Die 15jährige Vanessa Adler erhält eines der begehrten Vollstipendien der New Yorker Elite-Ballettakademie. Ihre Eltern sind davon jedoch wenig begeistert, denn 3 Jahre zuvor verschwand dort ihre Tochter Margaret spurlos. Doch Vanessa sieht darin hauptsächlich eine Chance, Hinweise über den Verbleib ihrer Schwester zu finden.
Die Handlung des Buches hörte sich sehr spannend an und die Autorin schafft es zunächst auch, eine rätselhafte Atmosphäre aufzubauen. Mehrere Mädchen, die über einen längeren Zeitraum unter ungeklärten Umständen verschwunden sind. Ein Lehrer, der in einen Skandal verwickelt war, über den aber nichts Genaueres bekannt ist. Ein Wohnheim mit Mädchen und Jungen, die um die besten Rollen in einem begehrten Ballettstück konkurrieren.
Ich hatte jede Menge Verwicklungen, und Zickenkrieg erwartet und auch wie anfangs angedeutet wird, Drogen- und Medikamentenmißbrauch, um dem Druck des harten Tanztrainings standzuhalten, blutende Füße oder ähnliche menschliche Dramen. Davon war insgesamt wenig zu spüren, es gab viele Charaktere, zu denen mir aber meist der Zugang fehlte, weil sie sehr oberflächlich blieben.
Die Tanzszenen beschreibt die Autorin recht gut, obwohl ich mit den Fachbegriffen für die einzelnen Figuren als Nicht-Ballerina wenig anfangen konnte und mir vermutlich etwas ganz anderes vorgestellt habe. Doch hier ist es sicherlich auch schwierig und nicht notwendig, alles genau zu erklären.
Der Liebesgeschichte zwischen Zep und Vanessa fehlte dagegen einfach der nötige Schwung und Lebendigkeit. Gerade bei einer 15jährigen hätte ich hier viel mehr Emotionen und Herzschmerz erwartet. Zep glänzt mehr durch Abwesenheit und gelegentliche sms, so dass mir während des Lesens gleich der Gedanke kam, ob er einer Nebentätigkeit als Werwolf oder bei der CIA nachgeht. Vanessa macht sich zwar auch Gedanken (so bescheuerte wie ich allerdings nicht), doch Zep vertröstet sie immer wieder und bittet sie, ihm zu vertrauen. Neben Mädchenschwarm Zep ist da auch noch der arrogante Justin, der Vanessa immer wieder vor Zep warnt.
Leider war das Buch nicht so stimmungsvoll und lebendig wie das tolle Cover. Zum Schluß gab es noch eine Überraschung in Bezug auf die Bösewichter, doch ansonsten kam die Story nicht so recht von der Stelle und hatte mir auch zu wenig Schwung, so dass ich 3 Sterne vergebe. Es gibt zum Ende hin noch ein paar offene Fragen, so dass es einen 2. Teil geben wird.