- Wo führt Gaias und Mayas Reise hin?
- Wie geht es Leon?
- Wird Gaia jemals wieder in die Enklave zurückkehren?
- Wird der zweite Band auch nur annähernd mit dem ersten Band mithalten können?
Das waren nur vier der vielen Fragen, die mir am Ende des ersten Bandes im Kopf herum geschwirrt sind und somit musste sofort die Fortsetzung her. Und ich wurde alles andere als enttäuscht.
- Wo führt Gaias und Mayas Reise hin?
Völlig entkräftet werden Gaia und ihre kleine Schwester an der Grenze des toten Waldes von einem jungen Reiter names Peter aufgefunden, der sie mitnimmt und sie somit vor dem Hungertod rettet. Er bringt die beiden in das Dorf Sylum, welches von der Matrarch Lady Olivia regiert wird.
Sylum ist ein seltsamer Ort. Die Frauen haben voll und ganz das Sagen und das obwohl sie dort zu der aussterbenden Spezies gehören, denn es werden dort fast ausschließlich Jungen geboren. Es ist den Männern gesetzlich verboten eine Frau zu berühren, es sei denn sie sind miteinander verheiratet. Ansonsten gilt jede außereheliche Berührung als Vergewaltigung und es blüht dem Schuldigen eine harte Strafe, ja sogar der Ausstoß aus der Dorfgemeinde.
Hat man erst einmal einige Zeit in Sylum verbracht, so ist man dort im wahrsten Sinne des Wortes gefangen, denn es geht die sogenannte Schwellenkrankheit herum. Diese führt beim Verlassen des Dorfes bereits nach kurzer Zeit und auf bisher unerklärliche Weise zum Tod.
Gaia hat anfangs große Schwierigkeiten sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Von der einst so starken und selbstbewussten Rebellin ist zeitweise gar nichts mehr übrig geblieben. Sie muss sich unterordnen, fühlt sich hilflos und ausgenutzt.
Aus Liebe zu ihrer Schwester und dem Versprechen, welches sie ihrer Mutter kurz vor deren Tod gegeben hat passt sie sich gezwungener maßen den dortigen Gegebenheiten an. Doch innerlich herrscht bei Gaia eine schreckliche Unruhe. So wird sie immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Die denkt viel an die Enklave, an ihre toten Eltern, ihre alten Freunde und natürlich stellt sie sich auch die Frage:
- Wie geht es Leon?
Leon, der sie gerettet hat und das mehr als ein Mal. Leon, der sich für sie aufgeopfert und ihr somit die Flucht erst ermöglicht hat. Sie vermisst ihn und die Ungewissheit ob er noch lebt zerreißt ihr das Herz. Erst als er plötzlich und unerwartet auftaucht, scheint wieder ein kleines Fünkchen neuer Lebensmut und Hoffnung in ihr aufzuflackern.
Doch Gaia merkt schnell, dass auch er sich verändert hat und sie lernt ihn sehr bald auch von einer ganz anderen Seite kennen – eine Seite, die sie zeitweise wieder in ihr schwarzes Loch zurückfallen lässt. Zumal mit Peter, ihrem Retter aus dem Wald, und seinem älteren Bruder Will zwei weitere junge Männer unbedingt ihr Herz erobern möchten.
- Wird Gaia jemals wieder in die Enklave zurückkehren?
Ich möchte nicht zu viel verraten, aber das Ende des Buches verrät schon mal eine grobe Richtung, in die der Abschlussband gehen wird.
- Wird der zweite Band auch nur annähernd mit dem ersten Band mithalten können?
Absolut! Dieses Buch ist eine emotionale Berg- und Talfahrt. Genauso wie Gaia muss sich der Leser erst einmal an die neue Umgebung und derer Mitmenschen gewöhnen. Doch man hat sich sehr schnell in der neuen Szenerie zurechtgefunden und kommt bis zur letzten Seite auch nicht mehr heraus. Der flüssige Schreibstil, die detaillierten Beschreibungen und die wundervollen Charaktere machen dieses Buch zu einer absolut runden Angelegenheit, die den Leser auch dieses Mal wieder nachhaltig beschäftigt. Ich finde es toll, dass die Autorin hier Charaktere entwickelt hat, die alles andere als stereotypisch sind. Sie entwickeln sich, sind sowohl stark als auch verwundbar – kurz: sie sind authentisch und menschlich. War es im ersten Band vor allem Gaia, die diese Geschichte getragen hat, so war es in diesem Teil vor allem Leon, der als Charakter meiner Meinung nach die größte Entwicklung gemacht und mich durchweg einfach begeistert hat. Doch auch alle anderen konnten mich in ihren großen und kleinen Rollen begeistern und es gab niemanden, den ich als Charakter in irgendeiner Weise als überflüssig empfand.
Fazit
Eine tolle Fortsetzung zu einer tollen Geschichte, die ihrem Vorgänger in nichts nachsteht. Ich kann den dritten (und leider letzten) Teil schon jetzt kaum erwarten. FÜNF Sterne!