Rezension vom 17.07.2012
(7)
Grausame Ereignisse konnte Gabriel 30 Jahre lang erfolgreich verdrängen, bis seine schwangere Freundin in die Hände eines gefährlichen Psychopathen gerät, der ihn zwingen will, sich zu erinnern.
Das Buch "Schnitt" von Marc Raabe hat mich maßlos enttäuscht. Ich hatte aufgrund der vielen positiven Rezensionen meine Erwartungen wohl zu hoch geschraubt. Die Geschichte an sich ist durchaus spannend, aber der Autor schreibt entweder so oberflächlich, dass ich ihm das wirklich übel genommen habe, weil mich das genauso aus dem Lesefluss herausgerissen hat, wie seine Versuche etwas intensiv zu beschreiben, bei denen dann jedoch wiederum die ein oder andere wichtige "Kleinigkeit" außer acht gelassen wurde.
Beispielsweise schreibt der Autor, dass sein Protagonist zu recherchieren beginnt. Das muss dem Leser als Info erstmal reichen und im Anschluss darf man sich darüber wundern, wie der Nichtkriminologe plötzlich über detaillierte Infos des Mordfalls verfügt. Ein anderes Mal beschreibt der Autor so anschaulich den Angriff eines Hundes, dass man die Szene beinahe vor sich sieht. Dennoch ließ mich beim Lesen etwas Innehalten, weil an der Szenerie etwas nicht stimmte und letztlich fiel mir dann auch endlich auf, was es war. Der Autor hatte bei seiner detaillierten Beschreibung einfach vergessen, die Geräuschkulisse zu berücksichtigen. Die Szene lief in meinem Kopf tatsächlich als eine Art Stummfilm ab.
Mich ärgert sowas weil es verhindert, dass ich mich auf die Geschichte einlassen kann. Leider blieb es auch nicht nur bei diesen beiden Situationen. Ich wurde immer wieder durch sowas aus der Geschichte rausgerissen und habe mich nach einiger Zeit gar nicht mehr darauf einlassen können. Widerwillig habe ich dann doch das Buch zuende gelesen und fand die Story selbst eigentlich nicht schlecht, aber empfehlen würde ich das Buch auf keinen Fall.
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