Rob ist sexy, erfolgreich, vermögend. Doch als seine Model-Schicki-Micki Freundin Marietta ihn verlässt, befällt ihn so etwas wie die Midlife-Crisis. Ist es wirklich seine Welt? Die tolle Agentur, ja, sicher, er hat sie sich erarbeitet. Seine Model-Sekretärin, seine sexy Designerinnen. Alles ganz toll. Doch plötzlich ereilt Rob ein Koller. Ist er doch mehr Landei als er es sich eingestehen mag? Wovor ist er damals mit seinem Kumpel Golo geflüchtet? Und warum macht ihn sein ganzes Leben nicht mehr glücklich?
Erst verschlägt ihn sein Weg in seine alte Kneipe, die Grotte. Willi, der Wirt, rät ihm, sich eine Frau "auf der eigenen Scholle" zu suchen. Rob ist entsetzt. Eine Frau aus dem Dorf? Aus DEM Dorf? Im Leben nicht.Und doch lässt ihn der Gedanke nicht los. Er findet sogar einen Stammtisch mit seinen alten Leuten in der Stadt und hängt sich an ihn ran. Erst landet er mit Jessica im Bett, der Dorfschönheit, die er als Teenie nicht haben konnte. Dann trifft er auf seinem Firmenjubiläum Gabi wieder, die Tochter seines alten Lehrers. Was wie eine zarte Liebe anfängt, wird von Robs Egomanie schnell im Keim erdrückt... Robs Gedankenwelt spielt verrückt. Er muss zu irgendeiner Lösung kommen...
Das Buch klingt ja erstmal net schlecht. Ein Mann, der seine Hochglanzwelt leid ist und sich frägt, was und wer er wirklich ist.
Die Gedanken sind manchmal tiefsinnig, manchmal völlig abstrus. Der Weg von Mariettas Weggang bis hin zum Stammtisch mit seinen Dorfleuten ist ja noch relativ gut nachvollziehbar. Aber ab der Feier in seiner Agentur nimmt die Geschichte regelrecht dämliche Züge an. Jessica, Bernd und Gabi tauchen auf. Und plötzlich passiert so etwas wie ein Zeitsprung, der doch nur eine Nacht dauert. Er sitzt am nächsten Tag mit Gabi am Frühstückstisch und ist ... verliebt??? So schnell? In eine pummelige Frau mit ausgegrauter Unterhose? Wo er vorher eine Marietta im Bett hatte, ein Kaliber Topmodel? Das fand ich enorm unglaubwürdig. Natürlich hat er mit Gabi in dieser Nacht NICHT geschlafen, denn das will er gar nicht mehr. Wie jetzt?
Ich hab den Eindruck, Beckerhoff hätte da durchaus ein Kapitel mehr einbauen können um zu zeigen, was in der Nacht passiert ist. Stattdessen wird man mit zwei Nebensätzen abgespeist, erst hat Rob mit Gabi getanzt, dann geküsst und dann sind sie zu ihm gegangen und er hat entgegen seiner Art ganz brav auf der Couch geschlafen. Kennt man zu dem Zeitpunkt ja bereits Robs Vorgeschichte, erscheint dieser Wandel regelrecht lächerlich. Hätte der Autor dieser Wandlung mehr Raum gegeben, wäre es vielleicht glaubwürdiger gewesen.
Doch genau in dem Stil geht es weiter. Er und Gabi lieben sich, verstehen sich blind. Gabi kann über das Gleiche lachen wie er, ist fasziniert von ihm. Rob muss nicht der Held aus der Agentur sein, er kann einfach Robert aus dem Kaff sein.
Und dann kommt wieder so eine unsinnige Blende. Zwischen ihm und Gabi ist alles aus. War ja nur ein Ausrutscher. Wie konnte er glauben, dass eine Frau von der gleichen Scholle was für ihn ist? Wahrscheinlich denkt Gabi genauso wie er. Er fliegt in den Urlaub, trifft auf eine Gruppe verkappter Juppies (aus dem gleichen Dorf!!!!), säuft, kifft, surft und kommt als geläuterter Mensch zurück. Kein Alkohol (den er bis zur Mitte des Buches gesoffen hat wie andere Wasser), keine Zigaretten (die er vorher geraucht hat wie ein gut funktionierender Ofen im tiefsten Winter) und keine Frauen (die er vorher genommen hat wie irgendein Playboy). Diese ganze Kiffergeschichte am Strand, auch noch dazu aus dem gleichen Dorf - das hat der Geschichte den letzten Funken Glaubwürdigkeit geraubt. Auf Seite 190 hatte ich schon keine Lust mehr, es weiter zu lesen. Aber auf den letzten 60 Seiten gibt man ja nicht auf....
Gelohnt hat es sich trotzdem nicht, außer, dass ich nun ruhigen Gewissens meinen Haken hinter dieses Buch setzen kann. Kurzum:- unglaubwürdig- hirnrissig- vorhersehbar