Vor mehr als 100 Jahren verändern die Ökofaschisten die Welt. Sie befreien die Welt von der Herrschaft der Computer und des Stroms. Alles kommt zum Erliegen: Atomkraftwerke explodieren und brennen, die Menschen werden verstrahlt und viele Neugeborene kommen „mutiert“ auf die Welt. Die Tiere werden bösartig, greifen die Menschen an und die Natur erobert sich das Land zurück.
Das Land Panäa ist nunmehr zweigeteilt. Im Norden stehen Fabriken und in dieser grauen oberen Hälfte des Landes gibt es zumindest noch ein wenig fortschrittliches Leben.
Der Süden hingegen ist in den Zustand des Mittelalters zurückverfallen. Strom ist verboten, restliche Güter der alten Welt werden unter Gefahren unter der Hand verkauft (Batterien z.B.).
Der junge, etwas naive und unbeholfene Pejo wird aus seiner Heimat im Norden, genannt Flusshaven, auf eine Expedition in den Süden geschickt Dort überschlagen sich die Ereignisse und Pejo bekommt von einem sehr mutigen, jungen Mädchen kurz vor ihrem Tod ein Buch überreicht: Das Buch des Hüters. Sie macht sehr deutlich, dass Pejo dieses Buch unbedingt schützen muss, denn es darf auf keinen Fall in die falschen Hände gelangen.
Auf seiner Reise trifft Pejo auf die unterschiedlichsten Menschen. Das immer optimistische und positive Mädel Huya, den Jäger Walther, den genau wie Pejo ein besonderes Geheimnis umgibt, einen Doktor, der sich der Rettung von Mutanten verschrieben hat, weil er weiß, dass diese Menschen zwar körperliche Abweichungen haben, aber dennoch viele besondere Eigenschaften.
Auch wenn diese Reise für Pejo voller Gefahren ist, so merkt er auch, dass er sich verändert, selbstsicherer wird und vor allem zufriedener mit sich selbst …
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Andreas Dresen hat mit seinem „Buch des Hüters“ eine interessante postapokalyptische Welt erschaffen. In einem angenehm lesbaren Schreibstil hat er es geschafft, mich mit seiner Geschichte zu fesseln.
Er hat mich entführt in eine stromlose Welt, in der aber immer noch viele Relikte der alten Zeit bestehen oder zu finden sind.
Oftmals fühlte mich ich erinnert an eine Geschichte von Stephen King, in der die alte Zeit auch eine große Rolle spielt. Hier hat Andreas Dresen auch eine schöne kleine Anspielung verbaut, die mir natürlich sofort ins Auge sprang. Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass „Das Buch des Hüters“ keine Nachmache des Dunklen Turm ist, sondern eine eigenständige Geschichte mit einem guten Hintergrund: Was macht die super Technologie aus uns Menschen? Sind wir lediglich noch computerabhängige Wesen?
Die Wichtigkeit von Zusammenhalt der verschiedensten, durch Zufall zusammengekommen Gefährten gefiel mir. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und Pejos Entwicklung, von einem ängstlichen, dicklichen Jüngling, zu einem Mann mit eigenem Willen, Mut und Tapferkeit kam gut rüber.
Sehr klasse fand ich auch die Stelle, an der die Arbeiter einer Müllhalde “ein Internet” suchen, mehr verrate ich nicht. Innerhalb der Handlung gibt es viele nette und ausgefallene Elemente.
Die Auflösung der Story gegen Ende war für mich relativ absehbar, ich empfand dies aber nicht als negativ. Für mich war der Schluss stimmig und passend.
Das Cover ist schlicht und stellt eine Mischung aus dem Norden und Süden Panäas dar, der Klappentext ist (leider typisch Acabus-Verlag) in einer Miniaturschrift verfasst, für den der Leser eine Lupe gut gebrauchen könnte .
Ich habe von Andreas Dresen bereits die beiden STADT-Romane gelesen, dieses Buch hat er zwischen genau diesen verfasst. Das Buch des Hüters ist von der Handlung etwas komplett anderes und ich finde es immer gut, wenn Autoren in verschiedenen Genres unterwegs sind.
Mein Fazit: 4,5 von 5 Sternen für diesen Roman. Eine gelungene Mischung aus Fantasy und Dystopie, die Spaß macht, fesselt und sich flott liest. Den halben Punkt Abzug kann ich mir nicht verkneifen und ist ein Stupser in Richtung Verlag: Eine größere Schrift und nicht so vollgequetschte Seiten würden auch diesen Roman aufwerten und die Augen der Leser weniger anstrengen.
© Buchwelten 2013