Rezension vom 18.05.2013
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Es gibt Bücher, die man lesen MUSS, sobald man sie zum ersten Mal gesehen hat. Elysion ist so ein Buch. Nachdem der Autor Thomas Elbel 2011 mit Asylon ein erfolgreiches Debüt feiern konnte, legt er nun mit Elysion nach. Ich bin bisher noch nicht dazu gekommen, Asylon zu lesen, aber spätestens jetzt - nachdem ich Elysion beendet habe - ist es ein Must-Have für mich geworden. Vorneweg sei allerdings gesagt, dass sich die Bücher nur in ihrer Aufmachung gleichen und ansonsten nicht zusammen hängen.
Elysion ist ein Roman, in dem einfach alles stimmt. Der Genremix aus Fantasy, Sci-Fi und Dystopie hat genau gepasst, die Charaktere waren authentisch, die Atmosphäre dicht und so war ich direkt nach ein paar Seiten schon voll im Bann. Die düstere Welt bestehend aus Ruinen, Wald und einer von den Malachim kontrollierten Stadt, wird perfekt bildlich vorstellbar beschrieben: Stellt euch vor, die Welt ist zerrüttet vom Bürgerkrieg. Ihr wandert durch die Ruinen einer Stadt, in denen sich nach wenigen Jahren schon wieder die Wildnis einen Weg bahnt. Und der Bürgerkrieg wurde dann auch noch durch die Malachim beendet, die viele Menschen für Götterwesen halten. In Wirklichkeit sind es Wesen, die wie Menschen ohne Haut aussehen und übermächtig sind. Sie haben die Herrschaft über die Welt übernommen. Und in dieser Welt schlägt sich Cooper durch, indem sie die Malachim tötet und das was von ihnen übrig bleibt verkauft. Als "Unterstützung" hat sie zwei weitere Menschen, die sie überall hin begleiten.
Die Charaktere sind sehr vielschichtig und entwickeln sich beständig weiter. Meistens darf man Cooper verfolgen, die als Kind ihre Eltern verloren hat und von einer "Pflegemutter" aufgezogen wurde. In Rückblenden erfährt man viel über ihr Schicksal, so dass sie mir schnell ans Herz wuchs. Sie ist auf der einen Seite extrem mutig, denn sie stellt sich göttergleichen Wesen entgegen, auf der anderen Seite aber nicht perfekt. Auch sie hat Ängste und Sorgen und weiß manchmal nicht, wie es weiter gehen soll. Um sie herum gibt es eine Gruppe von Personen, die sich in unterschiedlichem Umfang meine Sympathie erkämpften. Während Stacy eine Mitläuferin ist, die halt einfach so dabei zu sein scheint, weil sie von Cooper am Besten beschützt werden kann, ist Brent ein Mann, der mir im Laufe der Geschichte immer unsympathischer wurde. Beide Charaktere lassen sich zuerst in eine bestimmte Richtung schieben, verändern sich aber genauso wie Cooper. Weitere Nebencharaktere fügen sich gut in die Geschichte ein und sind ebenfalls tief genug ausgearbeitet, dass man glaubt, sie wirklich kennen zu lernen.
Diese kleine Gruppe ist auch nur ein Teil von vielen gut ausgearbeiteten Charakteren. Neben Cooper hatte ich einen Favoriten: McCann. Für diesen Mann arbeitet Cooper und immer wenn er im Geschehen auftauchte wurde es dramatisch. Ich hatte den Mann immer gleich vor Augen, so wie es eigentlich direkt bei allen Charakteren und dem Setting war.
Es gibt mehrere Handlungsstränge, die nach und nach auf ein großes Finale hinlaufen. Viele überraschende Wendungen machen die Geschichte unvorhersehbar und spannend. Die Geschehnisse werden direkt und manchmal auch brutal beschrieben, was für einen zusätzlichen Thrill sorgt. Die unterschiedlichen Perspektiven verwirren zu Beginn vielleicht etwas, aber nach kurzer Zeit fügen sie sich perfekt zu einer Handlung zusammen. Das Finale lässt mich nun auf einen zweiten Band hoffen. Notwendig für das Verständnis von Elysion ist er aber nicht, da die Handlung weitestgehend abgeschlossen ist. Es wäre einfach nur noch einmal ein ganz großes Erlebnis, in die düstere Atmosphäre einzutauchen und die Charaktere wieder zu treffen.
Bewertung
Ich bin begeistert von einem Buch, wie schon lange nicht mehr. Dichte Atmosphäre, authentische Charaktere und eine packende Handlung sorgen für viel Lesevergnügen. Elysion ist ein Must-Read für Fantasy- und Science-Fiction-Freunde.
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