Kurzweiliges Sommerbuch
"Real Me - Die Suche nach dem wahren Ich" ist ein Buch, das man locker, leicht an einem Stück durchlesen kann.
PROTAGONIST JOHN ist eine vollausgereifte Figur, die ihre Macken (vielleicht ein wenig zu viele) hat und so für den Leser manchmal sympathischer, oft aber doch recht nervig wird. Man will nicht unbedingt mit ihm tauschen.
DER INHALT ist insgesamt sehr interessant, es bleibt während des gesamten Buchs spannend. Die alles entscheidende Frage, wer John nun wirklich ist, wird dem Leser beantwortet. Auch wenn sie vielleicht nicht so ausfällt, wie man es gerne hätte. John ist eben insgesamt doch eher ein etwas ruppiger und wie bereits erwähnt auf Dauer leicht nerviger Typ. Nichtsdestotrotz vermag er es, dass man ihn liebgewinnt. Und dass er es nicht einfach hat, gehört eben zum Erwachsenwerden dazu.
GANZ GROSSES PLUS: Für die großartige Idee mit den Songtiteln in den Kapitelüberschriften. Da hat man gleich noch einen passenden Soundtrack zum Buch. Und die Titel passen stets ideal zu dem folgenden Kapitel (man bekommt also schon kleine Andeutungen mitgeliefert, wie es weitergehen könnte --> spannungssteigernd).
ZUM SPRACHLICHEN STIL: Da muss ich meiner Vorrezensentin widersprechen. Denn: Gerade der einfache Satzbau und die Jugensprache machen das Werk authentisch. Auch tragen sie maßgeblich zur hervorragenden Lesbarkeit bei. Genau so sprechen, denken, fühlen Jugendliche.
DER HÄUFIGE PERSPEKTIVWECHSEL - auch wenn er durch die Namenszeile eindeutig gekennzeichnet ist - ist teilweise etwas verwirrend. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich die Gedanken der "Anderen" nicht deutlich genug von Johns unterscheiden. Die unterschiedlichen Charaktäre wirken teilweise zu ähnlich.
DAS THEMA RAUCHEN kommt eben durch den Protagonisten etwas zu prominent rüber, steht teilweise sehr im Vordergrund. Manchmal wirkt es dadurch so, als würden 90% der Jugendlichen rauchen.
KURZUM: Ein sehr interessantes Jugendbuch, das bei keinem Strandurlaub fehlen darf.