Auch ich bin mehr als enttäuscht von dem Buch. Klar, es war hier und da wieder einmal typischer Moers Humor zu entdecken und auch ein paar nette Ideen dabei, aber irgendwann beschränkt er sich auf diesen sogenannten Pupettismus und man hat das Gefühl, ein Buch über Puppentheater in den Händen zu halten. Wo ich bis zur Mitte hin noch ein gutes Gefühl bei dem Buch hatte, ja, eine gewisse Vorfreude, ist das Buch nach Abschluss (obwohl man es so nicht nennen dürfte) für mich als ein Reinfall entartet. Hier werden gerade die Leser enttäuscht und veräppelt, die das Buch aufgrund der Begeisterung seiner Bücher direkt am Erscheinungstag kaufen und darauf reinfallen, dass die Geschichte eigentlich auf der letzten Seite ihren Lauf nimmt und plopp, wird der Spannungsbogen fallen gelassen. Und dann ein, wie ich finde, eher peinliches Schlusswort, warum wieso und weshalb nun an diesem Ende die Geschichte erst beginnt und dass dieses Buch nur eine Ouvertüre zur eigentlichen Geschichte ist.
Ich habe das Buch gestern erst beendet und frage mich noch heute, warum man einen Leser, und vor allem einen begeisterten Fan (gerade die kaufen doch am Erscheinungstag) so verärgert. Da geht scheinbar wieder einmal Marketingstrategie über alles. Gerade die Leser, die auf den Autor schwören, werden damit in eine Falle gelockt. Immerhin sind ja wir es, die am Erscheinungstag kaufen. Dass man damit aber nicht hinterm Berg halten wird, müsste doch ein Verlag erahnen. Ich bin daher insgesamt gespannt, wie sich der Erfolg von diesem Buch entwickeln wird.
Das Buch ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man Fans vergrault. Ich hätte zu gern etwas anderes über dieses Buch geschrieben, aber dafür ist die Enttäuschung in ein teures Buch zu groß. Es ist mir auch immer noch zweifelhaft, wie dieses Buch diesen Titel trägt. Wie heißt dann die eigentliche Geschichte? ,,Das Labyrinth der träumenden Bücher - jetzt aber wirklich" ?
Also, wer eine amüsante aber zum Teil zähe Vorgeschichte vom ,,Labyrinth der träumenden Bücher" lesen mag, dem kann dieses Buch gefallen. Wer aber tatsächlich eine Geschichte zum Labyrinth der träumenden Bücher lesen möchte, der sollte sicherlich besser auf das nächste Buch warten.
Ich erwäge inzwischen, das Buch wieder zu verkaufen. Ich habe gerne in ein gebundenes Buch investiert, was eine Geschichte vom Labyrinth der träumenden Bücher beinhaltet. Aber für eine von Moers auf der letzten Seite betitelte Ouvertüre sind 25 Euro verdammt viel Geld.
Ich finde, man sollte immer mit offenen Karten spielen. Das ist hier nicht der Fall. Das blöde ist eben auch, dass eine solche Tatsache die vorherigen Seiten sehr blass erscheinen lassen, obwohl die ein oder anderen netten Stellen dazwischen waren. Nett, witzig, aber eben nicht spannend oder mit einer Geschichte in Zusammenhang stehend. Die Enttäuschung überspielt demnach auch die wenigen netten Seiten an diesem Buch.