Rezension vom 27.05.2011
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Inhaltsangabe:
In "Die Arena" wird die Kleinstadt "Chester's Mill" in Maine urplötzlich von einer undurchdringlichen (übernatürlichen?) Kuppel von der Außenwelt abgeschnitten. Diese Kuppel senkt sich innerhalb von Sekunden über die exakten Stadtgrenzen von Chester's Mill und lässt niemanden mehr hinaus oder hinein. Selbst militärische Versuche die Kuppel zu zerstören schlagen fehl - währenddessen entbrennt im Inneren der Kuppel, ausgelöst durch einen größenwahnsinnigen Stadtverordneten - ein Überlebenskampf zwischen den Bürgern der Stadt.
Mit "Die Arena" ist Stephen King ein Buch gelungen, dass nahtlos an seine alten Meisterwerke wie "Es" oder "The Stand" anknüpft. King spielt hier eine seiner großen Stärken aus: Das Entwerfen von vielschichtigen, eindringlichen Charakteren und deren Beziehungen untereinander. Auch der Aspekt des langsamen Verfalls in den Wahnsinn, Größenwahn, Realitätsverlust usw. was in Kings Büchern immer bei einer oder mehrere Personen zum Vorschein kommt, wird hier in seiner ganzen Bandbreite bei vielen Personen ausgeschöpft. Einige der Charaktere lernt man als Leser regelrecht lieben und fiebert mit ihnen, andere "hasst" man fast schon von der ersten Seite an, auf der sie auftauchen.
Die klaustrophische Stimmung, die King durch das Konstruieren der Handlung und der Gesamtsituation (eine Kleinstadt eingeschlossen unter einer Kuppel) erzeugt, wird von Seite zu Seite intensiver und wirkt bis zum Ende wesentlich realer als z.B. die Weltuntergangsszenarien in "The Stand" oder "Puls". Auch das Vorgehen von King, sämtliche Ereignisse (selbst die Handlungen des Militärs außerhalb der Kuppel) nur aus der Sicht der Bewohner innerhalb der Kuppel zu beschreiben, erweist sich als sehr guter Schachzug, da man so als Leser ebenfalls das Gefühl hat, ein "Bewohner" der Kuppel zu sein. Auch die (typischen) eingestreuten Verweise auf andere Werke von King (die Stadt "Castle Rock" z.B.) tragen zu einem "runden Gesamtbild" bei.
Lediglich das Ende flacht etwas ab. Auch wenn sich zunächst zum Ende hin die Ereignisse immer mehr verdichten und sich fast überschlagen und das Finale mit einem ziemlich heftigen Höhepunkt eingeleitet wird, ist es ganz zum Schluss doch dann ziemlich unvermittelt und ohne weitere Höhepunkte vorbei, was bei einer Romanlänge von knapp 1.300 Seiten doch etwas enttäuscht. Die Auflösung um das Geheimnis der Kuppel ist zwar typisch "King", lässt den Leser aber auch ein wenig unbefriedigt zurück.
Meine persönliche Meinung ist:
Man muss ein bisschen Geduld und Willen aufbringen, sich durch knapp 1.300 Seiten zu lesen. Dafür liest man ein tolles Buch mit wunderbar unterschiedlichen, vielschichtigen Charakteren und einer spannenden, unheimlichen Geschichte die beim Leser mehr und mehr ein beklemmendes Gefühl auslöst. Diesen überaus positiven Gesamteindruck schmälert auch das etwas unbefriedigende Ende nicht. Für Fans von Horror-/Thriller-Literatur mit leicht übernatürlichem Einschlag und für Kings-Fans sowieso ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert. Für Leute die mit Werken von King erst anfangen (wollen) gibt es aber sicherlich einfachere Einstiegsbücher als "Die Arena".
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