Rezension vom 02.04.2013
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Mathilde lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann Bastian in einem wunderschönen Haus an der Sylter Küste. Laut dem Horoskop ihrer Mutter ist Bastian sogar die Liebe ihres Lebens – Scheidung praktisch ausgeschlossen. Eines Tages erhält sie jedoch einen folgeschweren Brief und verlässt Hals über Kopf ihr bisheriges Leben, um nach Hamburg zu ziehen. Dort trifft sie unerwartet Jonas wieder – ihren attraktiven, wie auch beruflich enorm erfolgreichen Sylter Nachbarn. Beide sind verheiratet, doch ihre gegenseitige Anziehungskraft ist unwiderstehlich. Mathilde stürzt sich mit voller Energie ins Leben und genießt die neu gewonnene Freiheit, die ihr so kostbar ist. Doch dann passiert etwas, dass erneut alles in Frage stellt …
Gabriele Diechlers Roman „Geheime Liebe auf Sylt“ ist kein gewöhnlicher Roman. Von der ersten Seite an wird der Leser immer wieder mit tief greifenden Gedanken über Leben, Glück und Schicksal konfrontiert. Das regt selbst zum intensiven Nachdenken an, und lässt einen so manches hinterfragen. Der Mut der Protagonistin Mathilde ist beeindruckend, und doch nachvollziehbar. Denn bei aller Konsequenz als sie ihren Mann verlässt, so bleibt sie auch konfliktscheu – vermeidet jedes Gespräch mit ihm. Er bleibt ratlos und irritiert zurück. Mathilde dagegen erkennt, dass wir jeden Tag LEBEN sollten und, dass wir für unser Glück selbst verantwortlich sind. Wirklich ein starker Roman.
Doch er hat auch seine Schwächen. Gabriele Diechler pflegt zum Teil einen sehr detailverliebten Stil, der so manches Mal den Fokus unnötig ablenkt. Zudem unterhalten sich die handelnden Figuren zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit sehr bedeutungsschwer, und auch die Gedanken drehen sich unentwegt um den tieferen Sinn des Lebens. Natürlich kann der Roman ganz ohne diese Schwere nicht auskommen, aber etwas mehr Leichtigkeit hätte doch gutgetan. Extrem negativ muss ich zu meinem großen Leidwesen auch das Ende des Buches bewerten. Es hat mich sehr enttäuscht, und bei mir den Eindruck hinterlassen, dass man hier einfach nicht weiterwusste und in der Not irgendetwas zusammengeschustert hat, das dann relativ gut ins Gefüge passte. Deswegen kann ich schweren Herzens auch nur drei von fünf Sternen vergeben.
Trotz allem bleibt es ein absolut lesenswerter Roman, den man jeden nur ans Herz legen kann.
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