Rezension vom 01.05.2012
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"Wörter sind wie Tierspuren, die du im Morgengrauen am Strand findest. In der Nacht hat ein reges Hin und Her geherrscht von Füchsen, Mäusen, Raben... Alle bewegen sich durchs Dunkel und hinterlassen ihre Spuren... Doch bevor wir uns fragen, wohin wir gehen, müssten wir vielleicht herausfinden, woher wir kommen."
Warum lebe ich? Wohin gehe ich?
Endlich habe ich die lang ersehnte Fortsetzung von "Geh wohin dein Herz dich trägt" gelesen. Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Teil ist nicht ganz so wärmend, wie der erste. Er ist grundsätzlich kühler, jedoch nicht weniger philosophisch oder tiefsinnig geschrieben. Die Enkel-Figur wird sehr rau dargestellt. Fast schon ein Widerspruch zur feinsinnigen, sich aber verändernden Großmutter-Figur. Olga stirbt zu Beginn des Buches. Dies lässt sich ja schon am Ende des ersten Buches erahnen, dass die Demenz ihre Arme um sie schlingt.
Tamaros wunderbare Art, ein Buch mit so vielen Metaphern zu schreiben ist schon sehr einzigartig und sehr speziell. Sie trifft diese Vergleiche jedoch nie unbedacht. Immer wieder verschlingen einen die Bilder während man liest, sie fesseln und faszinierend. Die Autorin hat hierfür ein ganz besonderes Talent, wie ich finde.
Die Suche nach den Wurzeln, nach dem eigenen Weg, nach dem Sinn des Lebens und nach unserer Herkunft ist wohl in jedem von uns tief verankert. Genau diese Fragen greift das Buch auf.
Ein philosophisches, nachdenklich machendes, bewegendes Buch, das einen berührt und warm zurück lässt. Jedoch nur für Leser geeignet, die sich grundsätzlich gerne mit Sinnfragen beschäftigen. Für alle anderen wird es ein eher langweiliges und langatmiges Buch sein.
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