer, hat mir die Fortsetzung nicht ganz so gut gefallen. Zwar immer noch gut, aber sie hätte besser sein können. So habe ich einige Kapitel gebraucht bis ich mich so wohl fühlte wie es beim Vorgängerband sofort der Fall war. Ich kann gar nicht genau benennen was mich gestört hat, aber mir fehlt etwas. Darynda Jones hat einen herrlichen Sinn für Humor, der mich sofort für sich eingenommen hat. Auf diesen müssen wir hier keinesfalls verzichten und bei jedem Kapitelanfang war erneut ein Zitat von Charley zu finden, das so manche Situation perfekt beschreibt und sich toll als Sammlung machen würde.
Wer die Reihe bis jetzt auch so mag wie ich, sie aber auf Deutsch weiter lesen wird/möchte muss erstmal Geduld aufbringen. Der Verlag hat die Reihe für den Moment nämlich pausiert um abzuwarten wie es sich weiter entwickelt. Alleine für weitere Übersetzungen möchte ich euch diese Reihe nahe legen, sie ist es nämlich wert! Aber auch unabhängig davon lohnt sich ein Blick auf Charley Davidson und ich hoffe auch die deutschen Leser werden weiterhin in den Genuss ihrer tollen Sprüche kommen.