Rezension vom 08.06.2013
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Immer wieder entdecke ich im Amazon Vine Programm Buchneuerscheinungen, auf die ich in der Buchhandlung gar nicht so richtig aufmerksam geworden wäre. Ich gebe zu, dass ich mich in der Jugendbuchabteilung oft auf Fantasy konzentriere, da dieses Genre bei den Junglesern im Familien- und Freundeskreis die meisten Anhänger hat. Nachdem ich aber über dieses Buch in einem Forum nur Gutes gelesen habe, konnte ich nicht widerstehen und orderte mir kürzlich das letzte Rezensionsexemplar. Natürlich hatte ich auch von der amerikanischen
Autorin Huntley Fitzpatrick
im Vorfeld nie gehört. Auf der hinteren inneren Umschlagseite meines Leseexemplars erfuhr ich, dass die 6-fache Mutter, die bereits als Kind Schriftstellerin werden wollte, in Massachusetts lebt. Als Vorlage für ihren hier vorliegenden Debütroman diente der kleine Küstenort in Connecticut, in dem sie aufwuchs. Nach ihrem Universitätsabschluss arbeitete sie in verschiedenen Berufen, u.a. als Lektorin. Inzwischen widmet sie ihre gesamte Zeit dem Schreiben.
Mein Sommer nebenan
Samantha und Jase wohnen schon seit 10 Jahren Tür an Tür und trotzdem kennen sie sich nicht. Die alleinerziehende Mutter der Siebzehnjährigen, die inzwischen Senatorin ist und nie etwas mit der Großfamilie im Nachbarhaus zu tun haben wollte, wusste das gekonnt zu verhindern. Allerdings hat Samantha alle Mitglieder der Familie Garrett schon hunderte Male von ihrem Dachvorsprung aus gesehen. Eines schönen Sommerabends besucht Jase Samantha auf ihrem Beobachtungsposten und verändert damit ihr ganzes Leben…
Erwachsen werden ist nicht leicht.
Doch leicht und flüssig ließ sich dieser in einfacher, aber trotzdem sehr bildhafter Sprache verfasste Jugendroman von der ersten bis zur letzten Seite lesen. Die sympathische Hauptprotagonistin Samantha erzählt die Geschichte in der ersten Person und fesselte mich von Anfang an. Ich konnte mich sofort in sie hineinversetzten, sah die Welt mit ihren Augen und spürte ihr Umfeld. Sie ist weder ein Püppchen, noch ultrarebellisch, sondern ein ganz normaler Teenager. In manchen Dingen wirkt sie bereits sehr gefestigt, in anderen ist sie noch auf der Suche.
Es machte riesigen Spaß, an der Entwicklung der ersten richtig großen Liebe der 17-jährigen teilhaben zu können. Mir gefiel, dass hier nichts verkitscht wurde und ganz nebenbei noch viele wichtige gesellschaftliche Probleme angesprochen wurden, mit denen Teenager irgendwann in Berührung kommen und die ihnen eine Entscheidung für sich selbst abverlangen. Der sensible Umgang mit der Sexualität hat mir besonders gut gefallen.
Obwohl bis zum letzten Drittel des Buches, von den vielen kleinen wichtigen Ereignissen des täglichen Zusammenlebens mal abgesehen, nichts wirklich dramatisches passiert, flogen die Seiten beim Lesen nur so weg. Oft hatte ich ein Schmunzeln auf dem Gesicht, hin und wieder musste ich sogar laut auflachen. Es gab aber auch Ereignisse, die mir leichte Bauchschmerzen verursachten. Außer der Hauptprotagonistin schloss ich noch etliche andere Protagonisten in mein Herz. Weitere beobachtete ich mit Sorge oder auch Misstrauen.
Als ein dramatisches Ereignis im letzten Drittel alles auf den Kopf stellt, ist es wie im richtigen Leben. Wenn es kommt, dann knüppeldick. Die Ereignisse überschlugen sich. Hier wurden in mir beim Lesen die verschiedensten Gefühle geweckt. Ich konnte den Zwiespalt, in dem Samantha steckte genauso fühlen, wie die schlimmen Veränderungen im Leben der mir anderen inzwischen sehr lieb gewordenen Figuren. Am Ende war ich sehr froh über die Wahl, die von ihnen getroffen wurde und verabschiedete mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
„Mein Sommer nebenan“ ist für mich ein wunderbares Buch, welches nicht nur der reinen Unterhaltung dient, sondern auch verschiedene Lösungswege für verschiedene Lebenssituationen aufzeigt. Ich empfehle es gern für Jugendliche ab 14 Jahren. Nach oben hin sind, denke ich, alterstechnisch keine Grenzen.
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