Für Teenager im Alter von 13 – 18 Jahren ein sehr unterhaltsamer Schmöcker.
Das Cover ist sehr schön gelungen und macht sogleich Lust auf mehr. Der Schreibstil der Autorin ist schön flüssig und wirklich traumhaft geschrieben.
Für meinen Geschmack wurde jedoch die Umgebung im Roman zu oft und zu detailliert erklärt und das hat den Spannungsbogen ganz schön runtergezogen. Wenn sich nach 200 Seiten, denn endlich mal einer aufgebaut hatte, dieser doch leider nicht lange anhielt. Erst zum Schluß hin, in den letzten 150 Seiten wurde es doch etwas spannender. Die Protagonistin Ellie ist für mich ein ziemlich schwieriger Charakter mit dem ich im Buch nicht warm geworden bin. Sie wird mir im Laufe des Buches sogar immer unsymphatischer, weil sie sich in ihrem Leid und in ihrer misslichen Lage suhlt und nichts dagegen unternehmen möchte. Erst gegen Ende kann sie etwas Ansporn und Mut entwickeln um Colin helfen zu können. Ihre wirklich permanenten, unglücklichen und übellaunigen Stimmungsschwankungen färbten schon auf mich ab, ja waren schon nervend und selbst wenn sie z.B. von Schulkameraden auf einen DVD - Abend eingeladen wurde, suchte sie nach Ausreden um nicht hin gehen zu müssen und ich habe das Gefühl gehabt, dass sie sich gar nicht einbeziehen lassen wollte. Ellie`s Art von absoluter Resignation war nicht auf Colin`s Einfluß (seine Gabe) zu schließen, sondern war ausschließlich Ellie´s Charakterzug. Sie war schon so depressiv und missmutig eingestellt, bevor sie sich in Colin verliebte. Am nächsten Tag seufzte sie wieder kläglich vor sich hin und jammerte das sie keinen Anschluss findet. Ich finde es absolut in Ordnung, auch mal in Selbstmitleid zu baden, es sollte aber kein Dauerzustand werden und schon gar keine Lebenseinstellung. Ich fand Ellie zu lethargisch und zu ängstlich. Man sollte doch wenigstens wenn man eingeladen wird und nicht hingeht, sich nicht am nächsten Tag beschweren, das man keine Aufmerksamkeit bekommt. Sie hat keine Posttraumatischen Krankheiten und doch schläft sie immer und überall plötzlich ein, hat schon totale Panik wenn das „Discolicht“ ausgeht und kommt mir doch oft nur mürrisch und patzig vor. Sie ist mit fast allem unzufrieden und ist eine kleine Nörglerin.
Und nicht immer ist daran Collin oder ihr Vater Schuld. Elli ist ja jeden Tag so drauf. Ich stelle mir gerade die Frage, ob sie im Buch mal gelacht hat? Ich kann mich nicht erinnern.
Die Spinnenfobie verstehe ich natürlich und das hat die Autorin schön rübergebracht. Leider habe ich immer das Gefühl beim Lesen gehabt, das Ellie eher 13 Jahre alt ist und nicht schon 17. Durch ihre infantile Art die Dinge zu betrachten und in Augenschein zu nehmen, ihre defensive und hilflose, sowie immer zu traurige Stimmung, lässt mich wirklich immer an ein pubertierendes Mädchen denken und an keine fast schon volljährige Frau. Ich hätte es auch schöner gefunden, wenn Ellie ihre Eltern mit „Mutti“ ,“Ma“, „Mum“ bzw. „Dad“, „Paps“ oder ähnliches angesprochen hätte. Bei „Mama“ und „Papa“ hat sich mein Eindruck einer 13jährigen Ellie noch weiter verstärkt. Besonders wenn es dann so schön kläglich von Ellie ausgesprochen wurde. Nun, hin und wieder gab es Szenen im Buch, wo ich nur kopfschüttelnd und resigniert Aufseufzen konnte. So verhält sich meiner Meinung nach keine 17jährige. Es gab auch eine Szene mit Ellie und Collin am See, wo ich aber nichts verraten möchte. Jedoch hat mich nun Collin mit seinem Verhalten zu Ellie, ganz schön verärgert und es blieb ein rauer und bitterer Nachgeschmack, der sich bis zum Ende des Buches nicht verflüchtigte. Warum Collin sich so verhalten hatte, wird zwar nachträglich kurz erklärt, doch es ist und bleibt für mich nur eine Erklärung und keine Entschuldigung. So aggressiv hätte er sich meiner Meinung nach nicht verhalten dürfen. Was macht er denn das nächste mal, wenn er Ellie dazu bewegen möchte, sich von ihm fern zu halten?
Bei einem liebendem Paar hätte ich mir mehr romantische Momente im Buch gewünscht und Colin war mir viel zu kühl und unergründbar. Irgendwann möchte man doch letztendlich das Geheimnis als Leser erfahren und die Liebenden dann endlich vereint sehen. Nur für einen kurzen Moment. Das passiert jedoch nicht. Es entstand bei mir kein Kribbeln im Bauch, es passierten keine leidenschaftlichen und herzzereisenden Momente zwischen Ellie und Colin die mich zu den beiden hingezogen hätten, und mir dadurch die Charaktere symphatischer geworden wären. Die Beziehung zwischen Collin und Ellie war mir nicht liebevoll genug und somit schwang auch für meinen Geschmack kein Mitfiebern und Bangen für die Protagonisten mit. Es kam mir so vor, das nur Ellie sich wirklich um die Zuneigung von Colin bemühte und er kam mir einfach zu kaltherzig rüber. Dies blieb auch bis zum Schluß und auch der Brief von Colin konnte dann am Ende des Buches, kein Herzflattern bei mir auslösen. Irgendwann möchte ich als Leserin doch beide Charaktere in schöner liebevoller Zweisammkeit mit richtig gefühlvollen Liebeserklärungen dahinschmelzen sehen, auch wenn es nur kurz ist, um dann mein Herz aufhüpfen lassen zu können vor Freude. Wenigstens einmal im Buch. Das Gefühl hatte ich leider wie gesagt bis zum Ende nicht. Mich hat das Buch leider nicht in eine magische Welt entführen können und ich war nicht hautnah bei den Menschen dabei, weil Colin und Ellie zu kühl, zu reserviert und nicht herzlich genug zueinander waren, um für mich ein schönes Liebespaar ab geben zu können. Nun, so gesehen passt der Titel „Splitterherz“ aber wiederum sehr gut zu der Gefühlslage zwischen Colin, Ellie und mir, die sich durch das ganze Buch gezogen hat. Deshalb von mir nur 3 Sterne! Schade, die Idee ist sehr schön und ich hoffe das der zweite Teil gefühlvoller, erheiternder und spannender wird.