Rezension vom 26.10.2011
(10)
In »1Q84« verfrachtet uns Haruki Murakami, wie man es eigentlich schon vermuten könnte, ins Jahr 1984. Erzählt werden die Geschichten zweier unterschiedlicher Menschen in Tokio, Aomame und Tengo, die auf unterschiedlichen Wegen in einen heiklen und obendrein phantastischen Kriminalfall verwickelt werden. Nach und nach werden beide in die Parallelwelt »1Q84« gesogen, eine Welt mit zwei Monden, und versuchen einerseits wieder zueinander als auch den Weg aus dieser unwirklichen Welt zu finden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Wenn ich mir einen Moment nehme und genauer darüber nachdenke, in welche Genre-Schublade ich den Roman stecken würde, wüsste ich partout keine zutreffende Antwort. Einerseits ist es ein Kriminalroman, andererseits aber auch eine Lovestory, und beides findet in einer Fantasyumgebung statt, die sich augenscheinlich nicht im Geringsten von der Realität unterscheidet. Buch 1 und 2 bauen die Geschichte um beide Hauptcharaktere langsam auf, während erst in Buch 3 der Ermittler, Uchikawa, als kriminalistisches Element die Bühne betritt und dem Leser erstmals Einblick in seine Spurensuche gewährt. Insofern ist es also weder ein klassischer Kriminal- noch ein schmalziger Liebesroman, eher ein Mix aus allen drei Elementen, der zu unterhalten weiß.
Einzig und allein die Tatsache, dass nun wieder einige Zeit ins Land gehen wird, ehe man ein neues Murakami-Werk in den Händen halten kann, lässt das Herz des Fans beim Beenden von »1Q84« schwer werden. Da ich aber noch nicht die komplette Bibliografie Murakamis in meinem Regal stehen habe, werde ich mich so lange mit älteren Romanen über Wasser halten (müssen).
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