Kurz zum Inhalt:
Lia Kahn, eine reiche, verwöhnte Luxusgöre, die es gewohnt ist, alles zu kriegen, was sie will, stirbt. Aber da ihre Familie sie nicht gehen lassen will, wenden sie eine neue Methode an: Ihr Gehirn wird gescannt, und alles, was es gespeichert hat, quasi die ganze Persönlichkeit, die Erinnerungen, Gefühle, der Charakter, werden auf einen sogannten "Skinner" übertragen, ein künstlicher Körper. Lia erwacht wieder, doch es stellt sich die Frage: Ist sie immer noch Lia? Und kann sie als Maschine unter Menschen leben?
Ich hab dieses Buch einem Kollegen geliehen, und sein erster Kommenter, nachdem er es gelesen hat, war: DANKE!
Dieses Buch ist grandios. Es stellt nicht nur die philosophische Frage nach dem Menschsein, was eine Persönlichkeit ausmacht, was das Ich eigentlich ist, sondern zeigt auch die Probleme der Intoleranz gegenüber anderen, den Grenzen des Aushaltbaren für Verwandte, Familie und engste Freunde, und die Oberflächlichkeit, die hinter so manchen engen Bindungen steckt.
Das alles verpackt es in eine spannende Geschichte, in der Lia immer mehr herausfindet, was es eigentlich mit den Skinner auf sich hat, wie weit diese neue Existenz eigentlich tatsächlich geht, und wo sie sich selber fragen muss, was sie eigentlich will.
Es ist schön mitanzusehen, wie Lia sich von einer verwöhnten Göre, die alles haben kann, zu einer Person entwickelt, die auf die Hilfe anderer angewiesen ist - und die diesen widerrum ebenfalls helfen will.
Dieses Buch ist anspruchsvoll, spannend, tiefgründig, fesselnd. Wer ein wirklich gutes Jugendbuch lesen will, sollte hier zugreifen!
PS: Der zweite Teil steht dem ersten Teil in fast nichts nach, also ebenfalls nicht entgehen lassen ;)