Rezension vom 22.07.2009
(5)
Ein Einblick in das Leben des etwas schrägen Jugendlichen, Holden Caulfield, - geschrieben aus seiner eigenen Sicht. Absolut genial geschrieben finde ich. Zu Anmerkungen von wegen "sprachliche Defizite" muss ich sagen: das Buch ist aus der Sicht dieses Jugendlichen geschrieben und natürlich wirkt es nur dann, wenn es so geschrieben ist, wie Holden spricht. Dieses Buch in stilistisch, grammatikalisch und orthografisch perfektem Englisch würde komplett seinen Sinn verfehlen.
Ich fand es alles in allem super, man kriegt so greifend nahe mit, wie es in Holden aussieht, warum er so ist wie er ist, sehr planlos und spontan. Warum er von Schulen fliegt. Er kann ja nicht mal was dafür, da er schließlich nicht weiß, ob er etwas tun wird, so lange er es nicht tut. Wie also soll er um Himmels Willen die Frage beantworten, ob er in der nächsten Schule die Lektionen besuchen wird, so lange es noch nicht so weit ist... ("I mean how do you know what you're going to do till you DO it?") Man sieht seine Sicht und was in ihm vorgeht und weiß in dem Moment auch gleichzeitig, dass kaum jemand Einfluss auf ihn wird nehmen können, auch auf der nächsten Schule nicht.
Im großen und ganzen kann er alles und alle nicht ausstehen, - auf der einen Art also durchaus ein ganz normaler Pubertierender ;-)
Besonders witzig und bezeichnend fand ich die Stelle, wo er den Kinofilm beschreibt mit dem Mann der im Krieg das Gedächtnis verloren hat, eine Frau kennenlernt, vor seinem Gedächtnisverlust aber bereits verlobt war, wieder auf eben jene Verlobte trifft, dann die weiteren Personen der Bruder - früher Arzt jetzt Säufer, die blinde Mutter, der Hund - und wie er schließlich "abkotzt" als wirklich alles sich fügt und zu einem Riesen (schmalzigen) Happy End entwickelt. :-)
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