Rezension vom 08.06.2012
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Léon und Louise treffen sich kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in einem Dorf in Frankreich. Sie verlieben sich ineinander - verlieren sich jedoch in den Wirren des Krieges und einige Jahre später lebt jeder der beiden sein eigenes Leben, ohne jedoch den anderen vergessen zu haben. Soweit nichts Neues. Doch was dann folgt, hat mich so gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich bei der letzten Seite angelangt war: Die beiden begegnen sich in Paris wieder, die Anziehungskraft zwischen ihnen ist ungebrochen, aber sie können nicht einfach an dem Punkt anknüpfen, an dem sie sich einige Jahre zuvor verloren haben - beide können und wollen das Leben, das sie sich aufgebaut haben, nicht einfach aufgeben und alle Brücken hinter sich abbrechen. Als Leser erlebt man mit, wie Léon und Louise sich immer wieder begegnen und trotz der für sie aussichtslosen Situation einen Platz für ihre Liebe suchen.
Alex Capus skizziert seine Charaktere sehr detailliert, mit ihren Stärken und Schwächen, er beherrscht das Kunststück, sie durch ihre Taten und nicht nur durch erzählerische Beschreibungen vor dem Auge des Lesers zum Leben zu erwecken. Dieser Schreibstil zieht sich durch das gesamte Buch: Manche Dinge und Geschehnisse werden nur angedeutet und sind gerade deswegen umso bedeutsamer für die Entwicklung, er schreibt unaufdringlich und trotzdem hat man das Gefühl, an allen Geschehnissen teilzuhaben. Capus erzählt eine berührende Liebesgeschichte, ohne kitschig zu sein. Obwohl der Roman in einer traurigen Zeit spielt, die dem Leser immer wieder vor Augen geführt wird, und viele seiner Charaktere kein leichtes Schicksal erleben, bewahrt er durch seine Sprache eine Leichtigkeit, die den Leser durch den gesamten Roman trägt.
Für mich die beste Liebesgeschichte des letzten Jahres!
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