BUCH 1
Ich hatte eine spannende Geschichte voller Gefühle und Action erwartet. Doch beides suchte ich vergebens. Aber mal langsam.
Auf "The Hunger Games" bin ich während meiner Lektüre von "Divergent" gekommen. Dystopien dürften ja gerade voll im Trend liegen, und da es mich thematisch doch interessiert, musste ich natürlich auch "The Hunger Games" lesen, wird es doch von vielen hoch gelobt.
Den Anfang fand ich ja noch ganz nett, wenn auch etwas langweilig, da der Leser dank diverser Klappentexte etc. sowieso schon weiß, was passieren wird. Allerdings hatte ich ständig das Gefühl, die Geschichte spiele in der Vergangenheit, was sie ja nicht tut. Dass die Menschen in Panem teilweise so sehr in Armut leben und kämpfen müssen, um nicht zu verhungern, hat mich doch schockiert. Da dachte ich dann auch, dass das ein interessanter Ansatz wäre und das Buch einmal die andere Seite zeigen würde. Nein, nichts da....
Der zweite Teil des Buches, in dem dann wirklich die Hunger Games starten fand ich furchtbar langweilig. Von Anfang an war eigentlich alles vorhersehbar. Es gab keine großen Überraschungen und somit war auch keine Spannung vorhanden. Und ich brauche Spannung!!!
Der dritte Teil wurde dann etwas spannender, wenn auch nicht atemberaubend. Überraschungen gab es nach wie vor keine großen, dafür kam die Liebesgeschichte etwas in Gange. Ich habe wirklich selten ein Buch gelesen, dass so vorhersehbar war.
Generell fand ich das Buch ziemlich lieblos geschrieben. Die Autorin hat sich bemüht, die Teilnehmer an die Hunger Games so auszulöschen, dass keine großen moralischen Konflikte entstehen. Es kam mir wirklich so vor, als wolle sie umgehen, dass sie etwas schlimmere Dilemmas lösen müsste.
Außerdem fehlten mir die Emotionen, das Gefühl. Alles wurde so nüchtern erzählt und konnte mich nicht mitreißen.
Trotzdem fand ich das Buch nicht schlecht. Es ist ganz nett, aber man merkt, dass es ein Jugendbuch ist. Meiner Meinung nach ist es mit 12 Jahren problemlos zu lesen. Für Erwachsene halte ich persönlich es für zu oberflächlich. Divergent fand ich um Klassen besser. Da ich mir die Box gekauft habe, muss ich wenigstens nicht überlegen, ob ich den 2. Teil überhaupt kaufen soll.
Ich vergebe 3 Sterne, weil die Idee dahinter ja nicht schlecht ist. Ich wollte das Buch auch unbedingt weiterlesen, aber eher aufgrund des angenehmen Schreibstils und weil ich doch auf Nummer sicher gehen wollte, ob ich mit meinen Vermutungen Recht hatte (ja, in allen Punkten).