Rezension vom 19.05.2013
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„Wenn Schläge doch nur nicht so weh täten, dachte ich mir, dann wäre das alles halb so schlimm.“
Das Geburtstagsgeschenk für Fritz Mertens‘ Bruder: ein Blatt Papier mit einem aufgeklebten Pfennig und den Worten: „Für mehr hat es nicht gelangt, du warst ja auch dieses Jahr nicht brav. Mutti“
Gewalt, Liebesentzug, Vernachlässigung, Lügen und Betrug sind die ständigen Begleiter dieser schmerzhaften und traumatischen Kindheit. Die Mutter beklaut den eigenen Sohn, der Vater trinkt und prügelt, nur die Geschwister versuchen einigermaßen zusammenzuhalten.
Fritz Mertens schildert in seinem Bericht „Ich wollte Liebe und lernte hassen!“ seine Kindheit und Jugend, die von Beginn an unter keinem guten Stern standen. Minutiös werden Geschehnisse und Gespräche wiedergegeben und dies liest sich mehr als erschreckend. Vor allem zeigt die Geschichte auch das Versagen der Umgebung: Sanitäter, die den Anruf des kleines Jungen (die Mutter unternimmt einen Selbstmordversuch) nicht ernst nehmen; Nachbarn und sogenannte Freunde, die definitiv von der ‚Zwangsarbeit‘, die die Kinder machen müssen, wissen; Lehrer, die nichts wegen der schlechten Noten und offensichtlichen Verletzungen unternehmen usw. usf. Diese Liste ließe sich endlos fortführen.
So bleibt der Leser erschüttert zurück und weiß einmal mehr um sein Glück, von solchen Eltern verschont geblieben zu sein. Die Lektüre war schmerzhaft, aber lehrreich.
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