Titel: Verhängnisvolles Gold
Originaltitel: Entice
Autor: Carrie Jones
Übersetzer: Ute Mihr
Verlag: cbt
Preis: 7.99€ [D]
ISBN: 9783570308592
Seiten: 352
Format: Taschenbuch
Reihe: Need
Achtung: Dies ist der dritte Teil einer Reihe und solltest du die vorherigen Bände nicht gelesen haben, würde ich dir vom Weiterlesen abraten!
Klappentext:
Zara und Nick sind eigentlich Seelenverwandte, dazu bestimmt für immer zusammen zu sein. Doch Nick wurde von Elfen getötet und nach Walhalla verschleppt. Zara und ihre Freunde haben alle Hände voll zu tun, nicht nur Nick zu retten, sondern auch die schlimmste Elfenattacke, die Maine je gesehen hat, abzuwehren. Und selbst wenn es ihnen gelingt: Was wird Nick dazu sagen, dass Zara sich von Astley zur Elfenkönigin hat küssen lassen?
Meine Meinung:
Es ist, denke ich mal, nichts seltenes, wenn man den ersten Band einer Reihe richtig schlecht fand, man sich vielleicht doch noch den nächsten kauft, in der Hoffnung, dass der besser ist. Dieser zweite Teil war natürlich um einiges besser und prompt legt man sich vertrauensvoll auf weitere Besserung den wiederum nächsten Band zu. Aber. War. Das. Wirklich. Nötig...
"Hört auf", sage ich. Das Achtzigerjahrekleid hebt die Augenbrauen:" Wir haben viel zu viel Spaß, um aufzuhören." Wie originell. (S.10, Verhängnisvolles Gold)
Mal ganz abgesehen davon, dass man sich am Anfang erst man an die Zeitform, in diesem Fall Präsens, gewöhnen muss und sich dieser doch simple Schreibstil auch nicht gerade als das wirklich Wahre bewiesen hat, ist es schon eine Überlegung wert, ob Zaras "Hört auf" viel origineller war, als die Antwort der mordenden Elfenfrau. Außerdem sollte man sich im klaren darüber sein, dass es mit Zaras Art im Verlauf des Buches nicht gerade bergauf geht.
Sie ist und bleibt naiv wie eh und jeh, wobei man zum Schluss des Buches eventuell eine Aussicht auf einen Fortschritt ihrerseits bekommt, den ich aber mit Freuden nicht weiterverfolgen werde. Es ist ja schön, wie sie wenigstens versucht hilfreich zu sein, manchmal sogar lichte Stunden hat.
"Weißt du, das Leben zerbricht uns alle in kleine Stücke. Es beschädigt uns, aber die Art und Weise, wie wir die kleinen Teile wieder zusammenfügen, die macht uns stark." (S. 125, Verhängnisvolles Gold)
Für diesen einzigen Satz hätte ich ihr schon beinahe all ihre kleinen Fehlerchen verziehen. Natürlich gibt es da nur noch einen kleinen Haken. Es ist eben nur ein einziger Satz. Im nächsten Moment will man sich auch bereits wieder mit dem Buch erschlagen. Es nervt nämlich extrem, wenn Zara ihrer schönen Zeit mit Nick nachsinnt. Aber liebe Zara: Nick ist tot tot tot tot tot tot tot tot tot tot tot tot tot! Verdammt nochmal er ist TOT. Was würde denn passieren, wenn mir all unsere geliebten Verstorbenen wieder ins Leben zurückholen würden. Ich wills mir gar nicht vorstellen, aber gut wäre es sicher nicht. Das Schlimmste ist aber, dass Zara dafür auch über Leichen geht. Was nützt es denn einen verstorbenen, nicht mehr lebendigen Menschen, der Geschichte ist, wieder ins Leben zu holen, wenn dafür mehrere lebendige sterben müssen? Egoismus hat ihren Höhepunkt erreicht und die, die ihren Kopf hinhalten müssen, sind natürlich die Freunde.
Issie, Cass und Devyn waren mir eigentlich immer sympathisch, zumindest mochte ich sie lieber als unsere verehrte Protagonistin Zara. Dennoch kann man sich selbst auf die nicht mehr verlassen. Sie bleiben blass, ganz so als hätten sie noch nie Farbe gehabt. Dev ist nach wie vor schlau und Issie quirlig. Nur eben langweilten sie mich, wie sie mich nervten und wären sie nicht erwähnt worden, hätte das nicht gestört, noch wäre es ins Gewicht gefallen. Der einzige Lichtblick war Astley, den ich eigentlich vorher nie recht mochte. In diesem Teil jedoch war er mein Liebling, der mir viel besser gefiel, als der langweilige und stereotypisch Nick, der Beschützer und Krieger. Schade, dass er nicht allzu oft vorkam. Wie oben bereits erwähnt war der Schreibstil gewiss kein Highlight. Das Buch schaffte es nur bedingt mich zu fesseln und spannende Textpassagen waren viel zu kurz gehalten bis gar nicht vorhanden. Man hätte so viel mehr daraus machen können, immerhin sind die blauchhäutigen Elfen mit Haifischgebiss interessant. Aber nein, ganz frei nach dem Motto:
Oh nein ich bin jetzt ein Elf, die sind alle böse heul - nein Zara, du bist ein guter Elf - hoffentlich liebt mich Nick dann noch - aber wenn er dich wirklich liebt, dann liebt er dich auch so, auch wenn wir dich nach deiner Verwandlung nicht so mochten - ach wie lieb, aber Elfen sind ja alle sooooo böse...
Würde man alle dieser unnötigen Dialoge und Sätze streichen, wäre ich schon viel früher von meiner Qual erlöst worden, allerdings hätte man das Buch dann nur noch als Kurzgeschichte verkaufen können.
Fazit:
Wer die ersten beiden Bände mochte, wird den vermutlich auch mögen, wer nicht: NICHT lesen, macht euch keine Hoffnungen!