Cover und Titel:
Ich hab durch das deutsche Cover erst gedacht, das Buch sei eher kindisch und nichts für mich. Da dies aber nicht so ist, mochte ich das Cover eigentlich nicht, allerdings fängt es wirklich perfekt den Charme des Buches ein und ich kann mir eigentlich kein besseres für dieses Buch vorstellen.
Ich kann mir nur vorstellen, dass es einigen dann so geht wie mir: ich dacht, das Buch spielt in der Vergangenheit, ich dachte, es enthält ein Fantasy-Element und ich dachte, es wäre ein Kinderbuch.
Wenn man dagegen das Original ansieht, dann wird einem schon eher klar, dass es eben nicht in diese richtig geht. Das Cover erinnert mich irgendwie ein bisschen an Pretty Little Liars. Leider finde ich es nicht so schön, dass Norrie, Jane und Sassy darauf so zickig aussehen.
Ich danke also dem Carlsen Verlag für dieses wunderschöne, verspielte Cover und die insgesamt sehr gelungene Aufmachung des Buches, denn auch innen ist es wunderschön gestaltet.
Meine Meinung:
Ich bin mit falschen Erwartungen an das Buch gegangen, das muss ich schon sagen. Aber nachdem ich der allgemeinen Verwirrung des Covers entkommen bin, konnte ich mich wirklich sehr gut darauf einlassen.
Als erstes möcht ich wirklich den wunderbaren Schreibstil erwähnen, denn der war meiner Meinung nach einfach richtig, richtig gut. Natalie Standiford schafft es, dass man obwohl eigentlich nicht viel passiert, wirklich an den Seiten hängen bleibt. Der Schreibstil ist flüssig und unterschwellig so humorvoll, dass ich manchmal grinsen musste, obwohl eigentlich nichts wirklich Witziges passiert ist. Diese zynische Art, mit der über reiche, snobistische Familien geredet wird, hat mich wahnsinnig gut unterhalten.
Auch die ganze Idee der Geschichte ist sehr originell. Vielleicht ist sie nichts neues, aber es wurde gut umgesetzt und dafür gibt es von mir auch einen Pluspunkt.
Was mich wirklich überrascht hat, waren die Charaktere. Ich hatte Angst, dass die drei Schwestern im Prinzip alle gleich sind, aber dem war nicht so. Norrie ist quasi die Vernünftigste von allen und sie mochte ich auch am meisten. Obwohl ihre Liebesgeschichte zu Robbie manchmal sehr stereotypisch klingt, ist sie das oft auch wieder nicht. Besonders der relativ große Altersunterschied von sieben bis acht Jahren, nimmt einem das wieder.
Jane ist sehr rebellisch und man merkt schnell, dass sie sich in ihrer Familie nicht wohlfühlt. Also vielleicht schon in ihrer Familie, aber in ihren Familienverhältnissen. Sie hält nicht viel von dem Reichtum und Sitten und Regeln, die ihre Großmutter aufstellt. Leider fand ich, dass sie damit manchmal ein bisschen zu weit ging.
Sassy war leider die Schwester, die ich am wenigsten mochte. Ganz ehrlich, ich zweifle manchmal an ihrer geistigen Gesundheit. Für mich war einfach überhaupt nicht nachvollziehbar, warum sie bestimmte Sachen, sagt oder denkt oder tut.
Mein Lieblingscharakter war trotzdem Almighty, weil die einfach genau die böse tyrannische Großmutter ist, die man sich vorstellt. Ich habe eine Schwäche, für die Bösen :)
Sie ist zwar wirklich sehr herrisch und ich selbst hätte sie nicht unbedingt gerne als Oma, aber sie ist überzeugt von dem, was sie ist und das mag ich an Charakteren immer sehr gerne.
Im Buch gibt es sehr viel verschiedenen Charakter, an die man sich erst mal gewöhnen muss, aber nach vielleicht 50 Seiten ist man eigentlich ziemlich gut in der Geschichte drin. Das ganze Buch wirkt sehr persönlich, da man jeweils die 3 Geständnisse von Norrie, Jane und Sassy liest und am Ende zum Beispiel noch eine Brief von Almighty. auch das mochte ich sehr.
Das Ende des Buchs hat mich persönlich ein wenig enttäuscht. Ich dachte beim Lesen wirklich, jedes der Geständnisse könnte das sein, was Almighty eigentlich hören will, weil jedes auf seine Art schlimm war, aber die Art, wie es dann geendet hat…Ich weiß nicht...
Fazit:
Ein lesenswertes Buch, was sich besonders für den Winter eignet. Man kann vielleicht nicht mit jede Person ins Herz schließen, aber es gibt genug um das auszugleichen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf weitere Bücher von Natalie Standiford.