Der junge d'Artagnan kommt mit großen Erwartungen aus der Gascogne nach Paris: Er möchte Mitglied der könglichen Garde, der Musketiere, werden. Doch gleich zu Beginn stößt er Ärger und verabredet sich mit Athos, Porthos und Aramis zu Duellen, die jedoch bei Strafe verboten sind. Schnell werden aus den Duellanten jedoch Freunde, die die Loyalität zu ihrem König zusammenschweißt. Selbst die Intrigen des Kardinal Richelieu können diese nicht brechen, auch wenn sie das Leben der vier ernsthaft in Gefahr bringen und eniges von ihnen abverlangen.
Durch die vielen Filme rund um d'Artagnan und seine Freunde hatte ich wohl eine etwa zu romantische Vorstellung von ihrem Abenteuer. Tatsächlich könnte man Die drei Musketiere als Action-Komödie bezeichnen, gemischt mit einer Prise Drama.
Trotz seiner anfänglichen Unerfahrenheit entpuppt sich der junge d'Artagnan als ziemlich schlüpfriger Geselle, der sich nicht so recht für eine Dame seines Herzens entscheiden kann und so von Constance mir nichts, dir nichts zu Mylady de Winter wechselt.
Auch seine drei Freunde sind nicht ganz konsequente Zeitgenossen: Der mysteriöse Athos, der sich gern in Schweigen hüllt, Porthos, der gutes Essen, Geld und Frauen liebt, und Aramis, der sich nicht so recht entscheiden kann zwischen seiner Liebe zu Gott und zur Damenwelt.
Da haben wir also vier Männer im besten Alter, die gern mal auch auf den Putz hauen und ihre Loyalität zum König offen zur Schau tragen. Und wir haben Kardinal Richelieu, der seine ganz eigenen Pläne mit Frankreich hat und den König und Königin - und somit auch die Musketiere - eher als Spielball seiner Macht sieht. Diese beiden Fronten treffen aufeinander und es muss unweigerlich zu einem großen Knall kommen, undzwar in Form einer Frau, der schönen Mylady de Winter. Ich muss sagen, die Szenen mit ihr hatten mir am besten gefallen. Schafft sie es, ihren Auftrag zu erfüllen oder wird sie geschnappt? Bekommt sie ihre gerechte Strafe? Schafft sie es wieder, alle um ihren Finger zu wickeln? In Filmen und auch im Musical von den Brüdern Bolland wurde ihre Rolle immer anders etwas anders dargestellt, weshalb ich vom Ausgang ihres Schicksals schon etwas enttäuscht war.
Wenn man versucht, das Buch beim Lesen in die heutige Zeit zu adaptieren, wird es rasant und actionreich, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Humor und auch ein wenig Gefühl. Das gelang mir jedoch nicht immer und so gab viele Stellen im Buch, die mir zu langwierig waren und in denen ich die vier Freunde nicht wirklich gut einschätzen konnte. Zum Beispiel, dass d'Artagnan regelrecht fallen lässt wie eine heiße Kartoffel, später aber so tut, als wäre sie das wichtigste ins einem Leben. Auch die Zeit, als die Musketiere in der Schlacht gekämpft hatten, fand ich weniger interessant.
Insgesamt fand ich Die drei Musketiere aber doch gut, undzwar so gut, dass ich definitiv noch die Nachfolger Zwanzig Jahre danach und Der Mann in der eisernen Maske lesen möchte.