Rezension vom 01.06.2011
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Saras Schwester Tini wird des Mordes an ihrem Mann Paul verdächtigt. Zum einen hat sie ein Motiv, da er sie regelmäßig misshandelt hat. Zum anderen hat Tini in der "Folterkammer", einem Interforum von Opfern häuslicher Gewalt, in dem Frauen ihre Rachephantasien aufschreiben, seinen Tod genauso beschrieben, wie er durchgeführt wurde. Sara glaubt an ihre Unschuld und ermittelt auf eigene Faust. Dabei kommt sie in Kontakt mit der geheimnisvollen Valeska, der Leiterin des Forums und gerät selbst ins Visier des Mörders ...
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Mein Fazit: "Ich sehe dich" ist ein solider Debütroman, besser als so manches, was ich von etablierten Krimi- und Thrillerautoren gelesen habe. Sara ist eine sympathische Hauptfigur, die zum Mitfiebern einlädt. Das sehr sensible Thema "Gewalt gegen Frauen" wird gut umgesetzt, nicht reißerisch, nicht plakativ. Besonders reizvoll war für mich aber die "versteckte" Gewalt von Ronnie gegenüber Sara. Lauter mehr oder weniger subtile Spitzen bis hin zu Beleidigungen, aber immer die Ausrede, sie sei halt zu empfindlich und es sei ja nur ein Scherz, sodass man einerseits zwar ihre Wut versteht, andererseits aber auch ihre Hemmung, dagegen anzugehen. Diese alltägliche psychische Gewalt ist ungeheuer verbreitet und es ist schwer, sich dagegen zu wehren, weil man es einfach so leicht wieder relativiert und das kommt hier sehr authentisch rüber. Die Annäherung zwischen Sara und Tinis Anwalt, dem, charismatischen Michael, sorgt für ein gewisses Prickeln, wird aber nie kitschig.
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