Rezension vom 05.03.2013
(3)
ElCapitan: Bist du online?
Drei Wörter. Auf den ersten Blick wirken sie harmlos, doch auf den folgenden Seiten des Buches <Mädchenfänger> wird klar, dass dahinter viel mehr steckt. Ihnen wohnt eine gewisse Magie inne.
Lainey Ermerson. 13 Jahre jung. Von der Mutter aus dem bekannten Umfeld gerissen, fühlt sie sich unverstanden und alleine. Hinzu kommt das schlechte Verhältnis zu ihrem Stiefvater. In der Schule hagelt es schlechte Noten. Anschluss knüpft sie auch keinen. Im neuen Heim nervt sie ihr jüngerer Bruder. Die große Schwester ist das schwarze Schaf der Familie und nie wirklich Zuhause. Verständnis findet sie nur bei ihrem neuen Freund. Ein älterer Junge, der wirkliches Interesse an ihr hegt. Unter dem Nickname ElCapitan hat er sich dem Teenager genähert. Alles scheint perfekt und um das Glück abzurunden, wollen sich die Beiden endlich einmal treffen. Lainey zögert nicht lange. Doch ganz schnell wird die empfundene Geborgenheit zum Verhängnis. Das Mädchen findet sich bald in einem dunklen Loch wieder.
Zur etwa selben Zeit wird Sepcial Agent Bobby Dees, von seinen Kollegen Shep genannt, mit dem Fall betraut. Er arbeitet in einer Spezialeinheit, welche sich um die Anzeigen vermisster Kinder kümmert. Seine Erfolgsquote spricht für Dees. Zeitungen berichten über ihn. Doch was im Verborgenen bleibt: Dees vermisst selbst seine Tochter. Katy. In seiner Ehe geht es daher bergab und es ist keine Besserung in Sicht. Der Fall von der kleinen Lainey rollt alles wieder auf. Und noch während seine Kollegen die Akte des Mädchens schon schließen wollen, da alles auf eine normale Ausreißerin hindeutet, schlägt ein Journalist quer und mischt die Einheit um Bobby Dees richtig auf. Es dauert nicht lange, da kommen Hinweise auf, welche sie zu einem toten Mädchen führen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
<Mädchenfänger> ist ein gut konstruierter Thriller. Während man sich als Leser die ganze Zeit im Glauben wiegt, den Täter zu kennen, überrascht die Autorin Jilliane Hoffmann mit spannenden Wendungen. Das Thema ist zeitnah. Das Internet dient gerade den Sexualverbrechern als große Spielwiese und es wird immer schwieriger ihnen auf die Spur zu kommen. Sie erarbeiten sich wasserdichte Profile, um Kindern und Jugendlichen in sozialen Netzwerken, Chats, Foren etc. aufzulauern. Gerade der fiktive, aber durchaus realistische Fall von Lainey zeigt, dass einmal mehr zur Vorsicht aufgerufen werden sollte. Das betrifft nicht nur die möglichen Opfer, sondern auch die Eltern. Denn in Zeiten wie diesen, wo das Medium Internet immer mehr vorherrscht, sollte man den Kontakt zueinander nicht verlieren.
Alles in allem ist der Plot rundum gelungen. Die vielen Abkürzungen, der verschiedenen Einheiten wirken ab und an etwas abschreckend, mindern aber keineswegs den Lesefluss oder behindern den Spannungsbogen. Gute Unterhaltung ist garantiert!
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